Meyfarths Top-Leistung ist ihm selbst ein Rätsel

MT Melsungen II überrascht beim 32:27 gegen SG Bruchköbel

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Herausragend: Melsungens reaktivierter Torwart Fabian Meyfarth (l.), der hier gegen Bruchköbels Milos Kreckovic pariert. 

Selbst der Protagonist kann nichts zu des Rätsels Lösung beitragen. Fabian Meyfarth trainiert nie und spielt selten, wird aber regelmäßig zum Matchwinner, wenn er mal wieder zwischen den Pfosten eines Handballtores steht. So auch gegen die SG Bruchköbel. Der Gelegenheits-Torwart führte Oberligist MT Melsungen II mit 15 Paraden zum überraschenden 32:27 (15:12).

Wie geht das? „Diese Frage wird mir oft gestellt, aber ich kann sie nicht beantworten. Ich bin immer wieder selbst überrascht“, sagt der 30-Jährige, der aus beruflichen Gründen seine Karriere eigentlich beendet hat. Aber natürlich hat Meyfarth den Favoriten nicht allein besiegt. Einen Sahnetag erwischte auch Martin Reinbold. Den Kreisläufer hatte die Abwehr der Gäste nie im Griff, der 32-Jährige wurde nicht immer, aber immer öfter, angespielt und überragte mit einer hundertprozentigen Trefferquote. Bei sechs Würfen landete der Ball sechsmal im Netz.

Merlin Kothe am treffsichersten

Der dritte Akteur, der aus einem überzeugenden Team herausragte, war Merlin Kothe. Nach einer durchwachsenen ersten Halbzeit drehte der wurfgewaltige Rückraumspieler gewaltig auf und wurde mit zehn Treffern Melsungens bester Torschütze. In der Schlussphase verhinderten die Gäste weitere Kothe-Tore, weil sie den 24-Jährigen ebenso wie Max Pregler kurz deckten. In dieser Phase sorgten Vlad Avram und Adam Kiss dafür, dass die Idee von Bruchköbels Trainer Tega Nuez Ramos verpuffte.

Und noch etwas war auffällig. Pregler und Kiss brachten die MT schnell mit 2:0 in Führung, und auch in den verbleibenden 57 Minuten geriet die Mannschaft von Trainer Georgi Sviridenko nie in Rückstand. Beim 11:7 war erstmals ein Vier-Tore-Vorsprung geschafft (23.). Das Polster war zwar beim 21:20 (40.) weg. Die Vorentscheidung fiel zwischen der 53. und 55. Minute. Hier machten Reinbold und Avram aus einem 27:26 ein 29:26.

Sviridenko war unterdessen nicht nur mit Meyfarth, sondern auch mit seiner Defensive zufrieden. „Die Abwehr war 60 Minuten ohne Einschränkung gut“, lobte der Trainer, der im Angriff Licht und Schatten gesehen hatte. „Wir hatten uns ganz fest vorgenommen, beim Abschluss cool zu bleiben. Das ist uns oft, aber nicht immer, gelungen“, sagte der 57-Jährige. Nun aber hofft nicht nur Sviridenko, dass Meyfarth ausnahmsweise auch mal bei einem Auswärtsspiel im Tor stehen wird. Die Gelegenheit ist günstig, denn die nächste Reise ist nicht weit. Am 14. Dezember steht das Derby in Gensungen an.

Melsungen:Meyfarth (15 Paraden/25 Gegentore), Eggert (bei 2 Siebenmetern/0/2) - Max Pregler 7/2, Jedinak 3, Avram 3, Kothe 10, Damm, Bruns, Reinbold 6, Gisbrecht, Kiss 3/1, Seibert, Gruber

Bruchköbel:Simic (1. - 42./6 Paraden/23 Gegentore), Bätz (42. - 60./2/9) - Hoffmann 3, Eck 1, Kosch, Zutic 4, Fegert, Preis 7/2, Kezic, Kraft, Wienand, Juli 1, Kreckovic 8/4, Batinovic 3

SR:Hohm/Petry (Bachgau/Obernburg) 

Z: 50. 

Siebenmeter: 5/3:6/6

Zeitstrafen:6:0-Minuten.

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