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Halbzeitbilanz des TSV Wabern: Das Beste kam zum Schluss

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Von: Sebastian Schmidt

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Da ging der Spaß los: Nach Luca Wendel (l.), der hier mit Jan Luca Schmeer feiert, zum 1:0 für Wabern in Sand traf, startet der TSV eine Serie.
Da ging der Spaß los: Nachdem Luca Wendel (l.), der hier mit Jan Luca Schmeer feiert, in Sand zum 1:0 für Wabern traf, startete der TSV eine Serie. © Pressebilder Hahn

Halbzeit in der Fußball-Verbandsliga Nord: Der TSV Wabern überwintert als Nummer eins des Schwalm-Eder-Kreises laut Spielertrainer Patrick Herpe „mit einem positiven Gefühl“ auf dem 13. Platz.

Wabern – Und hat es in der eigenen Hand, etwas zu schaffen, was seit der SG Gilsa/Jesberg/Waltersbrück vor zehn Jahren keinem Meister der Gruppenliga Kassel 1 mehr gelungen ist: den Klassenerhalt zu feiern. Das war am 25. September nicht zu erwarten, als die Stimmung am Tiefpunkt war.

Der leidenschaftslose Auftritt beim 0:3 gegen den CSC 03 Kassel bedeutete das Tabellenende nach zehn sieglosen Spielen bei nur zwei Punkten und 11:28-Toren. Die Konsequenz: eine interne Aussprache der Mannschaft. „Jetzt muss auch der Letzte bei uns kapiert haben, dass wir uns so nicht präsentieren dürfen. Wir haben uns lange genug die Leistungen schön geredet“, sagte seinerzeit Torjäger Fabian Korell in seiner Funktion als Kapitän.

Sieg in Sand als Wendepunkt

Die Reaktion folgte prompt. Beim anschließenden 4:1 im Kellerduell beim SSV Sand zeigte Wabern in puncto Kampf, Leidenschaft und Wille ein ganz anderes Gesicht. Das war der Anfang, den der TSV zu 14 Punkten bei 17:8-Toren im Endspurt vor der Winterpause veredelte. Das Beste kam zum Schluss mit dem 5:1 gegen die SG Bronnzell als bis dato Tabellenzweiter.

Ein Vorsprung auch durch Technik. Seit der 1:3-Niederlage in Vellmar am 17. September wird jedes Spiel der TSV auf Video aufgenommen. Trainer Mario Völker, Spielertrainer Herpe und Co-Trainer Danny Overkamp sichten das Material ausgiebig. Jeden Freitag im Training kommt es zum Videobeweis. „Wir wollen und müssen mit der Zeit gehen“, freut sich Herpe darüber, dass er und seine Trainerkollegen ihren Schützlingen professionell zeigen können, wie sie sich bei kurzen Ecken besser verhalten können, welche Laufwege wertvoll sind und welche Pässe sinnvoller gewesen wären.

Herdt, Klinge und Wendel als Gewinner

Besonders gut passen dabei offensichtlich Adrian Herdt, dem der Sprung von der zweiten Mannschaft gelungen ist, Lennart Klinge, der als letztjähriger Senkrechtstarter noch wertvoller geworden ist, und als konstantester Waberner Luca Wendel auf, der als Lohn zweimal in Abwesenheit des dauerverletzten Spielführers Andreas Schluckebier und des erkrankten Korell die Kapitänsbinde tragen durfte.

Mit Klinge auf der Sechs, dem lauffreudigen Jan Luca Schmeer und dem technisch besten Spieler im Kader, dem gereiften und zuletzt dreifachen Traumtorschützen Marius Rohde auf der Acht, ist Wabern auch spielerisch in der Klasse angekommen. Zwei Mankos gilt es indes noch aufzuarbeiten. Denn obwohl sich auch Schlussmann Islam Elgaz – unterstützt von Torwarttrainer Kim Sippel – gesteigert hat und die Reaktivierung von Florian Amert schlichtweg Gold wert ist für den TSV, spielte der Aufsteiger noch nicht einmal zu Null. „Das nervt kolossal“, bringt es Herpe auf den Punkt.

Neuzugang Sezer enttäuscht

Das zweite Manko ist, dass Ausfälle kaum zu kompensieren sind. Stützen aus dem Aufstiegsjahr wie Christoph Bergmann, Schmeer, Rohde, Schluckebier oder Amert fehlten allesamt in mindestens 25 Prozent der Spiele. Zudem enttäuschte Enes Sezer, der als erfahrener Neuzugang dem Sturm keinerlei Impulse geben konnte und es am Ende nicht mal mehr in den 18er-Kader schaffte. (von Sebastian Schmidt)

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