2. Liga

Kirchhof krönt Aufholjagd mit 23:22-Sieg in Freiburg

Zwei Matchwinnerinnen: Deborah Spatz (Mitte), die in Abwehr und Angriff die Kirchhofer Aufholjagd anführte, und Torhüterin Nela Zuzic, die mit einer Quote von über 40 Prozent abgewehrter Bälle glänzte.
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Zwei Matchwinnerinnen: Deborah Spatz (Mitte), die in Abwehr und Angriff die Kirchhofer Aufholjagd anführte, und Torhüterin Nela Zuzic, die mit einer Quote von über 40 Prozent abgewehrter Bälle glänzte.

Dank eines 23:22-Erfolg bei der HSG Freiburg feierte Martin Denk, neuer Cheftrainer der SG 09 Kirchhof, einen gelungenen Einstand beim heimischen Handball-Zweitligisten.

Freiburg - Freiburg, die heimelige Universitätsstadt im Schwarzwald, zählt zu den attraktivsten Metropolen in Deutschland. Für die SG 09 Kirchhof hat sie noch einen zusätzlichen Reiz: als offenbar idealer Standort für neue Cheftrainer des heimischen Handball-Zweitligisten. Ein Jahr, nachdem dort Gernot Weiss mit seiner Mannschaft einen erfolgreichen Einstand gefeiert hatte (24:21), gelang das unter ähnlichen Bedingungen (nämlich nach fünf vorausgegangenen Niederlagen) auch seinem frisch beförderten Nachfolger Martin Denk. „Von mir und auch von der Mannschaft ist eine große Last abgefallen“, freute sich der 35-Jährige neue Coach über den hart erkämpften 23:22 (9:13)-Erfolg bei der HSG Freiburg.

Der Druck, der auf den favorisierten Gästen lastete, schien in der Tat riesengroß. Denn wie ließ sich die Ladehemmung im Kirchhofer Angriff in der ersten Hälfte anders erklären? 6:41 Minuten und sechs Angriffe brauchte die SG zum ersten Tor, mit dem Klara Schlegel auf 1:2 verkürzte. Als Zerin Özcelik mit dem ersten Treffer über außen und Hannah Kamp mit dem ersten erfolgreichen Tempogegenstoß zum 3:3 (9:40) ausgleichen konnten, schien der Knoten in der Offensive der Denk-Schützlinge geplatzt.

Doch der Eindruck trog, die Hoffnung auf der SG-Bank erfüllte sich nicht. Die zweite Welle blieb holprig, im Positionsangriff wurden die (wenigen) klaren Chancen vergeben oder aber Beugels, Schlegel und Co. ließen sich zu überhasteten Abschlüssen aus wenig vielversprechenden Positionen hinreißen. „Wir sind überhaupt nicht in die Tiefe gegangen“, kritisierte der SG-Coach.

Doch da sich die Rivalen mit ihrer allzu durchsichtigen und von Nervösität beeinträchtigten Spielanlage ähnelten, wobei die starke SG-Torfrau Nela Zuzic ihr Team halbwegs im Spiel hielt, blieb die Partie ausgeglichen. Bis zum 7:6 (20.). Dann zog deren Freiburger Kollegin Salome Kuss den Kirchhofer Offensivkräften endgültig den Zahn und der Tabellenvorletzte zur Pause auf 13:9 davon.

Deborah Spatz überragte

Eine große Hypothek, die Martin Denk in einer etwas lauteren Pausenansprache zur „Charaktersache“ erhob. Und seine Spielerinnen reagierten prompt, zeigten den geforderten Charakter. Machten innerhalb von acht Minuten aus dem Halbzeitrückstand durch fünf Tore in Folge von Özcel (2), Schlegel, Spatz und Sabljak (per Siebenmeter) einem 14:13-Vorsprung. Die große Entdeckung dabei: Deborah Spatz aus dem Juniorteam. Mit Kirsten Banfer stellte die 21-Jährige nach dem Wechsel einen Mittelblock der Extraklasse und im Angriff sprang sie effektvoll für die indisponierte Diana Sabljak in die Bresche. „Deborah hat die Mannschaft besonders in der Defensive mitgerissen“, lobte Martin Denk die Rückraumspielerin. Die gab das Lob an ihre Nebenleute weiter: „Mit Kirsten bin ich auf der Mitte eingespielt und die Mannschaft hat mich hervorragend unterstützt.“

Trotzdem. Die Wende nach der erfolgreichen Aufholjagd ließ noch auf sich warten. Freiburg und insbesondere ihr „Angriffsmotor“ Nadine Czok (12/8) waren nicht abzuschütteln. Auch nicht nachdem Spatz und Banfer nach 47 Minuten einen 19:17-Vorsprung herausgeworfen hatten.

So blieb Linkshänderin Schlegel, nach der Pause befalls wesentlich treffsicherer, das Siegtor zum 23:22 vorbehalten. 83 Sekunden vor Schluss, in denen die HSG auch mit einer siebten Feldspielerin das Gäste-Bollwerk nicht mehr knacken konnte. Womit die Kirchhoferinnen den von ihrem neuen Coach gestellten Charaktertest endgültig bestanden hatten.

Kirchhof: Zuzic (12 Paraden/17 Gegentore), Siggaard (42.-55; 3/5); Özcelik 3, Schaffrick 1, Immelnkämper, Evjen, Sauerwald, Sabljak 4/3, Beugels 2, Kampf 1, Schlegel 6, Banfer 1, Spatz 5. SR: Dietz/Biehler. Zeitstrafen: 6:10-Minuten. Siebenmeter: 8/9:3/5.

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