3. Liga

Mehr Selbstvertrauen und weniger Druck für Aufsteiger Gensungen im Derby

Heinrich Wachs
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Heinrich Wachs

Das Warten hat ein Ende. Nach sieben Jahren und 274 Tagen ist das Drittliga-Derby zwischen der ESG Gensungen/Felsberg und Eintracht Baunatal zurück.

Gensungen/Baunatal - Auf traditionsreicher Bühne (Sa. 19.30 Uhr Kreissporthalle Gensungen), aber aufgrund der Corona-Pandemie und entsprechender Verfügung des Kreisgesundheitsamtes (wir berichteten) ohne Zuschauer. Denen bleibt nur die Übertragung des Spiels im Internet (auf den Plattformen sportdeutschland.tv, handball-deutschland.tv sowie dhb.de/livestream).

Bisherige Duelle

Von 2009 bis 2013 standen sich Gensungen und Baunatal in der Regionalliga Südwest (2009/2010) bzw. 3. Liga Ost acht Mal gegenüber. Dabei gab es zwei Gensunger Siege und vier Baunataler Erfolge. Der letzte, am 20. Januar 2013, mit besonderen Folgen. Drei Tage nach der 18:28-Niederlage der Edertaler vor eigenem Publikum trat Dragos Negovan als Trainer zurück. Seine Mannschaft stieg am Ende der Saison trotzdem ab. Damit war die Wachablösung vollzogen, die sich tendenziell schon vorher angedeutet hatte (seit der Saison 2011/12 war die Eintracht in der Abschlusstabelle vor Gensungen).

Ausgangsposition

Beide Teams gehen gestärkt in das Derby“, sagt ESG-Trainer Kauffeld. Aus gutem Grund. Sein Team landete am letzten Spiel bei der Lemgoer Bundesliga-Reserve den ersten Saisonsieg. Die Folge laut Kreisläufer Christoph Koch: „Dadurch können wir mit mehr Selbstvertrauen und weniger Druck ins Nachbarduell gehen.“

Baunatal reist als Tabellenführer mit 6:0-Punkten und entsprechend breiter Brust an. Und nimmt die Favoritenrolle an. „Die nackten Zahlen sprechen für uns“, erklärt Trainer Weinrich und meint damit auch die fast zehnjährige Drittliga-Erfahrung seines Teams, das auf eine eingespielte Stammsieben mit, wie‘s scheint, spielstarken Ergänzungen (etwa die Neuzugänge L. Reinhardt, Kleinscmidt und Hempel), zurückgreifen kann.

Bei beiden Teams bahnt sich Bestbesetzung an. Bei Gensungen/Felsberg ist nur der Einsatz von Benedikt Hütt (Adduktoren) fraglich, Baunatal bangt noch um den angeschlagenen Marvin Heidig.

Taktik

Für Eintracht Spielmacher Gabriel liegt der „Schlüssel zum Sieg“ in der Abwehr. Dabei bevorzugen beide eine 6:0-Deckung. Allerdings unterschiedlich interpretiert: die Gastgeber positionsbezogen, also etwas defensiver, die Gäste personenbezogen mit höchst offensiven „Halben“ (Gabriel, Vogel).

„Den dadurch entstehenden Raum müssen wir nutzen, um in die Schnittstellen der Abwehr zu stoßen“, lautet die Marschroute von Arnd Kauffeld, wozu sein Rückraumstratege Vince Schmidt empfiehlt, „unser Angriffsspiel möglichst breit zu machen.“ Um so auch Heinrich Wachs, der als Rückraumspieler wahrscheinlich wieder auf Linksaußen ran muss, einzubinden. Den Oberliga-Torschützenkönig der Saison 2018/2019 hat Dennis Weinrich durchaus auf der Rechnung: „Der ist brandgefährlich, weil er mega in die Tiefe geht.“

Gensungens Koch hält es für wegweisend, die Baunataler „Hauptakteure“ Marvin Gabriel und Phil Räbiger („Die dürfen auf keinem Fall ins Laufen kommen“) an die Kette zu legen. Der 29-Jährige muss es wissen, schließlich ist er mit beiden zusammen 2014 in die 2. Liga aufgestiegen.

Perspektive

Ein Sieg im Derby tut den Rivalen natürlich besonders gut, auch wenn dieser wie jeder andere Erfolg ebenfalls „nur“ mit zwei Punkten belohnt wird. In diesem Fall könnte Gensungen bereits frühzeitig die Weichen auf den angepeilten Klassenerhalt in der 3. Liga stellen, während Baunatal seine Tabellenführung plus weiße Weste verteidigen würde.

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