Die Zwillinge Sebastian und Johannes wollen es bis in die Bundesliga schaffen

Es müllert in Wiera

Wollen hoch hinaus: Beim TSV Wiera fing alles an für die Zwillingsbrüder Johannes (links) und Sebastian Müller. Bislang spielten die 14-Jährigen immer für denselben Verein. Foto: Kasiewicz

Wiera. Es gibt junge Fußballtalente, die beginnen ihre Sätze mit: „Es wäre schön, mal in der Bundesliga zu landen.“ Und dann gibt es Sebastian Müller. Der 14-Jährige aus Wiera sagt: „Ich will Fußballprofi werden.“

Zuletzt sorgte der Schüler vom Schwalmgymnasium Treysa für Aufsehen, als er für den Lehrgang der U15-Nationalmannschaft nominiert wurde. 60 Toptalente waren aus ganz Deutschland darunter - und Müller der einzige, der keinem professionellen Jugendinternat angehört. RB Leipzig und Hoffenheim waren beim viertägigen Lehrgang in Stuttgart stark vertreten. Danach reichte es für den Blondschopf aber noch nicht zu einer Länderspiel-Nominierung.

Derzeit spielt der Rechtsaußen für die TSG Wieseck. Gemeinsam mit Zwillingsbruder Johannes. Der eine Minute ältere Bruder durchlief ebenfalls alle Kreis-, Regional- und Hessenauswahl-Mannschaften. Er spielt in der Innenverteidigung. Zum Lehrgang wurde er noch nicht eingeladen, trotzdem wollen die beiden weiterhin in einer Mannschaft spielen.

Noch kein Jugendinternat

Steht für die C-Jugendlichen also demnächst der Wechsel auf ein Jugendinternat an? Da zeigt Mutter Elvira Müller Fußballerqualitäten und grätscht erstmal dazwischen: „Dazu können wir noch nichts sagen.“ Etwas sagt sie dann aber doch: „Mich haben schon zwei, drei Spielerberater kontakiert. Die brauchen wir aber noch nicht.“ Trotzdem ist der Weg wohl vorgezeichnet.

Angefangen hat alles beim TSV Wiera bei den Bambinis. Vom mittlerweile verstorbenen Fußballtrainer Volker Becker wurden die Jungs entdeckt und gefördert. „Ohne ihn wären wir wohl nicht da, wo wir jetzt sind“, sagt Johannes. Noch heute gehen die heimatverbundenen Neuntklässler (Lieblingsfach: Sport, Hassfach: Physik) zu jedem Heimspiel vom TSV Wiera. Dort spielten sie selbst nicht so lange, sondern wechselten in der E-Jugend zum 1. FC Schwalmstadt, in der D-Jugend zum JVF Alsfeld/Bechtelsberg, bevor Hessenligist Wieseck bei den Jungs anklopfte.

„Wir mussten uns zwischen Baunatal und Wieseck entscheiden. Die kürzere Fahrt zum Training hat den Ausschlag gegeben“, sagt Sebastian. Übrigens: Der KSV Hessen Kassel hat sich nie bei den Hessenauswahlspielern gemeldet. Für die fast tägliche Fahrt, die 45 Minuten dauert, ist Mutter Elvira zuständig, aber nicht nur für das. Sie kümmert sich auch um die Trikots und sorgt immer für eiweißhaltige Ernährung. Es geht also schon ziemlich professionell zu im Hause Müller.

Vidal und Boateng

Neben dem Fußball streben die beiden Bayern-Fans (Lieblingsspieler: Vidal und Boateng) das Abitur an, einen Berufswunsch abseits vom Fußballprofi gibt es aber noch nicht. In der Freizeit steht bei den Schwälmern ebenfalls der Fußball im Mittelpunkt. Entweder auf dem nahen Sportplatz oder auf der X-Box. Das Sky-Abo ist in dieser Fußballer-Familie schon obligatorisch. Und vielleicht kann Elvira Mütter ihre beiden Söhne in ein paar Jahren ja auch im heimischen Wohnzimmer auf dem Bildschirm sehen.

Von Daniel Schneider

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