Oberliga 

Gensunger Angriff kam gegen Pohlheims Abwehrbollwerk nicht auf Touren

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In Bedrängnis: Vince Schmidt (l.) wird i n dieser Szene von Thimo Wagner am Torwurf gehindert. Auch Gensungens Rückraumspieler kam gegen Pohlheims Deckung nicht wie gewohnt zum Zuge.

Auch die Gensunger Bäume wachsen nicht in den Handballhimmel. Das verhinderte die beste Abwehr der Oberliga, die im Spitzenspiel ihrem Ruf alle Ehre machte. Die HSG Pohlheim nämlich, die dem Siegeszug der ESG Gensungen/Felsberg gar in der Höhle des Löwen mit 33:26 (13:13) abrupt ein Ende bereitete.

„Die clevere Mannschaft hat gewonnen“, gestand ESG-Trainer Kauffeld. Nämlich die, „die in der entscheidenden Phase den Kopf oben behielt, während wir ihn verloren.“ Ab der 44. Minute. Jan Hendrik Otto hatte gerade auf 20:21 verkürzt, als Nikolas Happel mit zwei Treffern in Unterzahl der Gäste auf 20:23 erhöhte. Dann parierte der starke HSG-Torwart Wüst gegen Heinrich Wachs und erzielte selbst das 20:24 (48.).

Natürlich war damit die Messe noch nicht gelesen, zumal sich sein Kollege Marc Lauterbach mit einigen tollen Reaktionen gegen die zweite Heimniederlage stemmte. Ein von Rechtsaußen Otto erfolgreich abgeschlossener Tempogegenstoß hätte vielleicht das Zeug zum Signal für eine Edertaler Aufholjagd gehabt, wären da nicht die schwachen Schiedsrichter auf den Plan getreten.

Die machten mit einer Fülle von höchst fragwürdigen Zeitstrafen jeglichen Spielfluss kaputt, wovon auch die routinierten Mittelhessen betroffen waren, damit aber wesentlich cooler umgingen. So standen nach 49:33 Minuten plötzlich drei Gensunger gegen sechs Pohlheimer auf dem Feld. Das konnte natürlich nicht gut gehen. Und ging für den Spitzenreiter böse aus, als Daniel Hirz die Vorentscheidung zum 22:26 (51.) gelang.

Nur Kothe trifft verlässlich

Der klare Sieg fiel Jens Dapper letztlich „ein bisschen zu hoch“ aus. Dafür wusste der HSG-Coach genau, wem er sie zu verdanken hatte: „Unserer starken Abwehr“. Die ließ den besten Angriff der Liga nie auf Touren kommen, hatte immer eine Antwort parat, wenn der dann doch mal zu zünden drohte. Etwa auf den Lauf von Jannis Kothe, dem nach dessen sechsten Tor (19.) Routinier Lex beendete, ohne dass die Gastgeber den sich dadurch bietenden Raum in der Nahwurfzone (außer bei zwei Einläufern von Benedikt Hütt) nachhaltig nutzen konnten.

„Uns fehlte nach der Pause die Spielidee“, bekannte der Rückraumspieler. Der dafür eigentlich zuständige Regisseur Heinrich Wachs schien gehemmt, kam nie aus sich heraus, „weil ich von Kopf her nicht frei war und mir besonders in Überzahlsituationen zuviel Gedanken gemacht habe.“

Ratlos ob der offensiven Aussetzer war der überragende Schlussmann Lauterbach. Sein Appell: „Wir dürfen uns davon nicht beeindrucken lassen.“ Schließlich, so betonte Mannschaftskamerad Vince Schmidt durchaus trotzig, „sind wir immer noch Erster“. Stimmt.

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