HFV-Empfehlung

Körle bleibt drin - Gudensberg steigt auf

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Zumindest Vorfreude auf den Aufstieg ist erlaubt: die Gudensberger (v.l.) Till Dünzebach, Tom Siebert und Nico Döring.

Die Kuh ist noch nicht vom Eis, doch die Empfehlung des Hessischen Fußballverbandes (HFV) eindeutig: Der Verbandsvorstand des HFV sprach sich einstimmig dafür aus, die aktuelle Saison abzubrechen und nach der Quotientenregel zu werten – mit (Direkt-) Aufsteigern, aber ohne Absteiger.

Von einer „klaren Vorentscheidung“ spricht Erwin Naumann bezüglich des Verbandstages am 13. oder 20, Juni, wo die ca. 400 Delegierten endgültig über diesen Vorschlag abstimmen werden. Für den heimischen Kreisfußballwart die „gerechteste Lösung, die auch das Meinungsbild der Fußballer wieder spiegelt“. In Hessen hatten sich knapp 80 Prozent der Vereine für den Abbruch ausgesprochen, 31 Kreise wollten einen Auf- und keinen Absteiger, einer einen Auf- und einen Absteiger. Diese Minderheitenmeinung gehört indes auf dem Verbandstag genauso zu den „weiteren wählbaren Möglichkeiten“ (HFV) wie die Fortsetzung der abgebrochenen Spielzeit über den 30. Juni hinaus.

Offen ist nach wie vor der Umgang mit der Relegation bzw. den ursprünglich vorgesehenen Aufstiegsspielen. Nachdem sich der Hessische Fußballverband für den Vorschlag des Hessenliga-Zweiten KSV Hessen Kassel stark gemacht hatte, auch in der Relegation die Quotientenregel anzuwenden (die dem Traditionsklub den Aufstieg in die Regionalliga bescheren würde), musste er dieses Recht nun auch betroffenen Vereine in den Klassen darunter zugestehen.

So gibt‘s auch bei der vom HFV favorisierten Lösung, obwohl laut Pressemitteilung des Verbandes „die gerechteste und vereinsfreundlichste“, Gewinner und Verlierer.

Verbandsliga

Der FC Körle, Vorletzter der Verbandsliga Nord, zählt sicherlich zu den Gewinnern. „Wir freuen uns über diese weitere Chance, uns in der Verbandsliga zu beweisen, auch wenn die endgültige Entscheidung natürlich noch nicht gefallen ist“, erklärt FC-Trainer Eugen Wagner. Bei noch zwölf ausstehenden Spielen und 13 Punkten Rückstand auf einen Nichtabstiegsplatz wäre dessen Mission Klassenerhalt zwar kein unmögliches, aber ziemlich schwieriges Unterfangen geworden.

Noch Klassenkamerad Melsungen 08 wäre sogar als abgeschlagenes Schlusslicht gerettet, hatte aber bereits zuvor einen Antrag auf einen Platz in der Gruppenliga gestellt, der nur noch Formsache ist. „Wir streben einen Neuaufbau in der Gruppenliga an“, bestätigt MFV-Präsident Nils Weigand.

Gruppenliga

Die ersten Gratulationen nahm André Fröhlich, Trainer des (mutmaßlichen) Verbandsliga-Aufsteigers FSG Gudensberg, bereits am Samstag entgegen. Durchaus zurückhaltend. Denn: „Diese Empfehlung ist noch keine endgültige Entscheidung, sie muss erst nach auf dem Verbandstag durchgehen.“ Trotzdem macht er aus seinem „Stolz“ auf die Mannschaft, „die in den letzten Jahren eine tolle Entwicklung hingelegt hat“ keinen Hehl.

Und hat dabei auch noch Mitgefühl für seinen Kollegen Atilla Güven, der den 1. FC Schwalmstadt nun nicht mit dem ersehnten Wiederaufstieg im Gepäck Richtung Fulda verlassen kann. „Natürlich bin ich enttäuscht“, sagt der Trainer des Tabellenzweiten, „ich hätte mir eine andere, großzügigere Option gewünscht.“ Etwa die, dass die beiden Ersten direkt aufsteigen. Björn Spanknebel, 2. Vorsitzender des FCS, ist der Auffassung, dass die Hinrundentabelle, „unter sportlichen Wettbewerbsaspekten die fairste Lösung“ gewesen wäre. Eine Klage des Vereins gegen die endgültige Entscheidung schließt der Rechtsanwalt indes aus.

Ohne Gudensberg und Lichtenau (Meister der Gruppenliga 2), ohne Absteiger, mit Melsungen sowie fünf Aufsteigern ginge die Gruppenliga Kassel statt mit zweimal 16 mit zweimal 18 Mannschaften in die neue Saison. Und müsste bei einem oder zwei Aufsteigern über die Relegation nochmals aufgestockt werden.

Kreisoberliga

Bei der SG Neuental/Jesberg dürfte der Sekt zumindest schon kalt gestellt sein, denn der Aufstieg der Mannschaft von Andre Husse in die Gruppenliga ist nur noch Formsache. „Natürlich sind wir froh, dass wir es geschafft haben, doch ein echter Aufstieg auf dem Feld hätte sich noch besser angefühlt“, sagt SG-Leiter Jürgen Böth. Gefeiert wird allerdings erst (in gebührendem Abstand), wenn die Rückkehr in die Gruppenliga amtlich ist.

Als erster Absteiger stand bereits die SG Bad Zwesten/Urfftal fest, die kurz vor dem ersten Spieltag ihr Team zurück gezogen hatte. Nun aber sogar Kreisoberligist bleiben könnte. Macht bei zwei Direktaufsteigern aus der A-Klasse und einem möglichen Aufsteiger über die Relegation im Höchstfall 18 Mannschaften für die Saison 20/21.

Kreisliga A

Aus der A-Liga steigen der TSV Besse (Meister der A1) und die SG Englis/Kerstenhausen/Arnbach (Meister der A 2) auf, der FC Domstadt könnte als Zweiter der A 1 (nach der Quotientenregel besser als die SG Asterode/Christerode, dem Zweiten der A 2) noch über die Relegation nachrücken.

Kreisliga B

In diesem Fall hätte der FC Domstadt II als Zweiter der Kreisliga B1 die Möglichkeit, in die A-Liga aufzusteigen. Die SpVgg. Zella/Loshausen würde in der Kreisliga B 4 mit Hilfe der Quotientenregel vom sechsten auf den zweiten Rang vorstoßen und in die A-Liga einziehen.

Ebenso die SG Englis II als Dritter der B 2. Als Meister der B3 ist für die A-Liga auf jeden Fall der TuSpo Guxhagen (sogar mit weißer Weste bei 12 Siegen aus 12 Spielen) qualifiziert. Im Falle einer Relegation könnte die FSG Borken/Freudenthal als bester Zweiter der drei B-Ligen nachrücken. Allerdings würde dann die B3 nur noch mit zehn Mannschaften in die nächste Saison gehen.

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