Cojocar hat noch viel zu tun

Neue Ära, aber gedämpfte Erwartungen beim SV Germania Fritzlar

Eine Option für den SVG-Rückraum: Chantal Reimbold, die vom Oberliga-Team in den Drittliga-Kader aufgerückt ist.
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Eine Option für den SVG-Rückraum: Chantal Reimbold, die vom Oberliga-Team in den Drittliga-Kader aufgerückt ist.

Geduld ist gefragt. Die Erwartungshaltung beim Meister von 2016 und 2020 niedriger, was nicht zuletzt dem dürftigen Auftritt beim Domstadt-Cup geschuldet ist. Eine Aufbausaison steht den Handballerinnen des SV Germania Fritzlar bevor.

Fritzlar – „Einfach ist etwas anderes“, macht denn SVG-Coach Lucky Cojocar aus seinem Herzen keine Mördergrube. Schiebt jedoch hinterher: „Wir wollen unter die ersten Sechs. Das ist das Minimum, was wir erreichen wollen.“ Der sechste Platz in der Zwölfer-Staffel wäre gleichbedeutend mit dem Klassenerhalt. Ab dem siebten Rang geht es in die Play-Downs.

Fritzlars 2020 eingeläuterter Umbruch fiel ungeplant heftiger aus, weil nach dem Karriereende von Kapitänin und Abwehrchefin Janina Dreyer auch noch die Rückraumkräfte Alena Breiding (Pause) und Anamaria Puda (Studium im Ausland) gingen. Wertvoll für das stark verjüngte Team wäre die Erfahrung von Kreisläuferin Hannah Puntschuh, die jedoch ihren Status von „immer verfügbar“ auf „Stand by“ gesetzt hat.

Zwei 16-Jährige bereits fest im 12er-Kader

Einen externen Neuzugang gibt es noch nicht. Jedoch ist Cojocar guter Dinge, dass zum Saisonstart Verstärkung für den Rückraum verpflichtet wird. Hochgezogen wurden die flexible Rückraumspielerin Chantal Reimbold und Laura Israel aus der zweiten Mannschaft. Kreisläuferin Israel fällt wegen eines Schlüsselbeinbruchs allerdings wochenlang aus. „Wir hatten in der Vorbereitung nicht ein Mal alle zwölf Spielerinnen zur Verfügung“, hadert Cojocar. Und zählt zu den zwölf Spielerinnen mit Melina Hahn und Paulina Kauffeld zwei 16-Jährige fix dazu, die aus der eigenen Jugend aufgerückt sind.

Zwei Hoffnungsträgerinnen, die für eine neue Ära stehen, die somit eingeläutet ist. Ein Fixpunkt hier: Hannah Berk. Die pfeilschnelle Linkshänderin, die dank ihrer Sprungkraft neben Rechtsaußen auch im Rückraum wirken kann. „Auch wenn Hannah erst 17 ist, betrachte ich sie schon als Leistungsträgerin“, lobt Cojocar. Denn auf Berk kommt in der Deckung um Maria Kiwa im neuen 5:1- oder 3:2:1-System eine (vorgezogene) Schlüsselrolle zu.

Torfrau Gürbig neue Kapitänin

Vorerst vorbei – auch mangels Körpergröße – sind die Zeiten der 6:0-Deckung. „Wir wollen die offensive Abwehr forcieren. Am Fritzlarer Stil, Spiele über den Kampf zu gewinnen, soll sich nichts ändern“, erklärt Cojocar. Und baut dabei auf ein stabiles Duo zwischen den Pfosten. Auf Paula Küllmer, die 2020 aus Kirchhof kam und mit ihren „Harpunen“ perfekt Gegenstöße einleiten kann, und Lea Gürbig. Die Torfrau, seit 2015 im Verein und seit 2016 Teil der ersten Mannschaft, wurde vom Coach sogar zur neuen Kapitänin bestimmt. „Lea ist ein Ruhepol. Sie kennt unsere Strukturen, ihr Wort hat Gewicht“, lobt Cojocar die 26-Jährige.

Und hat daher auf seine Eckpunkte in der Vorbereitung erst gar nicht seine beiden Torfrauen gesetzt. Vielmehr geht es ihm um „ein besseres Entscheidungsverhalten“. Um mehr Struktur bei den Auslösehandlungen. Mit Luisa Krüger als Spielmacherin, bislang hauptsächlich am Kreis aktiv, fehlt derzeit gesundheitlich angeschlagen eine federführende Kraft – auch erst 19 Jahre jung.

Womit klar ist, dass sie es in der Domstadt nur als Mannschaft wuppen können. „Wir wissen, dass wir noch zwei, drei Schippen drauflegen müssen. Aber durch Kampfgeist und Teamgeist können wir es schaffen“, erklärt Lena Dietrich, die mit 26 Jahren fortan die Älteste bei der verjüngten Germania ist. (Sebastian Schmidt)

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