44 und kein bisschen müde

Gudensbergs Mike Reinemann ist der Dauerbrenner der Fußball-Gruppenliga

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Spektakuläre Flugeinlage: Gudensbergs Mike Reinemann (r.) haut sich hier gegen Alexander Fey vom 1. FC Schwalmstadt rein. 

Er ist 44 Jahre alt. Manche Männer stecken in diesem Alter mitten in der Midlife-Crisis, andere machen Kreuzfahrten, und einige sind stolz darauf, dass sie jeden Morgen den Weg zum Gartentor schaffen, um die Zeitung zu holen. Mike Reinemann ist Abwehrspieler des Gruppenliga-Tabellenführers FSG Gudensberg

Und kein bisschen langsamer als die Gegenspieler, die seine Söhne sein könnten. Zwar spielen mittlerweile Ehefrau Marlen, Sohn Lasse (1 Jahr) und Hund Barney (8) die Hauptrollen in seinem Leben, aber Fußball war, ist und bleibt wichtig. Warum? 

Die Antwort ist nicht originell, aber einleuchtend: „Jedes Spiel und jedes Training machen noch immer großen Spaß“, sagt Reinemann, der zudem Sportlicher Leiter der FSG ist. Diese außergewöhnliche Konstellation kommentiert der Junggebliebene witzig: „Ich kann unseren Trainer André Fröhlich jederzeit feuern, falls er mich nicht aufstellt.“

Mit 18 schon im Oberliga-Kader

Mike Reinemann, der mit seiner Familie im Edermünder Ortsteil Haldorf lebt, ist in Baunatal aufgewachsen. Deshalb ist es kein Wunder, dass er das Kicken beim dortigen KSV gelernt hat. Als Jugendspieler war er zudem für den KSV Hessen aktiv, ehe er nach Baunatal zurückkehrte. Reinemanns Talent war keinem seiner Trainer entgangen, und vor der Saison 1994/1995 präsentierte der KSV Baunatal den damals 18-Jährigen als Aufsteiger in den Oberliga-Kader.

Der Sprung war groß, die Konkurrenz der etablierten Spieler (u.a. Berthold Bachmann, Horst Prantschke, Stefan Mies und Hartmut Wicke) stark und die Kommunikation mit Spielertrainer Beppo Hofeditz nicht immer erfreulich. Dennoch absolvierte das ehrgeizige Talent 20 Partien von 34 Punktspielen, schloss sich aber nach einem erneuten kurzen Abstecher zum KSV Hessen dem Tuspo Guxhagen an.

Auch als Trainer erfolgreich

Mit Mike Reinemann im Mittelfeld gelang dem Tuspo am Ende der Saison 1995/96 der Aufstieg in die Verbandsliga, der die Guxhagener sechs Jahre angehörten. Aber Spieler wie Derek Arndt trugen das Tuspo-Trikot nicht für einen Appel und ein Ei, und es wurde nie restlos geklärt, warum die Geldquellen plötzlich versiegten. Fest steht jedoch, dass mitten in der Saison 2002/03 auch für Mike Reinemann das Abenteuer Guxhagen beendet war.

Bis dahin hatte sich der damals 27-Jährige von seinen Trainern Holger Brück (KSV Hessen), Matthias Döschner, Hubert Schramowski (beide Tuspo Guxhagen) und Hofeditz jede Menge abgeschaut, und nun war er bereit für seine erste Station als Spielertrainer. Es waren acht erfolgreiche Jahre (2003 bis 2011) bei der FSG Chattengau/ Metze, der in der Reinemann-Ära der Aufstieg in die Kreisoberliga gelang.

Erfolgreich war der Spielertrainer auch bei der SG Kirchberg/Lohne (2012 bis 2014), die den Aufstieg in die Gruppenliga schaffte, und beim SC Edermünde (2014 bis 2016) hatte die Leidenschaft für das Kicken noch einen erfreulichen Nebeneffekt. Als sich Mike Reinemann ein Spiel des Frauenteams anschaute, fiel ihm besonders eine hübsche Abwehrspielerin auf. Marlen Grauer heißt inzwischen Reinemann, erwartet im März ihr zweites Kind und wird ein Wörtchen mitreden, wenn im Sommer eine weitere wichtige Entscheidung zu treffen ist. Ehemann Mike würde gern auch noch mit 45 Abwehrspieler der FSG Gudensberg sein.

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