Handballer vermissen klare Vorgaben vom Verband

Heimische Ober- und Landesligisten für einheitlichen Saisonstart

Margret Schmidt
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Margret Schmidt

Wann beginnt die Handball-Saison für die heimischen Vereine? Die Entscheidung des Hessischen Handball Verbands (HHV), den Rundenbeginn auf den 17./18. Oktober zu verlegen, den Vereinen aber die Möglichkeit offenzulassen, bereits am 12./13. September die Saison zu beginnen, haben die höherklassigen heimischen Teams mit gemischten Gefühlen aufgenommen.

Schwalm-Eder - Georgi Sviridenko, Trainer des Oberligisten MT Melsungen II, glaubt angesichts steigender Infektionszahlen in Deutschland nicht an einen Saisonstart im Oktober. „Gefühlsmäßig wird es dieses Jahr schwierig mit dem Handball, aber wir müssen flexibel bleiben und uns an die jeweilige Situation anpassen“, sagt der Weißrusse. Von der Möglichkeit, dass einzelne Vereine bereits im September in die Saison starten, hält der Olympiasieger von 1988 nichts, weil dies bei einem möglichen Saisonabbruch zu einer Wettbewerbsverzerrung führen könnte.

Bei den Frauen tendiert die SG 09 Kirchhof II zu einem späteren Saisonbeginn im Oktober. „Wir hätten gerne schon im September gespielt“, sagt SG-Coach Martin Denk, „doch entweder starten alle Mannschaft einheitlich, oder gar nicht. Sonst macht das keinen Sinn.“ Auch Klassenkamerad TSG Oberursel hat bereits signalisiert, einen Start im Oktober zu bevorzugen. Ebenso wie Liga-Neuling TSG Offenbach-Bürgel. Das Team konnte corona-bedingt noch überhaupt keine Trainingseinheiten in der Halle absolvieren.

Ebenso auf dieser Linie: der SV Germania Fritzlar II. „Die Gesundheit geht vor“, sagt SVG-Trainerin Melina Horn, die von einem flexiblen Saisonstart nichts hält: „Wir brauchen klare Regeln und nicht so ein Wischiwaschi.“ Die Mannschaft sei zwar motiviert, doch ein sukzessiver Beginn der Spielzeit eher kontraproduktiv: „Wenn es losgeht, müssen wir auch in den Wettkampf-Rhythmus d.h. jedes Wochenende ohne Pause gefordert sein.“

Klare Vorgaben werden vermisst

Oberliga-Urgestein Eintracht Böddiger begrüßt grundsätzlich den späteren Saisonstart. „Wir konnten lange nicht in der Halle trainieren und haben so mehr Zeit, an Abwehr und Angriff zu arbeiten“, sagt die neue TSV-Trainerin Rocsana Negovan, die von Ausnahmen eines einheitlichen Saisonbeginns nichts hält: „Wir brauchen da klare Vorgaben.“

Die vermissen auch die heimischen Vertreter in der Landesliga. „Es wäre eindeutig besser gewesen, wenn es eine Aussage gegeben hätte, die für alle gilt als die Entscheidung, die jetzt getroffen wurde“, ärgert sich Margret Schmidt, Trainerin des TSV Wollrode. Die Damen trainieren nun auf den Saisonbeginn Mitte Oktober hin. Mit der Konsequenz, dass die ursprüngliche Vorbereitung fast vollständig „umgeworfen“ werden muss.

Auch bei ihrem Pendant Mensur Fitozovic, Trainer der Wollröder Herrenmannschaft, stößt der HHV-Beschluss daher auf wenig Verständnis. „Ich vermisse eine gültige Regel für alle, womit man es den einzelnen Vereinen nur noch schwieriger macht.“ Was nichts daran ändert, dass es für ihn „aufgrund der aktuellen Situation definitiv der richtige Weg ist, später anzufangen.“

André Andrei, Rückraumspieler vom Klassenkameraden MSG Körle/Guxhagen weist darauf hin, dass sich die Vorbereitung nicht einfach so um vier Wochen verlängern lässt: „Dazu ist die Belastung und letztlich auch das Verletzungsrisiko zu groß.“ Natürlich hatte sich der 18-Jährige riesig auf den Saisonbeginn am 13. September gefreut, zumal er mit der MSG („Ein Platz unter den Top-Fünf“) große Ziele hat. Nun muss er wohl noch einen Monat länger warten, bis es endlich losgeht.

Damit zeichnet sich in der Ober- und Landesliga ein späterer Saisonstart ab. Allerdings: Verbindlich für alle Team ist er nicht. Anders als in den Gruppen- und Bezirksligen. Dafür hatte ein Beschluss des Handball-Bezirks Melsungen-Fulda gesorgt (wir berichteten). (mgx/mm)

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