3. Liga:

Krüger, Berk und die Finte ins Glück: SV Germania Fritzlar startet mit Sieg über Hannover

Großartige Vorstellung: Hannah Berk glänzte mit neun Toren für Germania Fritzlar.
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Großartige Vorstellung: Hannah Berk glänzte mit neun Toren für Germania Fritzlar.

Der Anfang ist gemacht: Die Drittliga-Handballerinnen des SV Germania Fritzlar besiegten zum Auftakt den Hannoverschen SC mit 24:23 (15:11). Und freuen sich nun auf das Derby am kommenden Sonntag bei der SG 09 Kirchhof.

Fritzlar – Es war die letzte Chance. Keine 20 Sekunden mehr zu spielen. Nur noch zwei Pässe, dann musste der Wurf kommen. Auserkoren schien Lisa-Marie Merck. Der Neuzugang, der das Spiel des SV Germania Fritzlar spürbar verbessert. Doch Trainer-Fuchs Lucky Cojocar hatte eine Finte angeordnet. Also passte Luisa Krüger nicht auf Merck, sondern auf Hannah Berk. Und deren Versuch über den Block wurde zum Volltreffer, der den 24:23-Sieg zum Auftakt der 3. Liga über den Hannoverschen SC sicherte.

Glücksgefühle nach dem Siegtreffer

„Ich war schon nervös und hatte viel Druck. Aber als der Ball dann reinging, war es ein mega Gefühl für uns alle“, sagte die spielentscheidende Linkshänderin, die die Mentalität ihrer Mannschaft herausstellte. Das hohe Tempo, das die Gastgeberinnen gingen und nie einen Zweifel am so wichtigen ersten Heimsieg nach 18 Monaten Zwangspause aufkommen ließen.

„Wir waren dominant. Der Positionsangriff hat schon gut geklappt“, lobte SVG-Coach Cojocar, der zunächst Luisa Krüger auf die Spielmacher-Position beorderte und später Xenia Ahrend, als deren Dienste am Kreis gefragt waren. Lena Dietrich, Ahrend und Berk sorgten für eine schnelle 3:1-Führung (4.). Dazwischen parierte Lea Gürbig einen Siebenmeter von Michelle Schäfer (3.).

Fehler schlichen sich ein

Doch nach und nach schlichen sich Fehler ein. Da bekamen die Domstädterinnen vor allem Kreisläuferin Ronja Ridder nicht in den Griff. Leisteten sich Stockfehler. Lagen prompt mit 5:7 hinten (11.). Und hatten Glück, dass die überragende Berk nicht verletzt wurde. Denn die Rechtsaußen wurde beim Wurf in der Luft von Lola Luzie Heublein getroffen. Für die Linkshänderin ging es weiter, die Hannoveranerin musste mit der Roten Karte von der Platte (17.).

Nach 21 Minuten griff Cojocar erstmals ein. Nahm Torfrau Gürbig runter, um dem Team mit der Einwechslung von Paula Küllmer „andere Impulse zu geben.“ Die Option, durch Küllmers Harpunen den Gegenstoß einzuleiten. Was federführend durch Berk und Dietrich gelang. So schien ein 4:0-Lauf zum 14:10 (30.) eine Vorentscheidung.

Germania zehn Minuten ohne Treffer

Doch nach Berks Tor zum 16:12 (32.) wollte Fritzlar plötzlich nichts mehr gelingen. Da kassierten Melina Hahn und Lisa-Marie Merck Zeitstrafen, da verwarf Maria Kiwa einen Siebenmeter und da fiel in zehn Minuten kein Tor. „Wir haben das Spiel unnötig aus der Hand gegeben“, ärgerte sich Cojocar.

Doch dann packte besonders Krüger in der Deckung beherzter zu, schlossen die Gastgeberinnen wieder entschlossen ab, ohne jedoch die wackeren Gäste abhängen zu können. Über 19:15 (45., Krüger), 20:17 (50., Berk) und 23:21 (55., Berk) schmolz der Vorsprung Stück für Stück. Bis er beim 23:23 durch Schäfer (58.) ganz aufgebraucht war. Und guter Rat teuer. Doch die Germania hatte noch eine Finte in petto. Und eine 17-Jährige, die eindrucksvoll vorangeht: Hannah Berk. (Sebastian Schmidt)

Das Schema:

Fritzlar: Gürbig (4 P./9 GT), Küllmer (13/14) - Dietrich 3, Holeczy, Reimbold, Ahrend 3, Puntschuh, Berk 9, Kauffeld, Kiwa, Hahn 2, Krüger 6/3, Merck 1.

Hannover: Rotzoll, Schiwik - Biester 2, Leston 4, Rombach 2/1, Seidler 2, Schäfer 5, Heitmann, Ridder 4, Männich 2, Körner 1, Heublein 1, Bode, Abel, Piontek.

SR: Mühlenberg/Weist. Z: 120.

Siebenmeter: 3/4:1/2.

Zeitstrafen: 4:6 Minuten.

Rote Karte: Heublein (17., Foulspiel).

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