Ligapokal-Bilanz

Gensunger Rückraum mit Luft nach oben

Zeigte gute Ansätze: Gensungens junger Schlussmann Lukas Voß.
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Zeigte gute Ansätze: Gensungens junger Schlussmann Lukas Voß.

Sie haben die Chance genutzt, die Handballer der ESG Gensungen/Felsberg. Die Möglichkeit nämlich, nach der frühzeitig abgebrochenen Saison doch noch mal richtig Drittligaluft zu schnuppern. Und so im Liga-Pokal nach dem Aufstieg in der Saison 2019/2020 ihre Reife für die Drittklassigkeit nachgewiesen.

Gensungen - Obwohl das Abschneiden mit einem Sieg, drei Remis und zwei Niederlagen nicht gerade brillant war. „Diese Bilanz spiegelt durchaus unseren Leistungsstand wieder, auch wenn ergebnistechnisch mehr drin war“, resümiert Trainer Kauffeld die „Mini-Saison“, in der seine Mannschaft Stärken wie Schwächen offenbarte.

Es begann mit einem Hoch - zwei „gefühlten Auswärtssiegen“ bei Rodgau Nieder-Roden (29:29) und in Kirchzell (25:25) - und endete mit zwei Niederlagen (19:24 gegen Saarlouis und 26:30 gegen Bieberau-Modau). Dazwischen lag „ein glücklicher Sieg“ in Gelnhausen. „Wir haben stark angefangen, dann aber nach bei den ersten Widrigkeiten Probleme bekommen“, erklärt Arnd Kauffeld, so dass seine Bewertung der Mannschaftsteile sehr differenziert ausfällt.

Tor

Dass Marc Lauterbach, vorausgesetzt die nötige Lockerheit des 29-Jährigen, auch in der 3. Liga eine Bank sein kann, war keine unbedingt neue Erkenntnis. Wohl aber, dass auch Youngster Lukas Voß, „das Potenzial hat, Spiele zu entscheiden.“ Kauffelds Schlussfolgerung: „Wenn beide ihre Leistung bringen, haben wir ein gutes Drittliga-Gespann.“

Abwehr

Eine gute Nachricht für die solide Abwehr, in der sich Gruber/Rossel als weitere Alternative für den Mittelblock empfahlen. Allerdings vermisst der ESG-Coach „offensive“ Akzente seiner Mannen: „Wir müssen den Gegner noch häufiger vor Aufgaben stellen, die ihn zu Fehlern verleiten.“

Kreis

Ein angeschlagener Christoph Koch (zudem beruflich sehr stark eingebunden) bescherte Neuzugang Tom Küllmer gleich unerwartete Einsatzzeiten. „Gute Ansätze“ hat dabei sein Coach ausgemacht: „Er kann den Sprung aus der Landesliga in die 3. Liga schaffen, muss aber noch athletisch an sich arbeiten.“

Außen

Als temporäre Nummer eins nutzte Linksaußen Max Lippold die Chance, sich im Team und in der 3. Liga zu etablieren. Mit Neuzugang Nino Jedinak bekommt er allerdings starke Konkurrenz, so dass Arnd Kauffeld am linken Flügel ein „gutes Duo“ zur Verfügung steht.

Auf der rechten Seite agierte Jan Hendrik Otto bisweilen etwas zu wechselhaft (Kauffeld: „Er hat noch Luft nach oben“), soll aber dank des vielversprechenden „Neuen“ Maxim Schalles (aus Lemgo) in Zukunft auch schon mal im rechten Rückraum aushelfen.

Rückraum

Der entpuppte sich in einigen Spielen durchaus als Achillesferse der Edertaler. Jannis Kothe unterliefen zu viele technische Fehler und Cornelius Feuring fehlte die Durchschlagskraft. Aber auch der linke Rückraum blieb spätestens nach dem verletzungsbedingten Ausfall von Vince Schmidt über weite Strecken blass.

Besonders Leistungsträger Heinrich Wachs spielte für seine Verhältnisse durchwachsen, weil er sich nach Auskunft seines Trainers immer noch mit dem Harzen schwer tut und sich trotz seiner Wurfvarianten zu selten traut, aus der zweiten Reihe den Abschluss zu suchen. Immerhin: Jona Gruber hat sich in eine Chef-Rolle hinein gespielt, ist dabei auch Antreiber für die wichtige erste und zweite Welle der Gensunger.

Fazit: Trotzdem weiß Arnd Kauffeld, dass bei seiner sonst so dynamischen Aufbaureihe die größten Reserven bestehen: „Wir müssen wieder die Mentalität reinkriegen, in jedem Spiel Vollgas zu geben.“ Ab dem 28. Juni, dem Trainingsbeginn, kann er daran arbeiten.

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