Sascha Bauer gehört zu den jüngsten Schiedsrichter in der Hessenliga

Pfiffig: Sascha Bauer hat als Schiedsrichter den Sprung in die Hessenliga geschafft. Foto: Kasiewicz

Obermöllrich. Mehrere Trainingseinheiten pro Woche. 60 Spiele pro Saison. Oft zwei Einsätze an einem Wochenende.

Das, was für viele Fußballer undenkbar ist, gehört für Sascha Bauer seit sieben Jahren zum Alltag. Der Lohn: Als Schiedsrichter hat sich der 22-Jährige für die Hessenliga qualifiziert.

„Sascha ist intelligent, selbstbewusst und bodenständig. Er lebt für die Schiedsrichterei“, lobt Timo Ide, selbst auf diesem Niveau an der Pfeife und Mitglied im Verbandslehrwesen. „Ich hätte nicht gedacht, dass ich so schnell den Sprung schaffe. Jetzt möchte ich mich neu beweisen und in der Klasse ankommen“, gibt sich Bauer bescheiden.

Dabei weiß der Obermöllricher gut, was auf ihn zukommt. Denn weil er im Förderkader (U 23 auf Verbandsebene) war und in der Verbandsliga zu überzeugen wusste, hat er bereits zwei Partien im hessischen Oberhaus geleitet: Am 15. November 2014 beim 2:3 des 1. FC Eschborn gegen Bayern Alzenau und am 23. Mai 2015 das 4:0 des FC Ederbergland gegen Viktoria Griesheim. Beides ohne Probleme.

Das liegt auch daran, dass der Fachinformatiker ein kommunikativer Typ ist. „Ich suche immer das Gespräch mit Spielern und Trainern und halte nichts davon, wild mit Karten um mich zu schmeißen.“ Drei bis vier sind’s nach eigenen Angaben zuletzt pro Partie gewesen. Etwa 200 in 60 Spielen. In 55 davon war er der Mann mit der Pfeife, die Einsätze als Assistent sind deutlich zurückgegangen.

In seiner ersten Serie 2008/2009 waren es noch 80 Prozent in der Funktion des Linienrichters. „Das hat mir viel gebracht. Ich konnte viele Facetten einer Spielleitung kennen lernen“, blickt er zurück. Meistens war er bei Sven Abel (FC Edermünde) an der Linie. Der revanchierte sich prompt und war in den vergangenen drei Serien meistens ebenso wie Lukas Knauff (SC Zennern) im Gespann mit Bauer. „Der Teamgedanke ist ganz wichtig. Wir müssen eine gemeinsame Linie fahren und zur Not füreinander den Kopf hinhalten“, erklärt der künftige Hessenliga-Schiedsrichter.

Knauff ist dessen Cousin. Zwei aus einer sportlichen Familie. Denn Vater Dirk Bauer trainiert die Frauen von Gruppenligist TSV Obermelsungen, wo auch Schwester Svenja und Saschas Freundin Julia Lohr kicken. Es passt, dass er für den TSV pfeift. Selbst an den Ball getreten hat er auch. Und zwar in der Jugend der JSG Zennern/Obermöllrich/Cappel/Unshausen/Harle bis zur B-Jugend als Torwart. „Über die Kreisliga wäre ich wohl nie herausgekommen“, sagt der Unparteiische und lacht.

Mit seinem Lieblings-Hobby verbringt er die meiste Freizeit. Jeden Donnerstag ist das Schiedsrichter-Training in Uttershausen Pflicht, um bei den Regeln und körperlich fit zu bleiben. Bei der Homepage (www.sr-schwalm-eder.de) unterstützt er Felix Kempa, den Beauftragten für Öffentlichkeit. Zudem joggt er viel und fährt Rad. „Auf dem Niveau muss man das gleiche Pensum leisten wie die Spieler“, weiß Sascha Bauer. Was die Einsätze betrifft, ist’s sogar mehr.

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