Interview

FSG-Trainer Fröhlich: Wir sind nicht zufällig an der Spitze

Bahnt sich da eine Überraschung im Titelkampf der Fußball-Gruppenliga an? Statt der vor der Saison hochgehandelten Teams des 1. FC Schwalmstadt, TSV Wabern und E. Baunatal thront in der Winterpause die FSG Gudensberg an der Tabellenspitze. Kein Zufall, wie ihr Trainer im Interview sagt.

Andre Fröhlich, vor drei Wochen haben Sie und Ihre Mannschaft das letzte Spiel vor der Winterpause gehabt. Hand auf‘s Herz: Wie oft haben Sie seitdem, wahrscheinlich mit einem Grinsen, auf die Tabelle geschaut?

Gar nicht so oft. Ich bin derzeit ziemlich abgelenkt von der Organisation eines Weihnachtssingens am 19. Dezember in Gudensberg auf der Märchenbühne, das die FSG veranstaltet. Und dabei Spenden für den Ambulanten Kinder- und Jugendhospizdienst in Fritzlar sammelt. Aber natürlich bin ich glücklich über die Tabellenführung und auch ein bisschen stolz darauf.

Wie erklären Sie sich diesen Höhenflug der Mannschaft, die seit neun Spielen ungeschlagen ist und nur einmal verlor?

Wir entwickeln uns seit Jahren konstant weiter, arbeiten hart und das zahlt sich aus. Weiterhin ziehen alle drei Seniorenteams der FSG an einem Strang. Entscheidend ist natürlich auch die Qualität der Spieler. Und die hat uns da hingebracht, wo wir jetzt stehen.

Liegt das Erfolgsgeheimnis vielleicht auch darin, dass eine seit gemeinsamen Jugendtagen gewachsene Mannschaft vor der Saison sinnvoll verstärkt wurde?

Mit Sicherheit. Die Basis ist die erfolgreiche und nachhaltige Jugendarbeit im Verein gepaart mit einer hohen Identifikation der Jungs mit dem Club. Bei den Neuzugängen haben wir genau überlegt, was wir machen wollen und können. Und nur Volltreffer gelandet, sowohl was das Fußballerische als auch was die Persönlichkeit der Spieler betrifft.

Es gab nach sechs Spieltagen mal einen kleinen Hänger, als die Mannschaft fünf Spieltage nicht gewinnen konnte. Ist die Tatsache, dass genau in diesen Spielen der junge Nico Döring fehlte, ein Hinweis darauf, wie wichtig der Neuzugang bereits in seiner ersten Seniorensaison für die FSG ist? Schließlich erzielte er zusammen mit Sturmpartner Tom Siebert auch noch fast die Hälfte aller Gudensberger Tore.

Nico Döring hat sich super schnell integriert. Er ergänzt sich hervorragend mit seinem Sturmpartner Tom Siebert. Tom ist auch ein sehr guter Vorbereiter, der schon mal auf die Flügel ausweicht. Nico fühlt sich im Strafraum und beim Torabschluss sehr wohl. Die Schwächephase hatte noch weitere Gründe, den mit Till Dünzebach war ein weiterer wichtiger Spieler verletzt.

Kann die Mannschaft die Spitzenposition auch nach der Winterpause halten? Immerhin sitzt ihr mit dem 1. FC Schwalmstadt der eigentliche Top-Favorit im Nacken?

Die Liga ist sehr stark, es gibt noch andere Titelwärter wie Wabern und Baunatal. Ich würde daher nicht von einem Zweikampf ausgehen. Besondere Druck spüren wir nicht, der liegt eher bei unseren Konkurrenten, die mit anderen Ansprüchen in die Saison gegangen sind. Wir sind jedoch nicht zufällig an der Spitze und können zu den Mannschaften zählen, die bis zum Schluss um einen der ersten beiden Plätze mitspielen.

Wie groß ist der Vorteil, dass Sie noch alle Mitkonkurrenten um den Aufstieg im heimischen Weinbergstadion zu Gast haben?

Für Verein und Zuschauer eine tolle Sache, für uns als Mannschaft eher egal. Wir müssen in jeder Partie, ob auswärts oder daheim, unser Spiel auf den Platz bringen.

Ist die Verbandsliga in Gudensberg, vor drei Jahren noch in der Kreisliga A, ein Thema? Ist die Mannschaft schon reif für die zweithöchste hessische Spielklasse? Was fehlt ihr und auch dem Umfeld noch?

Bei Betrachtung unserer Konkurrenten und vor allem deren finanziellen Rahmenbedingungen sollte die Verbandsliga weder ein Thema sein noch scheinen wir reif dafür. Aber die gleiche Frage wurde mir vor zwei Jahren in der Kreisoberliga auch schon gestellt. Und meine Antwort bleibt die gleiche: Sollte es irgendwann zu einem weiteren Aufstieg kommen, werden wir in Gudensberg kreativ bleiben und bereit sein.

Was heißt dass?

Aus unseren Möglichkeiten das Optimale rausholen, wie gehabt auf junge Spieler setzen und die weiter entwickeln.

Wie sieht‘s aus mit eigenen Ambitionen als A-Lizenz-Trainer?

Ich fühle mich in Gudensberg sehr wohl, habe eine tolle junge Mannschaft, die richtig Bock auf Fußball und sicherlich noch Entwicklungspotenzial hat.

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