TSV Steinbach kann in Ziegenhain Meister werden und bei Absteiger 1. FC Schwalmstadt den Aufstieg feiern

Das Hessenliga-Duell der Gegensätze

Christoph

Ziegenhain. Mehr Gegensatz geht nicht: Am Samstag um 14 Uhr spielt der Tabellenführer und designierte Regionalliga-Aufsteiger TSV Steinbach beim abgeschlagenen Tabellenschlusslicht 1. FC Schwalmstadt im Herbert-Battenfeld-Stadion in Ziegenhain.

Einen Punkt braucht der TSV noch aus den letzten zwei Spielen, um auch die letzten Zweifel am Durchmarsch zu beseitigen. Und daran zweifelt niemand. Zwischen dem TSV und dem 1. FC herrscht nicht nur ein Klassenunterschied, sondern womöglich ein Zwei-Klassenunterschied. Dabei sind vor der Saison eigentlich beide Kontrahenten mit einer ähnlichen sportlichen Ausgangslage in die Hessenliga aufgestiegen. Eigentlich. Doch bei den Mittelhessen gibt es mit Roland Kring einen Mäzen. Ohne den Chef des international erfolgreichen Bremsenherstellers Sibre wäre der märchenhafte Aufstieg des 300-Mitglieder-Vereins nicht vorstellbar gewesen. In sechs Jahren stieg der Verein fünfmal auf. Jetzt kommt der sechste Aufstieg hinzu. Im siebten Jahr!

Damit wird es aber auch eine Änderung der Philosophie geben. Bislang legten die Mittelhessen Wert darauf, vor allem Spieler aus der Region bzw. dem angrenzenden Siegerland einzubinden. Das geht in dieser Größenordnung in der Regionalliga nicht mehr. Erstes Indiz dafür ist die Verpflichtung von Julian Jakobs. Der Mittelfeldspieler wechselt zur neuen Saison von Drittligist Hansa Rostock zum zukünftigen Regionalligisten. Er kommt gebürtig aber auch aus dem Siegerland. Weitere Spieler seiner Klasse werden wohl folgen. „Sicherlicht ist es so, dass wir uns für die Regionalliga noch einmal verstärken müssen“, sagt TSV-Coach Peter Cestonaro, der den Fokus jetzt aber erstmal auf den 1. FC Schwalmstadt richtet. „Das Spiel wird kein Selbstläufer. Die letzten Ergebnisse von Schwalmstadt waren ja auch eher knapp.“

Mit einem knappen Resultat könnte auch FCS-Trainer Christoph Keim leben. „Ein 1:1 wäre doch klasse, da hat jeder was von“, sagt er mit einem Augenzwinkern. Sicher ist: Er wird seine Mannschaft nicht mehr so offensiv agieren lassen wie gegen Flieden und Ederbergland. „Das wäre ein Fehler. Denn die Qualität der Steinbacher im Spiel nach vorne ist einfach brutal“, sagt Keim. Zumal mit Innenverteidiger Timo Brauroth (beruflich im Ausland) eine Stütze fehlen wird. Für Steven Preuß kommt ein Einsatz noch zu früh, während Stürmer Rolf Sattorov womöglich zu einem Kurzeinsatz kommt.

Einen zusätzlichen Reizpunkt erhofft sich Keim von der TV-Übertragung (siehe Hintergrund): „Das ist schon eine tolle Sache und kann bei den Jungs vielleicht noch fünf Prozent mehr herauskitzeln.“ Was allerdings auch für die Steinbacher gelten dürfte.

Fotos: Hedler/Kasiewicz/nh

Von Daniel Schneider

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