Handball

Janina Dreyer beendet Karriere mit zwei Meisterschaften

Leidenschaftlich: Janina Dreyer feierte mit Germania Fritzlar zwei Meisterschaften. Nun hat sie ihre erfolgreiche Karriere beendet.
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Leidenschaftlich: Janina Dreyer feierte mit Germania Fritzlar zwei Meisterschaften. Nun hat sie ihre erfolgreiche Karriere beendet.

Einsatz und Leidenschaft sind ihre Trümpfe. Wie kaum eine Zweite stürzte sie sich in jeden Zweikampf. Ging für den SV Germania Fritzlar dahin, wo es wehtut. Mit der Konsequenz, dass Janina Dreyer häufig Blessuren davontrug.

Fritzlar - „Ich habe mir nicht jeden Wurf genommen, sondern lieber abgespielt und geschaut, wer besser steht. Und in der Abwehr habe ich um jeden Ball gekämpft“, sagt die Rückraumspielerin. Nun hängt sie die Handballschuhe nach 22 Jahren an den Nagel.

Zum Ihrem Sport fand die gebürtige Kasselerin durch ihre zwei Jahre ältere Schwester, die sie mit vier Jahren zum Training beim TV Hoof mitnahm. „Und ihr wollte ich natürlich nacheifern“, sagt Dreyer, die mit sechs Jahren bei den Minis vom TVH das Handballspielen erlernte. In der Jugend der HSG Hoof/Sand/Wolfhagen entwickelte sich die talentierte Rückraumspielerin bestens – immer unterstützt von der Familie, die als Fahrdienst zur Stelle war und von der Tribüne Beifall spendete.

Als C-Jugendliche wurde sie 2007 Oberliga-Meister. Als A-Jugendliche spielte sie mit Hoof in der Regionalliga. Und im Trainingsbetrieb maß sie sich besonders gern mit ihrer Mitspielerin Sina Ritter, der später in Bad Wildungen und Buxtehude gar der Sprung in die 1. Bundesliga gelingen sollte. „Das war eine tolle Zeit. Die Mannschaft war auch abseits des Felds eine super Truppe“, sagt Dreyer.

„Schwer gefallen“ sei ihr deshalb 2011 der Wechsel zum Drittligisten Fritzlar, aber „ich habe damals die Herausforderung gesehen und wollte die Chance nutzen“. Bei der Germania entwickelte sie sich vor allem in der Defensive zur Leistungsträgerin. An der Seite von Esther Meyfarth (heute Lieber) im Mittelblock organisierte sie die SVG-Deckung, die meistens zu den besten Abwehrreihen der 3. Liga zählte.

Titel unter Mai und Cojocar

Unter Trainer Frank Mai feierte sie 2016 mit der Germania die Meisterschaft, 2020 konnte dieser Erfolg unter Lucky Cojocar wiederholt werden. „Zusammenhalt und Kampfgeist haben Fritzlar für mich immer ausgemacht. Unsere Stärke war unsere Ausgeglichenheit“, lobt Dreyer, die in der abgelaufenen Saison als Kapitänin fungierte, das Mannschaftsgefüge. „Ich habe viel gelernt, einige Erfolge gefeiert und viele Freunde gefunden“, sagt sie über ihre Zeit in der Domstadt.

Unvergessen bleibt der 27:26-Derbysieg gegen Kirchhof 2017, als Vanessa Maier vor 800 Zuschauern in der Schlusssekunde mit einem gehaltenen Siebenmeter den Sieg perfekt machte. „Die Halle war bis unter das Dach gefüllt. Vor dieser Kulisse zu spielen war einmalig“, erinnert sich die 28-Jährige, die vier Tore zum Coup beitrug.

Fritzlar zu verlassen, kam für die Rückraumspielerin trotz verschiedener Angebote nicht infrage. „Mir war immer das Umfeld wichtig. Ich wollte mich wohlfühlen“, erklärt sie ihre Vereinstreue. Ein Comeback steht nicht zur Debatte. Auch wenn sie noch fleißig Kontakt zu ihren ehemaligen Mitspielerinnen hält. Im Mittelpunkt steht nun die Karriereplanung. Dreyer zieht es beruflich ins Ausland. Auf dem Parkett wird die Kämpferin fehlen.

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