Handball:

Neuer Modus, neue Reize: Oberliga und Landesliga sollen Ende Oktober wieder starten

Dürfen bald wieder spielen: Fritzlars Theresa Werner (l.) und Böddigers Anne Kühlborn.
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Dürfen bald wieder spielen: Fritzlars Theresa Werner (l.) und Böddigers Anne Kühlborn.

Hoffnung für Hessens Handballer: Am letzten Oktober-Wochenende soll es in den heimischen Hallen wieder rundgehen. In Abstimmung mit den Vereinen hat der Hessische Handball-Verband (HHV) über den „Arbeitskreis Spieltechnik“ ein Konzept erarbeitet, wie es weitergehen kann.

Schwalm-Eder – Der späte Zeitpunkt des Saisonstarts sorgte bei den Vereinsvertretern der Ober- und Landesligisten zunächst für Verwunderung. Die Gründe liegen jedoch auf der Hand. Die meisten Klubs dürfen seit sieben Monaten kein Mannschaftstraining anbieten. „Wir müssen präventiv viel machen, um Verletzungen zu vermeiden. Ansonsten ist es zu gefährlich, weil viele wie wir nur Stabi-Übungen und Läufe machen durften“, sagt Böddigers Trainerin Rocsana Negovan.

Viele Klubs haben seit dem 7. oder 8. März 2020 kein Pflichtspiel bestritten. Das ist schon fast 15 Monate her. Seinerzeit gewann Oberligist MT Melsungen II mit 36:31 gegen den TuS Dotzheim, entschied die SG 09 Kirchhof II das Derby beim TSV Eintracht Böddiger mit 25:22 für sich und verpasste eine Klasse tiefer der TSV Wollrode in seinem ersten Landesliga-Spiel bei den Männern beim 21:21 in Baunatal einen Coup.

Seit 15 Monaten für Viele kein Pflichtspiel

Um flexibler zu sein und den Vereinen zunächst weite Fahrten zu ersparen, würden die Klassenleiter Kathrin Goetzki (Frauen) und Manfred Leber (Männer) die Ligen nach regionalen Gesichtspunkten in jeweils zwei Staffeln einteilen. Das Präsidium des HHV um den neuen Geschäftsführer Andreas Hannappel tagt dazu am Mittwoch. Somit könnten die Staffeln in Kürze gebildet und die Spielpläne noch im Juni veröffentlicht werden.

Aus Ligen mit mehr als zehn Teams werden somit Staffeln mit sechs bis acht Mannschaften, die sich jeweils in Hin- und Rückspielen messen. Die besten drei davon sollen ab dem 5. März 2022 in einer Runde mit den besten drei der anderen Staffel um den Aufstieg spielen. Die restlichen Teams würden in der Abstiegsrunde um den Klassenerhalt kämpfen.

Auf- und Abstiegsrunde am 5. März 2022 geplant

„Mit zwei Staffeln zu spielen, sorgt für einen neuen Reiz. Dadurch wird die Spannung in der Saison länger hoch gehalten“, erklärt Melsungens Coach Georgi Sviridenko, der mit seinem Team den Aufstieg anstrebt. Und froh ist, dass er zur Vorbereitung genügend Zeit bekommt, die mit den vielen Talenten aus der eigenen Bundesliga-A-Jugend stark verjüngte Mannschaft zu formen.

Weitere Aspekte, die für einen derart späten Saisonstart sprechen, sind zum einen die – allerdings nicht verpflichtende – Umstellung auf Harz, die alle heimischen Oberligisten planen. Und zum anderen die Hoffnung darauf, dann wieder vor Zuschauern spielen zu dürfen. Auch die Bezirke sollen demnach erst Ende Oktober starten. „Da viele ein gutes Jahr nichts gemacht haben, fangen wir von vorne an. Da viele Hallen gesperrt waren oder noch sind, ist es nur fair, wenn alle die gleichen Bedingungen haben“, sagt Kirchhofs Trainer Martin Denk. (Sebastian Schmidt)

Hintergrund:

In der Oberliga der Männer gehen 16 Teams an den Start. Mit der MT II und dem TSV Vellmar allerdings nur zwei aus Nordhessen, so dass hier weiterhin weite Fahrten anstehen. Bei den Frauen böte sich an, dass Fritzlar II, Kirchhof II, Böddiger und die HSG Hoof/S./W. mit dem TV Hüttenberg, TSG Leihgestern und HSG Wettenberg eine Staffel bilden. Die übrigen sechs Vereine (Darmstadt zog zurück) stammen aus Südhessen.

Eine Ausnahme bildet die Landesliga Nord der Frauen. Mit lediglich zehn Mannschaften (u.a. Wollrode) soll eine „normale“ Runde gespielt werden. Bei den Männern verbleiben nach dem Rückzug von Wehlheiden und Zierenberg 13 Teams (u.a. Körle/Guxhagen und Wollrode), die analog zur Oberliga zunächst in zwei Staffeln eingeteilt werden. 

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