3. Liga: Kirchhof verwaltet beim 27:21 klaren Pausenvorsprung statt ihn auszubauen

Marieke Blase wieder „da“

Energisch und durchsetzungsstark: die Kirchhoferin Marieke Blase (r.), die sich hier gegen Elena Reuschel (Bad Salzuflen) durchsetzt und insgesamt acht Treffer erzielte. Foto: Hahn

melsungen. Erfolge von Favoriten sind, wenn sie noch dazu in einen Arbeitssieg münden, selten reizvoll. Schließlich entsprechen sie den Erwartungen der Fans, sind nicht mehr (und nicht weniger) als eine Bestätigung der vorausgesagten Kräfteverhältnisse. Das 27:11 (16:10) der SG 09 Kirchhof gegen Handball Bad Salzuflen war so einer. „Ein fader Sieg“, wie Mareike Blase, Rückraumspielerin des heimischen Drittligisten, gestand. „Fade“, weil ihre Mannschaft nach vielversprechenden Start (7:2 nach elf Minuten) die Konzentration nicht hoch halten konnte und nach dem Wechsel ihren Halbzeitvorsprung mehr schlecht als recht verwaltete.

Und trotzdem hatte der 16. Erfolg im 18. Saisonspiel seinen Wert. Zum einen machte Kirchhof damit einen weiteren Schritt Richtung Wiederaufstieg, zum anderen meldete sich die Thüringerin effektvoll zurück. „Marieke war wieder da“, lobte Trainer Markus Berchten seinen torgefährlichen Schützling, der in den letzten Spielen etwas untergetaucht war.

Nun aber erfolgreich in die Bresche sprang, als Rückraumkollegin Cristian Mihai nach 24 Minuten verletzt ausschied und danach „aus Sicherheitsgründen“ (Berchten) geschont wurde. „Da musste ich Verantwortung übernehmen“, wusste die Torjägerin. Und richtete sich danach, stieß entschlossen in die Lücken der 5:1-Deckung oder führte die höchst wirkungsvolle zweite Welle des Spitzenreiters an.

Das reichte, um den Halbzeitvorsprung, der einen Kantersieg erhoffen ließ, zu verwalten. Mehr nicht, weil Marieke Blase im Laufe des Spiels zum einzigen Aktivposten im SG-Angriff mutierte, ihre Nebenleute klarste Chancen vergaben oder sich im Abwehrnetz des Tabellensiebten verfingen. „Wir haben viel zu viele Fehler gemacht“, monierte Markus Berchten, dessen zweiter Anzug ebenfalls zu wünschen übrig ließ.

Trotzdem schien Julia Diehl in der 42 Minute mit ihrem verwandelten Siebenmeter zum 22:14 die Vorentscheidung erzielt zu haben. Denkste! Plötzlich steigerte sich die eingewechselte Torfrau Angelique Schwarz, plötzlich riss Spielmacherin Kathrin Hill mit ihren Tempowechseln Lücken in die bis dahin so sichere Gastgeber--Abwehr, die Jenny Anton und Nina Jacobkersting zu nutzen wussten. Und plötzlich war der Außenseiter dran: 25:21 (55.). „Wir haben Kirchhof ein bisschen geärgert“, frohlockte Trainerin Andrea Leiding.

Mehr aber auch nicht. Rechtzeitig rührte die SG-Defensive wieder Beton an und vorne machten Christin Kühlborn und Julia Diehl alles klar. Trotzdem war der SG-Coach bedient: „Wir haben toll begonnen, dann aber unser Spiel nicht durchgezogen.“ Für einen Favoritensieg gegen Bad Salzuflen genug, für die angestrebte 2. Liga zu wenig.

Von Ralf Ohm

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