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Kirchhof mit unterhaltsamen Pflichtsieg gegen Königsborn

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Von: Ralf Ohm

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Durchgetankt: SG-Linksaußen Marie Sauerwald (l.) lässt Königsborns Torhüterin Sina Röttger keine Chance und erzielt einen ihrer sechs Treffer.
Durchgetankt: SG-Linksaußen Marie Sauerwald (l.) lässt Königsborns Torhüterin Sina Röttger keine Chance und erzielt einen ihrer sechs Treffer. © Richard Kasiewicz

Pflichtsiege sind selten glanzvoll. Das 30:19 (17:9) der SG 09 Kirchhof gegen den Königsborner SV machte da keine Ausnahme. Trotzdem. Der 13. Saisonsieg des heimischen Handball-Drittligisten, mit dem die Denk-Schützlinge ihre Chance auf die Aufstiegsrunde wahrten, hatte seinen Reiz.

Melsungen - Warum? Weil Kirchhofs Coach tief in die taktische Trickkiste griff und aus der (Personal-) Not (ohne Drei) eine Tugend machte. So musste Kreisläuferin Angela Cappellaro im rechten Rückraum ran, um Greta Kavaliauskaite zu ersetzen. „Sie hat viel Druck gemacht und immer zwei Leute auf sich gezogen“, lobte Christian Denk die Italienerin, die häufig zum Kreis auflöste und so quasi mit Anlauf in ihr eigentliches Terrain vordrang. Und dort nicht mehr zu halten war. „Das liegt mir“, freute sich die 27-Jährige über ihre sieben Tore.

Weil Kirchhofs Deckung ebenso flexibel agierte, ständig zwischen einer 4:2 und einer 6:0-Grundformation wechselte, womit der gegnerische Angriff völlig überfordert war. Zu Beginn, als ein 5:0-Lauf zum 6:2 (8.) frühzeitig für klare Verhältnisse sorgte. Und als den Unnaerinnen nach dem Wechsel zwischen dem 21:12 und dem 27:12 in zehn Minuten nicht ein einziges Tor gelang. Da hatten die Gastgeberinnen ein engmaschiges Abwehrnetz gespannt, in dem sich Königsborn ständig verfing. Die Bälle, die dann noch aufs SG-Tor kamen, pflückte die überragende Alesandra Orowicz wie reife Früchte vom Baum.

Zweite Reihe glänzt

Weil Kirchhofs Fortschritte nach dem Trainerwechsel auch im Positionsangriff erkennbar waren. „Wir haben schneller gespielt und uns mehr Chancen heraus gespielt“, konnte der SG-Coach mit Fug und Recht behaupten. Und nahm beinahe lächelnd in Kauf, „dass wir unsere Chancen nur unzureichend genutzt haben.“ Was zumindest in der ersten Hälfte auch an der starken Torfrau Sina Röttger lag.

Und weil die zweite Reihe näher an die erste gerückt ist. Katharina Koltschenko führte umsichtig Regie. Mit Zug zum Tor und den nötigen Tempowechseln, von denen ihre Nebenleute stets profitierten. Marie Sauerwald etwa, von Anfang an gesucht und gefunden, die sich mit ihren frühen Tore die besondere Anspannung als Pandza-Ersatz von der Seele spielte. „Ich bin hervorragend freigespielt worden“, gab die Linksaußen das Lob an ihre Spielmacherin weiter.

Ihre spektakulärste Aktion endete indes mit einem Pfostenwurf. Nach einem langen Pass von Deborah Spatz vom eigenen Kreis setzt sich die frühzeitig gestartete 19-Jährige im Luftkampf gegen zwei Gegenspielerinnen durch, schüttelte diese im anschließenden Laufduell ab, zog entschlossen ab, um dann zumindest mit einem Sonderapplaus belohnt zu werden. Auch ihr Trainer klatschte, ärgerte sich nicht über die vergebene Chance. Denn dazu war sie viel zu schön. Und passte zu diesem unterhaltsamen Pflichtsieg.

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