Handball-Oberliga:

Melina Horn startet Trainer-Karriere nach erfolgreicher Karriere beim SV Germania Fritzlar

Kraftvoll abgezogen: Als torgefährliche Rückraumspielerin, hier gegen Leipzigs Nele Reimer (r.) war Melina Horn in der 3. Liga gefürchtet.
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Kraftvoll abgezogen: Als torgefährliche Rückraumspielerin, hier gegen Leipzigs Nele Reimer (r.) war Melina Horn in der 3. Liga gefürchtet.

Das Ende ist ein neuer Anfang: Nachdem Melina Horn vor knapp einem Jahr ihre Handball-Karriere bei Drittligist SV Germania Fritzlar aufgrund eines Knorpelschadens beenden musste, übernimmt sie nun das Traineramt bei Oberliga-Aufsteiger Fritzlar II.

Fritzlar - Eng verbunden weiterhin mit der ersten Mannschaft, denn unter Chefcoach Lucky Cojocar war sie bereits Co-Trainerin und soll mit ihm die Durchlässigkeit der Kader (auch der neuen A-Jugend) optimieren.

Die Spielerin

Horns Ära in Fritzlar, die 2011 begann, geht also weiter. Zuvor war die gebürtige Kirchhoferin für die anderen Frauenhandball-Hochburgen in Nordhessen aktiv. Bis 2006 bei der SG 09 Kirchhof, dann bei der HSG Bad Wildungen. Nach der Zeit im Handball-Internat der Kurstädterinnen feierte die talentierte Linkshänderin mit den Vipers die Aufstiege in die Regionalliga (2007) und 2. Liga (2009).

In ihrer einzigen Zweitliga-Saison gewährten ihr die Trainer Gernot Weiss und Sören Jeppesen als Ergänzung zu Cristina Mihai regelmäßig Spielzeit im rechten Rückraum. Trotzdem entschied sich die 1,77 Meter große Akteurin wegen des hohen Aufwands für eine Rückkehr nach Kirchhof. „Dort endete eine schwache Saison aber fast mit dem Abstieg“, erinnert sich die Grafikdesignerin.

Es folgte der Wechsel zu Drittliga-Konkurrent Fritzlar. In der Domstadt fand Horn ihr sportliches Glück. Die Rückraumspezialistin, die konstant mit präzisen Abschlüssen und Kreisanspielen glänzte, entwickelte sich unter Trainerin Susanne Bachmann auch zu einer guten Abwehrspielerin. Häufig bildete sie gemeinsam mit Esther Meyfarth (heute Lieber), mit der sie sich ebenso wie mit Vilte Duknauskaite (heute Weinrich) und Lorena Lorenz bestens verstand, einen eingespielten Mittelblock der Extraklasse. In der Offensive galt die Bad Emstalerin als Garantin für die Erfolge der Germania, die in den vergangenen acht Spielzeiten zu den Top-Fünf der 3. Liga gehörte.

Auf die Torjägerin war Verlass – egal ob beim „coolsten Spiel ihrer Karriere“, dem 27:26-Derbyerfolg gegen Kirchhof im März 2017, oder in der Drittliga-Meistersaison 2016. Trotz des verweigerten Aufstiegs blieb Horn dem Team treu, weil sie mit Freundinnen wie Hannah Puntschuh, Janina Dreyer, Bibiana Huck und Vanessa Maier zusammen spielen wollte. „Das war für mich wertvoller als ein Wechsel. Ich bin zufrieden, so wie es gelaufen ist“, betont sie.

Die Trainerin

Ihre Erfahrungen will sie nun als Trainerin an das entwicklungsfähige Oberliga-Team, das noch Probleme mit den schnelleren und härteren Eins-gegen-Eins-Duellen hat, weitergeben. Talente wie die Rückraumspielerinnen Chantal Reimbold und Paula Bachmann sollen an die erste Mannschaft herangeführt werden. Seit Anfang Mai ist Horn aber zunächst damit beschäftigt, die Spielerinnen wieder an die Belastungen des Handballs zu gewöhnen.

Erst in der Vorbereitung im August wird die Detailarbeit aufgenommen. Dabei will sie sich an den Trainerphilosophien ihrer rumänischen Lehrmeister Gernot Weiss und Lucky Cojocar orientieren. Vor allem bei ihrem aktuellen Chef-Coach imponiert ihr die Teamführung über alle Maße.

Doch auch ihre eigenen Vorstellungen, wie die Germania-Reserve weiter verbessert werden soll, sind ausgeprägt. Die Abwehr, die trotz des souveränen Aufstiegs häufig unsicher agierte, will die Trainer-Novizin stabilisieren. „Wenn wir die Deckung aggressiver gestalten, werden wir mehr Ballgewinne provozieren und unser Tempo im Gegenstoß vermehrt nutzen können“, erläutert die Nachfolgerin von Gunnar Kliesch. Dürfte machbar sein für die 32-Jährige, die jahrelang Teil des bestens Mittelblocks der 3. Liga war.

Von Fabian Seck

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