Frauenfußball

Neuzugang Sabrina Wandrei Glücksfall für Großenenglis

Sabrina Wandrei
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Sabrina Wandrei

Sie ist ein Glücksfall für den TuS Viktoria Großenenglis: Die neue Torhüterin des heimischen Fußball-Hessenligisten. Sabrina Wandrei ließ in den ersten fünf Spielen nur sechs Gegentore zu.

Großenenglis - Die 24-Jährige bestach besonders mit ihrer Strafraumbeherrschung und erinnerte mit ihren überzeugenden Auftritten an vergangene Zeiten, als sie eines der größten Torwarttalente Deutschlands war. „Sabrina dient als Vorbild für unsere Mädels“, sagt Alessandro Wiegand über seinen Rückhalt. Dem TuS-Trainer imponiert besonders ihr Ehrgeiz und Trainingsfleiß. Die Waldauerin ist immer eine Stunde vor dem Training auf dem Platz, um mit Torwarttrainer Kevin Krahn individuell zu trainieren. Dessen Schützling gibt die Komplimente zurück: „Die Professionalität gefällt mir bei der Viktoria.“

Sabrina Wandrei nimmt den hohen Trainingsaufwand auf sich, obwohl die Elektrikerin halbtags ihrem Beruf nachgeht und zweifache Mutter ist. Während die Mama abends den Bällen hinterher hechtet, bleiben ihre Kinder Lea (3) und Lennox (1) bei ihrem Mann Carsten oder bei ihren Eltern in Kassel. „Meine Familie unterstützt mich gut, damit ich weiter meiner großen Leidenschaft nachgehen kann“, stellt die Hundeliebhaberin dankbar fest.

Zu ihrer sportlichen Passion kam Sabrina Wandrei schon im Alter von vier Jahren. Beim Tuspo Waldau eiferte sie ihrem Vater nach, der beim Kasseler Kreisligisten als Torhüter aktiv war. Schon früh in ihrer Jugendzeit verfolgte sie ein großes Ziel: Die Nationalmannschaft. Dafür investierte das Talent einige Trainingsstunden mit Plänen der DFB-Torwarttrainerin Silke Rottenberg, arbeitete mit Torwart-Coach Michael Gibhardt zusammen und wechselte mehrmals den Verein, bis sie schließlich beim nordhessischen Primus, dem TSV Jahn Calden, landete. Und das trotz einer schmerzhaften Rheuma-Erkrankung, die das Fußballspielen nur unter Medikamenteneinnahme möglich machte.

Ihr Einsatz wurde belohnt: Nach mehreren Absagen nominierte Nationaltrainerin Anouschka Bernhard die Hessenauswahlspielerin endlich für die U17-Nationalmannschaft. Als Torhüterin nahm sie an der Europameisterschafts-Qualifikation 2012 in Griechenland teil. „Es war eine spannende, aber auch harte Zeit“, offenbart Wandrei ambivalente Gefühle im Rückblick auf ihre DFB-Karriere.

Nach Babypause und sechs Knieoperationen zurück

Die schneller als gewünscht vorbeiging, weil sie sich bei der Nationalmannschaft einen Innenbandriss im Knie zuzog. Die Kämpferin kehrte zwar wieder auf den Platz zurück, das Kapitel Nationalmannschaft war jedoch vorbei. „Da ist für mich eine Welt zusammengebrochen“, erinnert sich die 1,81 Meter große Akteurin.

Auch im Verein lief es suboptimal: Mit 16 Jahren spielte Sabrina Wandrei zwar schon Regionalliga, wegen der fehlenden Erfahrung blieb sie jedoch zumeist Ersatz. Nach ihrem Wechsel zum TSV Zierenberg fand sie den Spaß wieder und erlebte eine erfolgreiche Zeit in der Hessenliga bis zum Abstieg 2017.

Nach der Baby-Pause kehrte sie postwendend zwischen die Pfosten zurück. Diesmal bei der SG Landau/Wolfhagen. Mit der SG gelang ihr der Aufstieg in die Verbandsliga. Nebenbei spielte sie bis zur Geburt ihres zweiten Kindes drei Jahre als Innenverteidigerin für Hannover 96 - trotz sechs Knie-Operationen. „Ich brauche den Fußball als Ausgleich“, sagt die Kasselanerin. Und macht damit nun die Viktoria glücklich.

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