Oberliga

Nach 9:9 brachen alle Dämme - MT II beim 26:36 gegen Pohlheim chancenlos

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Im Würgegriff: Pohlheims Florian Niclas (l.) versucht Vlad-Alexandru Avram (MT) am Torwurf zu hindern. 

Nein, da war nichts drin für die MT Melsungen II. Und der Heimnimbus des Handball-Oberligisten erst mal futsch. „Das tut ziemlich weh“, bekannte MT-Rückraumspieler Merlin Kothe nach der 26:36 (11:18)-Klatsche gegen die HSG Pohlheim.

Die aus Melsunger Sicht zwei wohl spielentscheidenden Fragen waren: Würden die Gastgeber den bärenstarken Rückraum um Routinier Grundmann in den Griff bekommen? Und: Könnten sie den unverwüstlichen Torwart Wüst entzaubern? Beides gelang bis zum 9:9 (20.) so leidlich. Nino Jedinak wurde bei Ballgewinnen konsequent auf die Reise geschickt, was der seinen Nebenleuten mit vier Treffern aus der ersten Welle in der ersten Viertelstunde dankte. Im Positionsangriff taten sich die Sviridenko-Schützlinge dagegen schwerer, zumal Jan Wüst keinerlei Anlaufzeit für seine Paraden brauchte.

Der Patt geriet aus HSG-Sicht in Gefahr, als ihr Halblinker Weinandt verletzt ausscheiden musste (13.). Was die Mittelhessen aber locker wegsteckten, zumal Vertreter Daniel Hirz ebenso wirkungsvoll agierte. Dann häuften sich die technischen Fehler der Gastgeber in der Offensive - und sie liefen prompt ins offene Messer. „Der Rückraum hätte mehr Verantwortung übernehmen müssen, stattdessen haben wir es zu oft über den Kreis versucht“, kritisierte MT-Trainer Georgi Sviridenko die allzu berechenbare Spielsteuerung seines Teams.

So warfen Hirz und Weisel sogar in Unterzahl einen 9:11-Vorsprung heraus (22.), der bis zur Pause auf 11:18 anwuchs. Weil ein Tempogegenstoß nach dem anderen auf das Tor von Glenn-Louis Eggert rollte, wobei der Melsunger Schlussmann machtlos war. Eine Augenweide: Wüsts Harpunen hinter die MT-Reihen, mit denen er seine Außen punktgenau auf die Reise schickte.

Eine Ausgangsposition wie gemalt für die abgezockten Gäste. Die schon nach 37 Minuten uneinholbar enteilt waren, als Grundmann, Hirz und Niclas auf 13:23 erhöht hatten. Der Rest-Widerstand der Bundesliga-Reserve war gebrochen. Nach Sviridenkos Ansicht viel zu früh, der wie die 150 Zuschauer ein echtes Aufbäumen der Heimmannschaft vermisste.

Stattdessen drehte Teufelskerl Wüst noch mal so richtig auf. Und erzielte sogar den Treffer zum 18:28 (47.) selbst. „Sensationell“ kommentierte Gäste-Coach Jens Dapper die 27 Paraden seines Torhüters.

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