2. Bundesliga

Kirchhof gegen Waiblingen unter Druck

Feiern ein Wiedersehen: Kirchhofs Spielmacherin Mariel Beugels (vorn) und Waiblingens Altina Berisha, die hier das Nachsehen hat.
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Feiern ein Wiedersehen: Kirchhofs Spielmacherin Mariel Beugels (vorn) und Waiblingens Altina Berisha, die hier das Nachsehen hat.

Normalerweise liegt zwischen Hin- und Rückspiel eine komplette Halbserie. Zu Corona-Zeiten in der 2. Handball-Bundesliga sind das im Fall der SG 09 Kirchhof und des VfL Waiblingen sieben Tage. Die beiden Kontrahenten treffen am kommenden Samstag in Melsungen und nur eine Woche später in der Kreisstadt nahe Stuttgart aufeinander.

Kirchhof - „Extrem ungewöhnlich und spannend“ findet das VfL-Trainer Thomas Zeitz. Bei seinem Kollegen Martin Denk erzeugt diese Konstellation „ein Europacup-Feeling“ mit dem Vorteil, „dass wir zwei Chancen auf einen Sieg haben“. In der Hoffnung, gleich die erste in eigener Halle (Sa. 18 Uhr Stadtsporthalle Melsungen) nutzen zu können.

Der Druck im Abstiegskampf ist nach dem 25:30 gegen Leipzig, der fünften Niederlage in Folge, noch größer geworden. Das Restprogramm besteht für den SG-Coach daher aus „sieben Schlüsselspielen“, wobei sich sein Team besonders zuhause keine Blöße mehr geben darf: „Unsere vier Heimspiele sollten wir schon gewinnen.“

„Wir haben gegen Waiblingen die Chance, die Wende zu schaffen“, sagt Diana Sabljak, „doch dafür muss alles passen.“ Kämpferisch sei, so die Rückraumspielerin, alles im Lot, „doch in den wichtigen Momenten müssen wir kühlen Kopf bewahren und die richtigen Entscheidungen treffen.“ Zuletzt waren‘s die falschen, womit sich die Mannschaft selbst um den Lohn einer phasenweise ansprechenden Leistung brachte. Auch ohne die verletzten Nela Zuzic, Hannah Kamp und Katharna Hufschmidt, auf die die Gastgeber gegen Waiblingen erneut verzichten müssen.

Bei den Baden-Württembergerinnen fehlen die Langzeitverletzten Mariel Wulf (Rückraum) und Louisa de Bellis (Kreis), was aber nicht ihr Hauptproblem ist. „Wir spielen nicht konstant genug. Uns fehlt Souveränität und Abgeklärtheit“, erklärt Thomas Zeitz den bisher enttäuschenden Saisonverlauf der selbsternannten Tigers, der einer Achterbahnfahrt gleicht.

Ein Spiegelbild war die letzte 20:32-Niederlage bei Tabellenführer Zwickau: nach elf Minuten stand‘s schon 1:10, zur Pause 8:19, ehe die Gäste dank eines 11:6-Laufs auf 19:25 verkürzten, um dann doch noch unterzugehen. Es war die dritte Niederlage in Folge, wodurch der Tabellenachte, der eigentlich oben mitspielen wollte, seinen eigenen Ansprüchen hinterher hinkt.

Gäste wankelmütig

Das hängt wohl nach dem Abgang von Rückraum-Ass Ann Kynast (zur HSG Blomberg-Lippe) auch mit einer Systemumstellung zusammen. Die Verantwortung auf mehrere Schultern zu verteilen hat sich als steiniger Prozess entpuppt, der laut VfL-Coach „noch nicht abgeschlossen ist“. Immerhin: Sinah Chiara Hedwig Hagen (bisher 106 Treffer) entwickelt auf der Mittelposition immer mehr Torgefahr und auch Rückraumkollegin Vanessa Nagler (44/5) steigerte sich.

„Beide machen den Ball ziemlich schnell und sind stark im eins gegen eins“, warnt Martin Denk vor diesem quirligen Duo, das vom eigenen Mittelblock Sabljak/Kavaliauskaite offensiv angegangen werden soll. Eine taktische Option wäre auch Katharina Koltschenko als „Indianerin“ einer 5:1-Deckung.

Auch wenn für Waiblingen nach (ganz) oben nichts mehr geht, hat ihr Coach noch Ziele. „Wir wollen uns verbessern und endlich mal unser Tempospiel durchziehen“, fordert der 47-Jährige. Auch er sehnt die Wende herbei. Und eine gute Ausgangsposition fürs „Rückspiel“.

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