Oberliga-Spitzenspiel

Gensungen/Felsberg mit Wucht Richtung 3. Liga - Lauterbach stark und Otto cool

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Schulterschluss: Fans und Spieler der ESG Gensungen/Felsberg bejubeln gemeinsam den phänomenalen Sieg der Edertaler im Spitzenspiel. 

Die Gensungen/Felsberg hat nach dem fulminanten 34:22-Sieg im Spitzenspiel der Handball-Oberliga nun alle Trümpfe im Aufstiegsrennen in der Hand.

Auswärtssieg, Auswärtssieg“, skandierten die 150 Fans der ESG Gensungen/Felsberg zum ersten Mal, als Cornelius Feuring den heimischen Handball-Oberligisten im Gipfeltreffen bei der TSG Offenbach-Bürgel nach 40 Minuten mit 20:15 in Führung gebracht hatte. Danach gerieten sie komplett aus dem Häuschen. Denn, statt den wertvollen Vorsprung zu verwalten, wurde er ausgebaut.

Weil die Mannschaft noch einen Gang höher schaltete und den eine Halbzeit gleichwertigen Gegner in dessen Halle überrollte, was dann in einen unerwartet klaren 34:22-Kantersieg mündete. Der selbst Arnd Kauffeld, im sechsten Jahr auf der Edertaler Bank, den Genuss des ersten Mals bescherte. „So fulminant, mit solch‘ geballter Power, habe ich meine Mannschaft noch nie erlebt,“ versuchte der ESG-Coach diesen „fantastischen Lauf“ in Worte zu fassen.

Da hatte die Gäste-Deckung zunächst mit „Indianer“ Vince Schmidt den sonst so durchschlagskräftigen Rückraum der Südhessen völlig aus dem Konzept gebracht, um dann in gewohnter 6:0-Formation vollends Beton anzurühren. „Wahnsinn, was die vor mir vollbracht haben“, staunte Marc Lauterbach nicht schlecht - und meinte insbesondere seinen Mittelblock Rossel/Koch, der fast allein Wagenknecht, Lenort und Co. den Schneid abkaufte.

Da fiel es dem Schlussmann leicht zu glänzen, seine Ausbeute auf 16 Paraden zu schrauben. Schwieriger war es in der ausgeglichenen ersten Hälfte gewesen, als er sein Team mit spektakulären Reaktionen auf Kurs hielt. Und damit endgültig bewies, „dass der Lauterbach auch Spitzenspiele kann“ (Lauterbach über Lauterbach).

Hinten dicht und vorne variabel

Da hatte Heinrich Wachs sogar an einer Manndeckung seine Freude, wussten der Spielmacher und seine Nebenleute doch den sich dadurch bietenden Raum effizient zu nutzen. Tor oder Siebenmeter waren die Optionen bei seinen Pässen in die Nahwurfzone. Und die Strafwürfe, insgesamt acht, verwandelte Jan-Hendrik Otto traumhaft sicher. „Ich kenne Bürgels Torwart ganz gut und hatte mir vorgenommen variabel zu schießen“, beschrieb Gensungens Mann ohne Nerven sein Erfolgsrezept.

Auch etwas angestachelt durch einen vorausgegangenen Teamvergleich in unserer Zeitung, in dem sein Kontrahent Christopher Hoffmann von Pohlheims Trainer zum besten Flügelspieler der Oberliga geadelt wurde, der aber im direkten Duell vergleichsweise blass blieb.

Jens Dapper hatte auch vorausgesagt, dass Gensungen im Falle eines Sieges „wohl nicht mehr einzuholen ist“. Damit wiederum könnte er Recht haben, denn die Fakten sprechen nun ganz klar für den Tabellenführer: vier Zähler Vorsprung auf die nun punktgleichen Verfolger Offenbach-Bürgel, Dotzheim und Pohlheim, dazu auch im direkten Vergleich mit der TSG vorn. „Ja, nun haben wir es selbst in der Hand“, ließ sich selbst der sonst so zurückhaltende Arnd Kauffeld entlocken.

Von „Big Points“ sprach Heinrich Wachs. Aber auch davon, nun deswegen nicht von dem bisherigen Erfolgsrezept lassen zu wollen. Nämlich, „den Fokus immer auf das nächste Spiel zu legen.“ Dabei könnte die zweite Hälfte gegen Offenbach-Bürgel durchaus als Anschauungsunterricht in eigener Sache durchgehen. Denn dieser Wucht ist keiner der kommenden (elf) Gegner gewachsen.

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