Leidenschaft für Kampfsport in Männerdomäne

Weltmeisterin Christina Panse: Pionierin des Kickboxens

In ihrem Element: Kickboxerin Christina Panse, die von ihrer ersten Weltmeisterschaft gleich mit Gold zurück kehrte. Fotos (2): Kasiewicz

Homberg. Wie wird Sportgeschichte geschrieben? Durch einmalige Erfolge. Etwa einen Weltmeistertitel, wie ihn Kickboxerin Christina Panse errungen hat. Bei den Titelkämpfen in Dublin der über 36-Jährigen (genannt „Veteranen“) im Leichtkontakt bis 55 Kilogramm.

Schon der vierte für die FFT Schwalm-Eder zwar nach Andreas Riem (2009 und 2013) und Edward Heidt (2014), aber der erste einer Frau aus dem Schwalm-Eder-Kreis. „Ein bisschen stolz macht mich das schon“, sagt die Hombergerin, die in dieser heimischen Männerdomäne Pionierarbeit geleistet hat.

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Den Einstieg fand sie „lustig“, obwohl er doch ziemlich viel Mut erforderte. Nach einem Selbstverteidigungskurs, bei dem ihr verschiedene Griffe und Tritte beigebracht wurden, um sich aus etwaigen Würgegriffen zu befreien, schloss sich die damals 15-Jährige zusammen mit ihrer Freundin Sabine Steinbrecher der Kickbox-Gruppe von Andreas Riem an - als erstes (und als einziges) Mädchen.

„Wir hatten einfach Spaß am Kampfsport und wollten irgendwie weiter machen“, erinnert sich Christina Panse, die sich als Kind für Indianer, Piraten sowie Bruce Lee-Filme begeistert hatte. Und fürs Reiten, wo ihr die frühen Judo-Erfahrungen zugute gekommen waren, „denn dort habe ich das Hinfallen gelernt.“ Durchaus hilfreiche Voraussetzungen, um sich in der Trainingsgruppe gegen die Jungen zu behaupten.

Die sich als Kavaliere erwiesen. Zumindest am Anfang. Sie waren laut der Naturliebhaberin „sehr vorsichtig und rücksichtsvoll mit uns“. Was laut Andreas Riem auch dem „Grundprinzip unserer Sportart“ geschuldet ist, „denn es geht uns allein darum, den Gegner zu treffen, nicht aber zu verletzen.“ So sind beispielsweise Tiefschläge immer Tabu, ebenso das Schlagen auf den Rücken und auf Gegner, die am Boden liegen.

Gleichzeitig lernten die Mädchen schnell, erwarben sich reichlich Respekt, weil sie wie alle anderen das volle Trainingsprogramm absolvierten und bald mit der entsprechenden Schutzkleidung zum Kämpfen gegen die Jungen bereit waren. Nach zwei Jahren folgten die ersten großen Wettkämpfe sowie teils spektakuläre Erfolge Panses bei Deutschen und Hessenmeisterschaften.

An die die Grundschullehrerin nach der studienbedingten Pause nahtlos anknüpfte. Auch am anstrengenden Sparring mit den Männern ihrer Wettkampfgruppe hatte sich nichts geändert. Und war vielleicht sogar förderlich für ihren eindrucksvollen WM-Auftritt gegen zwei Geschlechtsgenossinnen aus Irland (Halbfinale) und England (Finale).

 

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