Final-Four der B-Jugend

Melsungen/Körle/Guxhagen sucht gemeinsam Trost nach unglücklicher Halbfinal-Niederlage

Klar mussten sie getröstet werden, die B-Jugendlichen der mJSG Melsungen/Körle/Guxhagen. Hatten sie doch gerade in einem hinreißendem Kampf das Finale um die Deutsche Meisterschaft verspielt. Mit 29:30 (12:12) dem Favoriten Rhein-Neckar Löwen den Vortritt lassen müssen.

Dormagen - Mit dem Schlusspfiff wich die ungeheure Anspannung der Trauer, den Tränen. Doch auch durch dieses Tal gingen die Jungs gemeinsam, sammelten sich erst an der eigenen Auswechselbank, um danach den eigenen Fans, die komplett mitgereiste A-Jugend der mJSG, für ihren lautstarke Unterstützung zu danken.

„Klar sind wir enttäuscht, aber auf niemanden böse. Da müssen wir zusammen durch“, beschrieb Julian Engler den kollektiven Gemütszustand. Nach einem wahren Krimi, der in der letzten Minute seinen dramatischen Höhepunkt erreicht hatte. Da hatte Florian Drosten gerade auf 29:28 verkürzt - und der Gegner war in Unterzahl sowie am Rande des Zeitspiels. Doch bei einem Freiwurf bewegte sich Thorge Lutze zu früh aus der Mauer und die Schiedsrichter kannten kein Erbarmen: Siebenmeter und Rote Karte für den Rückraumspieler. Diese Chance ließ sich der überragende David Moré nicht entgehen, die beiden letzten Treffer zum Endstand waren nur noch Ergebniskosmetik.

Doch auch mit dieser unglücklichen Entscheidung hielten sich die Nordhessen nicht lange auf. Mehr schon mit einem 9:5-Vorsprung nach 12 Minuten, „den wir“, so Spielmacher Manuel Hörr, „viel zu schnell hergegeben haben.“ Bis dahin hatten sie die offensive Deckung des Gegners nach allen Regeln der Kunst auseinander genommen. „Da haben wir alles rein gehauen“, erklärte Linksaußen Drosten. Ein Spielzug schöner als der andere, die zweite Welle unwiderstehlich, Englers Tänzchen durchs gegnerische Abwehrgeflecht schon fast eine Provokation und Hörrs Schlagwürfe eine Augenweide.

„Eine richtig starke Phase“, befand Trainer Sviridenko. Die aber nicht anhielt: „Danach haben wir etwas die Linie verloren.“ Auch weil sich die Löwen fingen, nachdem Trainer Tobias Schulte die eigene Deckung justiert hatte, ohne das 5:1-System zu ändern. Das danach aber, auch im Zusammenspiel mit dem eingewechselten Torwart Sebastian Wenning, viel besser funktionierte.

Thorge Lutze im Pech

„Ein Bruch in unserem Spiel“ (Torwart Lennart Claus), den die mJSGler jedoch schnell kitteten. Auch nach dem Wechsel laut Co-Trainer Max Pregler „den schöneren, weil kollektiven Handball spielten“, aber Rechtsaußen Moré und Rückraumspieler Göttler - zwei von sechs Nationalspielern der Mannheimer - nicht mehr in den Griff bekamen.

Melsungens einziger Auswahlspieler, Thorge Lutze, war dagegen untröstlich. „Ich habe nie ins Spiel gefunden“, klagte der in den vorausgegangenen Partien überragende Rückraumstratege. Ihn ärgerten besonders drei Fehlwürfe vor der Pause, wozu sich zwei frühe Zeitstrafen gesellten. Also brachte Georgi Sviridenko den lange verletzten Luca Pickenhahn, der sich nicht lumpen ließ und sein Team mit zwei Toren zum 16:15 im Spiel hielt.

Umso größer war Lutzes Ehrgeiz bei seiner Rückkehr auf Felds in der Schlussphase. Ein vermeintlicher Joker, der zum tragischen Held wurde, sich aber nicht lange grämen musste. „Das war einfach Pech“, meinte Julian Engler. Und hatte die Frustbewältigung bereits der Fokussierung aufs Spiel um den dritten Platz untergeordnet: ,Da wollen wir jubeln.“ Natürlich gemeinsam. Allerdings: das misslang.

Nimmt es hier auch mit zwei Gegenspielern auf: Julian Engler (Mitte), der David Moré (links) und Felix Göttler (bede RNL) versetzt.

Rubriklistenbild: © Heinz Hartung

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