Oberliga

Erfolgreiche Aufholjagd nach kapitalen Fehlstart ermöglicht MT Melsungen II noch klaren Derbysieg

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Schnell genesen und erfolgreich: Melsungens Max Pregler, der hier die Vellmarer Daniel Brückmann und Tim Räbiger (r.) überspringt.

Die MT Melsungen II lässt sich auch von einem kapitalen Fehlstart nicht verdrießen und schafft in einem wechselhaften Derby der Handball-Oberliga noch die Wende, während der TSV Vellmar erneut leer ausgeht.

Wenn ein Spiel bereits 13 Minuten vor Schluss entschieden ist, riecht das nach einer klaren Sache. Wenn es dann noch mit 32:23 (14:14) endet, erhärtet sich der Verdacht recht einseitiger Kräfteverhältnisse. Folgerichtig durfte sich die MT Melsungen II nach ihrem dritten Saisonerfolg in der Handball-Oberliga als souveräner Derbysieger über Schlusslicht TSV Vellmar fühlen.

Die Reaktionen bei der Bundesliga-Reserve sprachen eine andere Sprache. „Ich bin einfach nur erleichtert“, gestand Trainer Sviridenko. Angesichts eines Spielverlaufs, der nach 20 Minuten Böses verhieß. „Wir haben ganz schlecht angefangen“, erklärte Vlad-Alexandru Avram. Und wusste auch warum: „Da hatten einige wohl noch die letzten beiden Niederlagen im Kopf, die uns sehr weh getan haben.“

Der Rechtsaußen selbst wusste diese auszublenden, hielt mit seinen Toren seine Mannschaft im Spiel genauso wie Glenn-Louis Eggert mit seinen Paraden. Den Rest besorgten die Gäste selbst, weil sie einige Chancen liegen ließen. „Wir haben einige Angriffe viel zu überhastet abgeschlossen“, ärgerte sich TSV-Coach Gordon Hauer. So schmeichelte das zwischenzeitliche 6:10 (22.) den zunächst indisponierten Bartenwetzern noch.

Dann hatte Georgi Sviridenko eine Idee und ordnete eine Manndeckung gegen Vellmars Spielmacher Djuric an. „Eine gute Entscheidung“ (Avram), präsentierte sich danach der Gästeangriff doch ziemlich kopf- und orientierungslos, was den Melsungern reichlich Ballgewinne in der Abwehr bescherte, die per erster und zweiter Welle veredelt wurden. Und in eine erfolgreiche Aufholjagd mündeten. Dank drei Toren in Folge konnte die Bundesliga-Reserve auf 10:11 verkürzen (26.), ehe dem trickreichen Avram der Ausgleich zum 12:12 (28.).

Es folgte unmittelbar nach der Pause die erste Führung (15:14), ehe der Neuling total einbrach und spätestens nach einem Melsunger 5:0-Lauf zum 27:19 (47.) geschlagen war. „Wir haben sie mit unserem Tempospiel geknackt“, freute sich der überraschend schnell wiedergenesene Stratege Pregler (siehe Hintergrund), der selbst drei der insgesamt elf Tempogegenstoßtore seiner Mannschaft erzielte. Ebenso so sicher vor dem nunmehr machtlosen Christian Gumula: Linksaußen Nino Jedinak. Zudem war dank Kothes Einwechslung endlich auch der MT- Rückraum aufgetaut und Eugen Gisbrecht kannte vom Punkt kein Erbarmen.

Eine in dieser krassen Form durchaus erstaunliche Wende, die Max Pregler darauf zurück führte, „dass unser Kopf diesmal oben blieb.“ Eine „äußerst wichtige Erfahrung“, so Avrams Hoffnung, „die uns mental stärken wird.“ Der Rumäne dachte dabei auch schon an die nächsten, weitaus schwierigeren Aufgaben. Bei denen ein Fehlstart wie im Derby kaum mehr zu reparieren ist.

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