2. Bundesliga

Kirchhof wird nach 43:31-Sieg gegen Berlin von begeisterten Publikum gefeiert

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Diana Sabljak

Melsungen. Diana Sabljak überragt mit 16/1-Toren bei Kirchhofs fein herausgespielten 42:31-Erfolg im Aufsteiger-Duell der 2. Handball-Bundesliga gegen die Füchse Berlin.

Es war das „Tor des Tages“. Und es fand ohne Beteiligung der „Spielerin des Tages“ statt. Vissers artistische Einlage zum 23:18 nämlich, als die Kreisläuferin der SG 09 Kirchhof einen langen Ball von Torfrau Küllmer zwischen der Sechs- und Neunmeterlinie des gegnerischen Kreises fischte und mit einer einzigen Bewegung - immer noch in der Luft - im Tor der Füchse Berlin unterbrachte (36.).

Die Melsunger Stadtsporthalle, mit fast 900 Zuschauern so voll wie noch nie bei einem Heimspiel des Handball-Zweitligisten in der laufenden Saison, tobte. Vor Entzücken. Eine Euphorie, die die Denk-Schützlinge bis ins Ziel begleitete. Weil sie den schwer erkämpften Vorsprung bis zum 33:28 (49.) souverän verwalteten, um ihn dann noch auf 43:31 (20:16) auszubauen.

Christian Denk war hingerissen. Von den Ovationen einer beeindruckenden Kulisse. Und von der eigenen Angriffsleistung, „spätestens ab der 25. Minute perfekt.“ Es gab noch eine Steigerung: Diana Sabljak, die traf, wie sie wollte, wohin wie wollte, von wo sie wollte. 16 Mal bei einem Fehlversuch, womit ihr die Torjägerkrone schon einen Spieltag vor Schluss nicht mehr zu nehmen ist. „Irgendwo war immer eine Lücke“, erklärte die Rückraumspielerin. Und brachte damit ihre Nebenleute ins Spiel: „Die haben mich in diesen Lauf gebracht.“ Ob die umsichtig und gleichzeitig torgefährlich dirigierende Regisseurin Danique Boonkamp, die konsequenten Außen Christin Kühlborn, Laura Nolte und Karolina bijan oder die emsige Dionne Visser, die stets mindestens zwei Gegenspielerinnen band.

Tränen von Laura Nolte

Trotzdem galt es zunächst gegen die kompakte Berliner 6:0-Deckung dicke Bretter zu bohren, ehe daraus ein Kunstwerk entstand. Bis zum 14:14 (24.) war die Partie völlig ausgeglichen. Auch weil die Gastgeberinnen ihr taktisches Konzept an der überragenden Berliner Torjägerin Anna Blödorn ausgerichtet hatten - und die überraschenderweise nicht auflief. Das verunsicherte, für Momente, die SG und machte die Füchse dank der Treffsicherheit des Rückraumduos Magg/Trumpf schwerer ausrechenbar. Die wiederum hatten sich so leidlich auf Kirchhofs Positionsangriff mit zwei Kreisläuferinnen eingestellt.

Als jedoch mit der Einwechslung von Franziska Ringleb eine davon durch die Linkshänderin ersetzt wurde, war‘s um Gäste-Abwehr geschehen. „Sie hat den Knoten gelöst“, lobte der SG-Coach die Rückraumspielerin, die mit ihren drei Toren großen Anteil an der 20:16-Halbzeitführung hatte. Ebenso eine Tempoverschärfung mit zwei verwandelten Tempogegenstößen durch Diana Sabljak und Laura Nolte.

„Wir wissen mittlerweile, dass wir immer zurück kommen können“, beschrieb die Rechtsaußen den nachhaltigen Reifeprozess einer Mannschaft, die sie nach dem Saisonabschluss bei der SG Herrenberg verlassen wird. Mit viel Wehmut, wie ihre Tränen schon vor dem Lebewohl vom heimischen Publikum unterstrichen. Das wusste auch diesen Augenblick, mit ganz vielen lieb gemeinten Abschiedsfotos, zu würdigen.

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