Traum von der Bundesliga

Handball-Torhüterin Paula Ritter durfte sich beim DHB-Lehrgang beweisen

Top-Talent: Paula Ritter (HSG Baunatal) aus Lohre zählt zur Hessenauswahl und durfte sich nun erstmals beim DHB-Lehrgang auf Bundesebene beweisen.
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Top-Talent: Paula Ritter (HSG Baunatal) aus Lohre zählt zur Hessenauswahl und durfte sich nun erstmals beim DHB-Lehrgang auf Bundesebene beweisen.

Bei den Bambini der JSG Felsberg spielte sie Fußball. In der Kampfkunst versuchte sie sich bei Ho Sin Do in Gensungen. Doch ihr sportliches Glück fand Paula Ritter 2016 als Handballerin.

Lohre – Und ist im Tor derart talentiert, dass sie sich nun erstmals beim DHB-Lehrgang der deutschen Jugend-Nationalmannschaft beweisen durfte. „Das gibt mir viel Selbstvertrauen. Zumal ich damit nicht gerechnet hätte“, betont die 15-jährige aus Felsberg-Lohre. Denn sie war im vergangenen Sommer weiter weg von den heimischen Hallen als die anderen Talente, die nicht spielen durften.

Nach dem ersten Platz in der Oberliga Nord mit ihrem Team, der HSG Baunatal, wurden sie und ihre Mitspielerinnen durch die Pandemie um die Chance gebracht, im Final Four um die Hessenmeisterschaft zu spielen. Kurz danach zwickte das Knie. Ein Knorpelschaden sorgte zusätzlich für eine halbjährige Auszeit.

Nach Knorpelschaden stark zurück gekämpft

Immerhin: Operiert werden musste sie nicht. Und hatte den Vorteil, dass die Ritters über „ein kleines Fitnessstudio“ verfügen. Aufbautraining in den eigenen vier Wänden war ihr so möglich. „Man darf sich nie unterkriegen lassen und muss immer alles geben“, sagt die bereits 1,75 m große Kämpfernatur. Zu den ersten Ausdauereinheiten hatte sie einen tierischen Begleiter. Einen Briard, den französischen Hütehund der Familie. Ende 2020 konnte Paula Ritter wieder beschwerdefrei joggen.

In den vergangenen Wochen ging es dann Schlag auf Schlag. Kleingruppentraining durfte die HSG wieder anbieten. Auch bei der Hessenauswahl in Frankfurt bekam sie endlich wieder ein paar Bälle um die Ohren. Um tags darauf erneut die Tasche zu packen, um sich als einzige Nordhessin des Jahrgangs 2006 neben drei weiteren Torhüterinnen beim DHB-Lehrgang in Warendorf zu beweisen. Bei einem zweiten Lehrgang spielte auch ihre Baunataler Teamkollegin Charlotte Mihr vor. Fünf Einheiten unter der Regie von DHB-Talentcoach Carsten Klavehn an: „Wir mussten zeigen, wie lernbereit wir sind. Und dass wir gut mit Kritik umgehen können.“

Eckerle, Omeyer und Landin als Vorbilder

Auch „Hausaufgaben“ gab’s für die 35 Talente. Paula Ritter, übrigens nicht verwandt mit der ehemaligen Bundesliga-Spielerin Sina Ritter, soll an den „Harpunen“ arbeiten. An den punktgenauen Pässen für den Gegenstoß. Ein Beispiel nimmt sie sich hier an Nationaltorhüterin Dinah Eckerle, zu deren Paradedisziplinen dies gehört. Eckerle ist ebenso wie Thierry Omeyer und Niklas Landin ein Vorbild für die 15-Jährige. Also die aktuelle (Landin) und die langjährige ehemalige (Omeyer) Nummer eins des THW Kiel. Welthandballer ihres Lieblingsvereins.

Sie selbst träumt ebenso von Einsätzen in der Bundesliga. Bis 2022 möchte sie aber noch hier in Nordhessen bleiben und die Schule erfolgreich abschließen. Also weiterhin im Unterricht bei Dirk Wetekam lernen. Dem langjährigen Coach der HSG Twistetal, der 2019 eigentlich Drittligist GSV Eintracht Baunatal übernehmen sollte. Und als Lehrer an der Felsberger Dreiburgen-Schule tätig ist, wo er 2016 das Interesse von Paula Ritter am Handball weckte. (Sebastian Schmidt)

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