Handball-Oberliga

Verdienter Triumph von Hessenmeister ESG Gensungen/Felsberg

Der Hessenmeister: Die ESG Gensungen/Felsberg mit (stehend v.l.) Betreuer Steffen Meister, Betreuer Lars Ude, Benedikt Hütt, Vince Schmidt, Max Bieber, Jannis Kothe, Christoph Koch, Franco Rossel, Cornelius Feuring, Trainer Arnd Kauffeld, Physiotherapeut Salim Hadid, (sitzend) Heinrich Wachs, Maik Gerhold, Lukas Voss, Marc Lauterbach, Mark Zülch, Jan-Hendrik Otto und Maximilian Lippold. Es fehlen die kurzfristigen Rückkehrer Stephan Untermann und Jan-Hendrik Walther. Foto: VEREIN

Die Konkurrenz in der Handball-Oberliga gratuliert der ESG Gensungen/Felsberg zur Hessenmeisterschaft. Und würdigt damit die Überlegenheit der Edertaler, die aufgrund des plötzlichen Saisonendes bereits sieben Spieltage vor Schluss zum Titelträger gekürt wurden.

Hans-Josef Embs hat‘s schon sieben Spieltage vor Schluss gewusst. „Gensungen/Felsberg ist durch“, stellte der Trainer des TuS Dotzheim unmittelbar nach der eigenen 31:36-Niederlage bei der MT Melsungen II voller Überzeugung fest. In der Tat war der Rückstand des Verfolgers auf den Tabellenführer auf fünf Punkte angewachsen, konnten die Wiesbadener ihre Titelträume begraben. Ein paar Tage später wurde aus Embs‘ Prognose eine Tatsache. Hatte der Hessische Handballverband doch die Saison wegen der Corona-Krise abrupt beendet, den aktuellen Tabellenstand zur Abschlusstabelle erklärt. Die Konsequenz: Die ESG Gensungen/Felsberg war vorzeitig Hessenmeister, kann nun auf die Rückkehr in die 3. Liga hoffen (siehe Hintergrund).

Nicht nur für Dotzheims Coach ein verdienter Triumph ohne Makel trotz der ausgefallenen sieben Spieltage. „Wer so beständig gerade auch in den wenigen kritischen Situationen auftritt, gehört einfach nach oben“, gratulierte Jens Dapper, Trainer des weiteren (ebenfalls abgeschlagenen) Verfolgers HSG Pohlheim. Und artikulierte damit den wohl entscheidenden Unterschied zu seinem bisweilen etwas wankelmütigen Team. Gordon Hauer, Trainer von Absteiger TSV Vellmar, hält den Kader der Edertal „sowohl qualitativ wie auch von der Breite her“ für den besten der Oberliga. Für den kommenden Sportlichen Leiter das Resultat „kontinuierlicher Aufbauarbeit“ bei den Edertalern, „die sich nun auszahlt.“

Der Saisonverlauf und einige Bilanzen nach 19 bzw. 20 Spielen untermauern die Komplimente der Konkurrenz. Durchwachsen begonnen (2:2-Punkte) startete die ESG mit sieben Siegen in Folge durch, ließ sich auch von der 26:33-Heimniederlage gegen Pohlheim nicht aus der Erfolgspur bringen und weitere fünf Siege folgen.

Edertaler auswärts eine Macht

„Nach dem letzten Aufbaujahr wollten wir es in dieser Saison unbedingt wissen“, erklärt Heinrich Wachs den Gensunger Siegeszug. Der 23-Jährige, der in seiner ersten Oberliga-Saison 2018/2019 gleich zum Top-Torjäger avancierte und in seiner zweiten als torgefährlicher Spielmacher für die Mannschaft noch wichtiger war. Besonders in fremden Hallen, wo die Edertaler so souverän wie noch nie auftraten. Erst nach acht Erfolgen in der Fremde erwischte es den Spitzenreiter zum ersten und letzten Mal (beim 27:31 in Umstadt). „Wir waren voll fokussiert, unsere Rituale haben sich bewährt und wir wollten natürlich auch für unsere mitgereisten Fans spielen“, erklärt der Regisseur diese Traumbilanz. Der Höhepunkt: das 34:22 in Bürgel, die Demontage des bis dahin ärgsten Verfolgers.

Dabei konnten sich die Nordhessen auf den wohl zuverlässigsten Torhüter der Liga verlassen. Marc Lauterbach brauchte etwas Anlaufzeit, um dann seine bisher beste Saison im ESG-Trikot (mit durchschnittlich 38,95 Prozent gehaltene Bälle) hinzulegen. Keine Frage, der 29-Jährige ist mental gereift und dadurch viel ausgeglichener, was er selbst auch auf „die Hilfe von außen“ zurückführt. Gemeint ist die hervorragende Vorbereitung des Schlussmannes auf die Spiele durch Co-Trainer Mario Schumacher.

Den Top-Torjäger stellen die Edertaler diesmal nicht, dafür aber mit 597 Treffern in 19 Spielen (erneut) den torhungrigsten Angriff der Liga. Mit fünf Schützen (Otto 125, Wachs 85, Rossel 61, Schmidt 52, Feuring 51) über 50 Tore, was keine andere Mannschaft aufweisen kann. Unglaublich, dass bei soviel Offensivgeist die Edertaler auch noch die wenigsten Gegentore (498) kassierten. Was die Anerkennung der Konkurrenz umso verständlicher macht. 

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