Oberliga-Saisonbilanz

MT II per Achterbahnfahrt zum achten Platz

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Einer gegen zwei: MT-Regisseur Eugen Gisbrecht (Mitte) setzt sich hier gegen die Vellmarer Tim Räbiger (l.) und Phil Stumbaum durch. 

Achter Rang und ein positives Punktekonto: Diese Ausbeute lässt auf eine gemütliche Saison jenseits von Himmel und Hölle schließen. Weit gefehlt. Trotz dieser respektablen Platzierung der MT Melsungen II in der Handball-Oberliga sorgte eine Achterbahnfahrt durch die Spielzeit für Nervenkitzel.

„Eine Saison mit Höhe und Tiefen“, erklärt Kapitän Gisbrecht. Gemeint sind „überzeugende Siege und prompte Rückschläge“. Nach vier Spielen ohne Niederlage war die Mannschaft von Georgie Sviridenko nach dem fünften Spieltag gar in der Spitzengruppe angekommen, um nur zwei derbe Niederlagen später wieder Kontakt zur Abstiegszone zu haben. Das gleiche Spiel drei Heimsiege später, dem drei Pleiten (u. a. 19:27 in Gensungen) folgten. Das Aufatmen nach dem 37:25 in Babenhausen (einer von zwei Auswärtssiegen) dauerte nur bis zum 26:34 gegen Münster, ehe die Bartenwetzer einen 6:0-Punkte-Endspurt hinlegten, der zum ersten und einzigen Mal eine gewisse Kontinuität andeutete.

„Die hat uns ansonsten gefehlt“, gesteht Eugen Gisbrecht. Aber warum? „Weil“, so der Spielmacher, „wir immer noch entwicklungsfähig sind.“ Das wiederum ist der komplizierten Struktur der Mannschaft geschuldet. Die setzt sich aus drei Gruppen zusammen: aus „Routiniers“ wie Max Pregler, Merlin Kothe, Vlad-Alexandru Avram oder Martin Reinbold, aus jüngeren, aber schon gestandenen Kräften wie Jona Gruber und Nino Jedinak plus die A-Jugendlichen, die aber nicht immer zur Verfügung standen.

Spielmacher Eugen Gisbrecht startet durch

Da begannen die Schwierigkeiten, blieb doch beispielsweise ohne David Kuntscher und Malvin Haeske die Position im rechten Rückraum verwaist. Grundsätzlich sei, so der Routinier, die Abstimmung schwierig gewesen, weil der Bundesliga-Nachwuchs nur einmal pro Woche mit der Mannschaft trainiert und die von beiden bevorzugten Spielsysteme nicht deckungsgleich sind.

Dazu gesellte sich Verletzungspech. Besonders Preglers Ausfall nach dem Derby tat der Mannschaft weh, aber auch Reinbold, Kothe, Gruber und Jedinak waren nicht zu ersetzen, so dass mehrfach „das letzte Aufgebot“ die Kohlen aus dem Feuer holen musste.

Darin profilierte sich: Eugen Gisbrecht. Der Mittelmann, gerade erst nach einem Außenmeniskusriss wieder fit geworden, fand nur schwer in die Saison, drückte zunächst häufig die Ersatzbank („Das war nur schwer zu ertragen“), um dann durchzustarten. Beim 33:28 gegen Wettenberg drehte der 30-Jährige nach seiner Einwechslung 18 Minuten vor Schluss fast im Alleingang das Spiel, zählte danach immer zum Stammpersonal und gegen Ende der Saison (u.a. beim 23:21 in Vellmar) zu den letzten (erfahrenen) Mohikanern im roten Trikot.

Eine wundersame Wandlung vom Reservisten zum unverzichtbaren Leistungsträger, der die Mannschaft auf und neben dem Feld führt. Und so ganz „nebenbei“ mit 65/36-Treffern auch noch zum besten Torschützen der MT II vor Vlad-Alexandru Avram (60/2), Max Pregler (57/5), Jona Gruber (57) und Merlin Kothe (56) avancierte.

Für die kommende Spielzeit wünscht sich der Lehrer, „dass wir konstanter werden“. Um den (guten) achten Platz zu bestätigen und vielleicht noch etwas höher in der Tabelle zu schauen. Ohne den Blick nach unten, schon allein aus Gewohnheit, zu unterlassen. 

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