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Luis André will ins Kugelstoß-Finale

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Von: Sebastian Reichert

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Vor seinem EM-Debüt: Melsungens Kugelstoßer Luis Andre.
Vor seinem EM-Debüt: Melsungens Kugelstoßer Luis Andre. © Lothar Schattner

Nur etwa ein Dutzend Leichtathleten aus Nordhessen schafften es in den vergangenen 15 Jahren, sich für eine Junioren-Europameisterschaft oder Weltmeisterschaft zu qualifizieren. Einer davon: Luis André aus Melsungen. Der 17-jährige MT-Athlet nimmt bei der U18-Europameisterschaft in Jerusalem (4. bis 7. Juli) im Kugelstoßen teil - und will dort ins Finale kommen.

Melsungen - Dass Luis André die EM-Norm (18,50 Meter) mit der Fünf-Kilo-Kugel geschafft hat und nun in Israel auch Final-Chancen hat, ist nicht selbstverständlich. Um international in ein paar Jahren noch Medaillenchancen haben zu können, lernte der Nordhesse vor einem Jahr von der Angleit- auf die Drehstoßtechnik um. Eine komplizierte, schwierige und manchmal auch langwierige Sache.

Dessen ist sich auch Frauen-Nachwuchsbundestrainer Sperling bewusst - seit einem Jahr der Heimtrainer von Luis André, der sich trotz der neuen Technik innerhalb eines Jahres um fast zwei Meter verbesserte. „Luis stößt schon relativ stabil aus dem Drehen, aber natürlich noch nicht wie ein Uhrwerk“, sagt Christian Sperling, der den Melsunger in Chemnitz trainiert.

Dort besucht Luis André seit einem Jahr das Sportgymnasium. Sperling stellt den Trainingsplan auf, doch ab und zu trainiert sein neuer Schützling auch noch - meist am Wochenende - bei Alwin Wagner in Melsungen. So einen Tag vor dem Abflug nach Israel im Kraftraum des Olympia-Sechsten von Los Angeles. In seine Trainingsgruppe war Luis André 2016 gekommen. Der 71-Jährige unterstützt und berät den Jugendlichen auch weiterhin. Bei der EM wird dieser von Männer-Nachwuchsbundestrainer Gerald Bergmann betreut.

Der 1,99-Meter-Athlet greift am zweiten EM-Tag d.h. am heutigen Dienstag um 10.30 Uhr mit der Qualifikation ein (Livestream/jerusalem2022.org.il). Der zwölffache Hessenmeister muss in dem 23er Teilnehmerfeld wohl in den Bereich seiner am 22. Mai aufgestellten Bestweite von 18,76 Meter stoßen, will er das Finale erreichen. Das findet dann am morgigen Mittwoch ab 9.05 Uhr im Givat-Ram-Stadion statt.

In Chemnitz simulierte Christian Sperling mit Luis André vergangene Woche noch die EM-Qualifikation - erfolgreich. Mit drei Stößen schaffte der Bundeskader-Athlet die festgelegte Weite und löste das fiktive Final-Ticket. Zuletzt hatte der Bartenwetzer ein wenig Probleme mit der Patellasehne. „Aber das ist nichts, was einen Erfolg bei der EM verhindern könnte“, sagt der Diplomsportlehrer. Hauptsächlich hat er Luis André eines mitgegeben: „Hab‘einfach Spaß!“

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