30:29 vor 542 Fans

ESG Gensungen/Felsberg feiert zehnten Sieg in Serie

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Kollektiver Jubel im Edertal: Das Team der ESG Gensungen/Felsberg feiert mit 542 Fans in der Kreissporthalle den zehnten Sieg in Serie. 

Gensungen. Da ist der zehnte Sieg in Serie: Die Handballer der ESG Gensungen/Felsberg haben das Oberliga-Spitzenspiel gegen den TV Kirchzell vor 542 Fans in der "Hölle Nord" mit 30:29 (14:14) gewonnen.

Es läuft die 57. Minute – und das Spitzenspiel zwischen der ESG und dem TV steht auf des Messers Schneide. Jetzt pariert ESG-Torwart Marc Lauterbach einen Wurf von Tim Häufglöckner und wirft den Ball postwendend auf das gegnerische Tor. Weil Handball-Torhüter ihren Posten zwischen den Pfosten immer öfter zugunsten eines zusätzlichen Feldspielers räumen, nutzen ihre Gegenüber immer mal wieder die Gelegenheit, den Ball in das verwaiste Gehäuse des Gegners zu werfen.

Aber was Lauterbach nun vorhat, das kann eigentlich nicht zum Erfolg führen, denn das Kirchzeller Tor ist gar nicht leer. Rückhalt Tobias Jörg steht zwar ungefähr sechs Meter vor seiner Torlinie, aber wenn Lauterbach jetzt wirft, dann kann Jörg gemütlich zurücklaufen und das Leder lässig abfangen. So denken wohl die meisten der 542 Zuschauer in der Gensunger Kreissporthalle, aber Lauterbach tickt anders. 

Der 28-Jährige, der das Risiko liebt, wirft, trifft und sorgt mit dem Treffer zum 28:26 für die Vorentscheidung. Was der Homberger macht, ist genial, aber es funktioniert nicht ohne Glück. Glück aber haben – so weiß es der Volksmund – die Tüchtigen. Zweieinhalb Minuten später hat die ESG 30:29 (14:14) gewonnen und feiert den zehnten Sieg in Folge.

Wachs gelingen 13 Treffer

Marc Lauterbach teilt sich die Rolle des Matchwinners mit Heinrich Wachs. Den 21-Jährigen kann nichts und niemand aufhalten. Das liegt auch daran, dass Wachs zwar als Linksaußen beginnt, dass er später aber ebenso häufig im Rückraum auftaucht. 13 Treffer landet der Ex-Twistetaler und hat somit insgesamt schon 105 mal getroffen.

Wie aber kann ein 21-Jähriger den großen Sprung von der Landes- in die Oberliga so reibungslos schaffen? Heinrich Wachs selbst und sein Trainer Arnd Kauffeld versuchen zu erklären, was für so manchen Handballfan unbegreiflich ist. „Während der Vorbereitung habe ich viel Krafttraining gemacht und damit bisher noch vorhandene Schwächen kompensiert“, sagt Wachs, und Kauffeld fügt hinzu: „Er hat Talent, trainiert gut und fühlt sich wohl bei uns.“ Typisch ESG Gensungen/Felsberg: keiner hebt ab.

Und der Trainer stellt klar, dass Lauterbach und Wachs fantastische Helfer hatten. „So ein Spiel kann man nicht gewinnen, wenn man nicht mit Herzblut bei der Sache ist“, sagt der ESG-Trainer.

Mit diesem Satz lobt Kauffeld direkt seine komplette Mannschaft und indirekt den Gegner. Die Gäste aus Unterfranken hatten einen beträchtlichen Anteil daran, dass das Oberliga-Spitzenspiel zu einem Spektakel geriet. Wegen der langwierigen Knieverletzung ihres Torjägers Max Gläser müssen die Kirchzeller derzeit ohne einen Linkshänder im Rückraum auskommen. 

Die Mannschaft von Trainer Andreas Kunz kompensiert das Handicap mit verwirrenden Kombinationen, in die immer öfter die Außen und der Kreisläufer einbezogen werden. Der TV Kirchzell war in der Gensunger Kreissporthalle so gut, dass eigentlich keine Mannschaft als Verlierer vom Feld hätte gehen dürfen.

Gensungen/Felsberg: Lauterbach (1. - 28./38. - 60./12 Paraden/23 Gegentreffer/1 Tor), Herwig (28. - 38./1 P./6 GT.) - Rossel 2, Gerhold 1, Hütt 1, Wachs 13/3, Schmidt 3, Otto 4, Feuring 4, Schneider, Koch 1, Kothe, Pollmer, Vaupel. 

Kirchzell: Jörg (1. - 60./10 P./30 GT.), Baier, Schneider, Polixenidis 4, Wuth 3, Tim Häufglöckner 4, David 3, Punda 9/4, Lukas Häufglöckner 6, Fegert, Meyer-Ricks, Heinrich, Horak. 

SR: Lambmann/Rehm (Nidda/Rüsselsheim)

Z: 542. 

Siebenmeter: 4/3:4/4. 

Zeitstrafen: 8:4 Minuten.

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