Premiere, Prioritäten und Ex-Faktor

Kein Favorit im ersten Kreispokal-Finale ohne Zuschauer zwischen Gudensberg und Wabern

Bereit für den nächsten Höhenflug: Gudensbergs Nico Döring (in Rot), hier im Zweikampf mit Hombergs Alexander Depperschmidt.
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Bereit für den nächsten Höhenflug: Gudensbergs Nico Döring (in Rot), hier im Zweikampf mit Hombergs Alexander Depperschmidt.

Fußball, Finale – Wermutstropfen: Im Endspiel des Kreispokals ermitteln die FSG Gudensberg und der TSV Wabern am Samstag ab 17 Uhr ohne Zuschauer in Uttershausen den Nachfolger des 1. FC Schwalmstadt.

Schwalm-Eder - Einen Favoriten auf den Titel gibt es nicht. Vielmehr messen sich zwei mit Top-Talenten gespickte Mannschaften, die noch am Anfang ihrer Entwicklung sind. Und die vor einer wegweisenden Saison stehen. Gudensberg beweist sich erstmals in der Verbandsliga, Wabern hat Aktien im Aufstiegsrennen der Gruppenliga. Hier die wichtigsten Aspekte vorab:

Die Zuschauer

Beide Endspielteilnehmer können maximal 60 Personen mitbringen, die vorab benannt werden müssen. Spieler, Betreuerstab, Verantwortliche – zumindest ein paar „Edelfans“ sind denkbar. Gastgeber SG Uttershausen/Lendorf kann 20 Personen als Helfer stellen. Hinzu kommen die Mitglieder des Kreisfußballausschusses, Ehrengäste und Pressevertreter. Macht in Summer bis zu 160 Personen.

Eine Aufstockung auf mehr als 250 wurde laut Kreisfußballwart Erwin Naumann von behördlicher Seite nicht genehmigt. Deswegen entschied der Ausschuss, komplett auf Fans zu verzichten. „Die Atmosphäre wird fehlen. Das nimmt einen gewissen Spaß und ist schwer nachzuvollziehen“, zeigt sich Patrick Herpe verärgert. Waberns Trainer hätte sich zumindest wie im Halbfinale gewünscht, dass jeder Verein – mit Blick auf die Differenz zwischen 160 und 250 – jeweils 45 eigene Anhänger mehr mitbringen darf. Das hätte auch dessen Gegenüber gerne gesehen, doch Gudensbergs Coach Andre Fröhlich sagt: „Wir sollten froh sein, dass überhaupt gespielt werden darf.“

Die Wertigkeit

Für die FSG ist es eine Premiere. Das erste Endspiel auf Kreisebene im Seniorenbereich. Der erste Schwalm-Eder-Titel lockt für die Gudensbergs goldene Generation. „Für uns wäre das eine ganz besondere Auszeichnung und könnte uns einen Schub für die Serie geben“, erklärt Fröhlich.

Waberns Spielertrainer hat da eine andere Sicht der Dinge: „Die Serie ist für uns wichtiger als der Pokal. Dennoch nehmen wir das Endspiel ernst“, sagt Patrick Herpe, dem der persönliche Hattrick winkt – nach den Triumphen mit Schwalmstadt in den Endspielen 2018 (10:9 n.E. gegen Brunslar/Wolfershausen) und 2019 (3:1 gegen Kirchberg/Lohne/Haddamar).

Das Personal

Gudensberg kann auf Tom Siebert zurückgreifen, weil die Gelb-Rote Karte im Halbfinale in Kirchberg keine Sperre nach sich zieht. Daniel Frank und Till Dünzebach (beide waren verhindert) stehen zur Verfügung. Fraglich sind noch die Einsätze von Carlos Rohmann und Tim Prüfer (beide Kniebeschwerden).

Bei Wabern rückt Neuzugang Benedikt Saul für Lukas Martin (Adduktorenbeschwerden) ins Tor. Abwehrchef Florian Amert ist aus seinem Urlaub zurück. Auch Angreifer Florian Korell, der zuletzt grippegeschwächt von der Bank kam, ist topfit. „Flo ist der vorbildliche Kapitän, den sich ein Trainer wünscht“, lobt Herpe den Routinier. Mit Verdacht auf Muskelbündelriss fehlt indes Dennis Neumann.

Die Taktik

„Wir wollen etwas abwartender agieren, damit wir nicht ausgekontert werden“, gibt Herpe die Marschroute für das von ihm und Mario Völker trainierte Team vor. Eine Konsequenz aus drei Punktspielniederlagen (1:3, 1:2, 2:3) in den vergangenen beiden Jahren. Bevorzugt spielt der TSV im 3:5:2-System, kann aber situativ auch auf 4:2:3:1 und 4:1:4:1 umstellen.

„Wir wollen die Stärken Waberns minimieren und dürfen ihnen nicht viel Platz geben“, sagt Andre Fröhlich, der ein 3:4:1:2-System aufstellt. Besonders motiviert dabei Angreifer Nico Döring. Die 19-Jährige war 2019 vom JFV Eder-Schwalm, also aus Waberns Jugend, zur FSG gewechselt – und glänzte beim jüngsten 3:2 gegen den TSV als Doppeltorschütze.

Der Weg ins Finale

Waberns Weg war ebenso anspruchsvoll wie torreich: 3:2 bei Neuental/Jesberg, 3:0 bei Antrefftal/Wasenberg, 5:3 gegen Titelverteidiger Schwalmstadt und 4:0 in Kleinenglis. Gudensberg startete mit einem Freilos und zog kampflos ins Achtelfinale ein, weil der FC Körle als Verbandsligist am 18. Juli 2019 kein Team stellen konnte. Anschließend schaltete das Fröhlich-Team Ohetal/Frielendorf (4:2), Uttershausen/Lendorf (3:1) und Kirchberg/Lohne/Haddamar (2:1) aus. (Sebastian Schmidt)

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