Die große Patrick-Friedrich-Show

Zella/Loshausens Stürmer trifft siebenmal in 75 Minuten in Kreisliga A

+
Schneller, schneller - Patrick Friedrich: Hier überwindet der Torjäger in einer Szene aus der Vorserie Asterodes Torwart Justus Merle. Benjamin Kubec beobachtet den Treffer. 

Zella/Loshausen. Manchen Fußballern gelingen im Leben keine sieben Tore. Patrick Friedrich ist das Kunststück in nur 75 Minuten gelungen.

Beim 7:2 in der Kreisliga A 2 gegen die FSG Borken/Singlis/Freudenthal traf ausschließlich der Rechtsaußen für seine Spielvereinigung Zella/Loshausen. Was war da denn los? „Das ist einmalig und ich habe das erst gar nicht realisieren können“, sagt der 19-Jährige. Die ersten Treffer waren Einzelleistungen. Klar, der 1,76 Meter große Angreifer ist zu schnell für seine Gegenspieler. Die weiteren Tore legten ihm Mittelstürmer Hubertus Körber (3), Spielertrainer Christian Miletzki und David Ditter auf. Ein lupenreiner Hattrick in nur 16 Minuten zum 5:1 inklusive. „Die Vorarbeit war jeweils überragend. Und ich stand halt irgendwie richtig“, gibt sich der Zellaer bescheiden.

Seine Bilanz ist eindrucksvoll. Schon als 17-Jähriger, nachdem er drei Jahre in der Jugend des 1. FC Schwalmstadt hauptsächlich rechter Verteidiger spielte, debütierte er in der ersten Mannschaft seines Heimatvereins. 55 Tore in 53 Partien hat er seitdem für Hessen älteste Spielvereinigung erzielt. „Sieben Treffer sind bei uns noch niemanden in einem Spiel gelungen. Wir sind froh, dass Patrick so bodenständig ist“, lobt Fachwart Tobias Ratajczak. Burschenschaft, Feuerwehr, Kirmesteam - drei Gründe, warum sich der pfeilschnelle Stürmer in Zella so wohl fühlt. Interessenten stehen Schlange.

Doch sie werden weiterhin Absagen bekommen. Und das, obwohl bei Zella/Loshausen keiner auch nur einen Cent verdient. „Geld kann man überall verdienen. Aber das Familiäre ist mir wichtig und passt bei uns“, sagt der Mann mit der Nummer acht. Mannschaftsfahrten ins polnische Breslau, in Tschechiens Hauptstadt Prag und das gemeinsame Essen im Vereinsheim in Zella bedeuten ihm mehr. Nach dem 7:2 gab’s Chili con Carne. Zuvor hatte sich der Torjäger nicht lumpen lassen und seinen Sportsfreunden in der Kabine eine Kiste Bier spendiert. Dazu wurde Blasmusik gespielt. Der „Böhmische Traum“ läuft nach jedem Heimsieg. Das ist Tradition.

Patrick Friedrich muss sich zweimal kneifen, dass ihm das Kunststück ausgerechnet jetzt gelungen ist. 14 Wochen lang war er verletzt. Ein komplizierter Sehnenriss im Finger. Ohne Training schnürte er beim 4:3 in Holzhausen einen Doppelpack. Zwei Tore gelangen ihm nach der ersten Einheit am Freitag beim 5:0 gegen Hülsa, ehe er am Sonntag die ganz große Show lieferte. Macht in Summe elf Treffer in nur acht Tagen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.