Erfolgreich in Oberaula:

Golf statt Fußball: Die zweite Karriere des Florian Schönhut

Richtet seinen Urlaub nach Golfplätzen aus: Der Homberger Florian Schönhut beim Training im Urlaub in Dubai im vergangenen Jahr.
+
Richtet seinen Urlaub nach Golfplätzen aus: Der Homberger Florian Schönhut beim Training im Urlaub in Dubai im vergangenen Jahr.

Bayern-Star Thomas Müller macht es regelmäßig. Die Weltmeister Bastian Schweinsteiger und Uwe Bein ebenso. Bein sogar in Oberaula. Fußballer, die Spaß am Golf gefunden haben. Auch Florian Schönhut gehört zu der Gruppe Fußballer, die den Golfsport als zweite große Leidenschaft entdeckt haben.

Homberg – Wobei der Homberger sogar seine Karriere als Torwart beendete, um sich komplett dem Spiel mit Schläger und Kunststoffball zu widmen. „Ich bin zufällig auf dem Golfplatz gelandet. Dort hat mich dann das Golffieber gepackt“, erinnert sich der 35-Jährige an die Anfänge vor sechs Jahren. Und ergänzt: „Wenn jemand einmal mit dem Golfvirus in Verbindung kommt, kann derjenige niemals damit aufhören.“

Schluss mit Fußball 2014

Schluss machen mit dem geliebten Fußball ging da deutlich leichter. Nach acht Einsätzen für die SG Neuental/Jesberg trotz eines Bizepssehnenrisses in der Verbandsliga und dem harten Abstieg in die Gruppenliga 2014 verlagerten sich dessen Interessen. „Meine Knochen schmerzten ständig. Es hatte keinen Sinn mehr gemacht, in der Gruppenliga weiterzuspielen“, erklärt der Anhänger von Borussia Dortmund.

Stattdessen stand die Platzreife im Golf auf dem Programm. Der Novize offenbarte ein hervorragendes Ballgefühl, weshalb er sich auf der Anlage des Golfclubs in Oberaula probierte. Mit Erfolg: Der IT-Manager lernte schnell die richtige Technik und schlug den Ball fortan so weit wie nur ganz wenig andere im Club.

Schläge erreichen Profi-Länge

Obwohl er als Rechtshänder den Schläger bei der Schwungbewegung mit links führt, erreicht er regelmäßig die Profi-Standardlänge von etwa 250 Metern. Zum Vergleich: Der deutsche Altmeister Bernhard Langer kommt ebenfalls auf 250. Die Profis mit dem besten Schwung wie Schönhuts Idol Rory McIlroy übertreffen sogar die 300-Meter-Marke.

Mit der ungewöhnlichen Schlägerhaltung hat der Fußballfan schon zweimal die Einzel-Clubmeisterschaft und einmal die Vierer-Clubmeisterschaft des Kurhessischen Golfclubs Oberaula-Bad Hersfeld gewonnen. Weitere Höhepunkte waren die zwei Aufstiege in die Landesliga mit der Mannschaft. Durch zusätzliche Turnier-Siege verbesserte er sein Handicap auf einen starken Wert von 5,1.

Diese immense Entwicklung verdankt er neben seinem Talent den Tipps von Golfpro Andrew McQueen, der bis 2017 in Oberaula als Coach wirkte. Auch Fußball-Weltmeister Uwe Bein schaut er gerne über die Schulter. „Golf ist lockerer geworden in den letzten Jahren“, meint Schönhut. Auch deshalb nimmt der ambitionierte Amateur gerne einen hohen Zeitaufwand in Kauf, um bei 25 Turnieren und zehn Mannschaftsspielen pro Saison starten zu können.

Urlaub immer mit Golf verbunden

Der Großteil der Veranstaltungen findet in Oberaula statt. In den Wintermonaten fährt er regelmäßig zum Golfclub Winnerod bei Reiskirchen, wo er mit PGA-Trainer Uwe Wagener an den Flugphasen seiner Bälle arbeitet. Rechts- und Linkskurven sollen zielgerichtet möglich sein, damit er ab April bei den Siegerehrungen wieder ganz oben stehen kann.

Urlaub am Strand ist darüber hinaus zweitrangig geworden. Vielmehr reist Florian Schönhut als Golf-Tourist zu den besten Anlagen nach Dubai, Abu Dhabi und auf Mallorca. Ein Traum ist es, in Südafrika und auf der berühmten Anlage von St. Andrews in Schottland abzuschlagen. So würde er den Profis nacheifern, die dort bei „The Open Championship“, dem ältesten der vier großen Major-Championship-Turniere, teilnehmen. Dort selbst zu spielen, ist unrealistisch. Aber als Vorbild für einen erfolgreichen Wechsel der Sportart taugt Florian Schönhut allemal. (Fabian Seck)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.