Gruppenliga

Fünf Gründe für den Höhenflug des FC Homberg vor dem Topspiel in Wabern

+
Bereit für die nächsten drei Punkte: Trainer Florian Seitz, der mit Homberg im Höhenflug ist und am Sonntag zum Topspiel in Wabern gastiert.

Homberg – Die Fußballer des FC Homberg stellen das Überraschungsteam der Gruppenliga. Erstmals seit der Saison 2014/15 (damals unter Trainer Torsten Kehr) mischen die Kreisstädter in der Spitzengruppe mit.

Dabei ist Homberg vor vier Monaten nur knapp dem Abstieg entkommen. Fünf Gründe für den Höhenflug des FCH, der am Sonntag (15 Uhr) beim TSV Wabern im Spitzenspiel zu Gast ist. Und erstmals als Tabellenzweiter mit drei Punkten Vorsprung ins prestigeträchtige Derby geht.

Der Teamgeist

Der Lauf hat seinen Anfang im April genommen. Denn vor den letzten vier Partien der Saison 2018/19 schien der FC nicht mehr zu retten. Alle Spiele waren auswärts und hatten es in sich: In Wabern (1:1), in Melsungen (0:3) und in Körle (2:0), die allesamt aufsteigen konnten, sowie bei Eintracht Edertal (4:1) als direktem Konkurrenten. „Ich habe an die Ehre appelliert und betont, dass Jammern nie hilft. Wir sind dann mutig aufgetreten“, erklärt Trainer Florian Seitz. Seitdem spielen nur noch die, die sich für den FC zerreißen. Stürmer Marvin Schmidt etwa, der im Endspurt ein Faktor war und weiter ist, wurde aus Köln eingeflogen. In der Domstadt lebt er wegen seines Studiums zeitweise.

Der Trainer

Florian Seitz ist ein Ur-Homberger, der seit den Bambini für den FC am Ball ist. Der 29-Jährige ist in seiner vierten Saison für die erste Mannschaft als Spielertrainer verantwortlich. Wobei sich die Status im November 2018 unfreiwillig wegen einer Knieverletzung änderte. Seitdem ist er ausschließlich Coach. „Ich habe nun ganz andere Einflussmöglichkeiten, als wenn ich selbst auf dem Platz stehe. Ich kann mehr in die Mannschaft reinhorchen und führe mehr Gespräche mit den Jungs“, sagt der B-Lizenz-Inhaber. Die unerwartet positive Zwischenbilanz ist für Seitz die Belohnung akribischer Arbeit, weil er wie kaum ein Zweiter Gegner und potenzielle Neuzugänge Woche für Woche auf den Sportplätzen der Region selbst unter die Lupe nimmt.

Der Torwart

Ebenso wie Seitz zählt Jonas Viehmann zum Jahrgang 1990. Beide spielen ihr ganzes Leben zusammen. Und jetzt ist der 29-Jährige, der seit zehn Jahren Stammtorhüter ist, in der Form seines Lebens. „Jonas hat bei uns die beste Athletik. Sein Vorteil ist, dass er sich endlich nicht mehr so einen Kopf macht“, lobt der Trainer seine Nummer eins. Viehmann lebt zwar inzwischen in Kassel, verpasst aber keine Einheit. Auch wenn er von der Größe kein Riese ist, verfügt er über eine enorme Sprungkraft und vor allem über ein überragendes Eins-gegen-Eins. Mit seinen Reflexen und Paraden verhinderte „Eimer“, wie die Kreisstädter ihren Rückhalt nennen, mehrfach in dieser Runde einen Rückstand.

Die Automatismen

Für Seitz ist die Mischung im Team um Kapitän Steffen Keller perfekt. Nur die Defensivspezialisten Daniel Illenseer, Herbert Klaus (beide 30 Jahre) und Sven Mamerow (32) sind 30 oder älter. Mit Stefan Graf, Alexander Depperschmidt, Marvin Schmidt (alle 22), Trainer-Bruder Hannes (23) und Lucas Unbehaun (24) sind gleich fünf U 23-Akteure aus dem eigenen Stall Leistungsträger. „Die Jungs verfügen nun über die nötige Routine und Härte“, weiß der Coach. Mit der Folge, dass die Automatismen optimal greifen. Taktisch hat Homberg neben dem 3:4:1:2-System auch ein 4:1:4:1, 4:4:2 und 4:2:3:1 drauf. Und ist nicht ausrechenbar, zumal Seitz auch im Spiel die Grundordnung ändert. Als Bonus verwerten die Homberger um den Ex-Schwalmstädter Sefa Cetinkaya ihre Chancen kalt wie selten zuvor.

Die Neuzugänge

Marcin Zaleski heißt der größte Glücksgriff. Der 27-Jährige kam aus beruflichen Gründen aus Polen in den Schwalm-Eder-Kreis. Er trainierte zunächst – und hier wird’s für Sonntag interessant – in Wabern mit. Die Reiherwalder schlugen bei dem Strategen aber nicht zu. Nun ist er mit seiner Ruhe am Ball als Sechser oder Achter nicht mehr aus der FC-Startelf wegzudenken.

Mit vier Toren und vier Assists in nur 318 Minuten hat Can Yilmaz (23) als bester Joker der Liga eingeschlagen. Nach einem Jahr Pause aus beruflichen Gründen wird der verbandsliga-erfahrene (Bosporus Kassel) Wirbelwind immer wertvoller. Viel Talent bringen daneben die Angreifer Timur Ögretmen (18), der in der Jugend auch beim SC Paderborn reifte, dank seiner Schnelligkeit und starken Technik, sowie Melih Uludag (19) mit. 

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.