3. Liga: Gute Karten auch für Fritzlar

Play-offs als Etappenziel für die SG 09 Kirchhof

Da ist die Freude groß: Rückraumspielerin Ida Evjen hat als neue Kapitänin noch viel mit der SG 09 Kirchhof vor.
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Da ist die Freude groß: Rückraumspielerin Ida Evjen hat als neue Kapitänin noch viel mit der SG 09 Kirchhof vor.

Das lange Warten hat ein Ende: Am 4. September beginnt für Absteiger SG 09 Kirchhof und den SV Germania Fritzlar die Saison in der 3. Handball-Liga. Erstmals seit der Spielzeit 2016/17 messen sich die beiden stärksten Vertreter des Schwalm-Eder-Kreises wieder in einer Klasse.

Kirchhof/Fritzlar – Verbunden mit viel Zuversicht. „Kirchhof will immer in die 2. Liga. Wir wollen ganz oben mitspielen, wissen aber auch, dass am Ende nur die Besten der Besten aufsteigen“, erklärt Dragos Negovan. Die Play-offs hat sich der neue SG-Coach mit seinem Team auf die Fahne geschrieben. Wohlwissend, dass den Aufstieg nur drei der 70 Mannschaften schaffen, die sich in sechs Staffeln messen.

Das bedeutet, zunächst müsste der erste oder zweite Platz in der Staffel C erreicht werden. Auch der dritte Rang könnte reichen, wenn davor in der Tabelle eine zweite Mannschaft stehen sollte. Bis zu zwölf Vereine, jeweils zwei pro Staffel, ermitteln dann in drei Gruppen die Aufsteiger. Den 24 Klubs, die Anfang April unter den ersten Sechs stehen, aber nicht aufsteigen können oder wollen, wird auf freiwilliger Basis der Ligapokal angeboten.

22 Drittligisten steigen ab

Wer am Ende jedoch in seiner Staffel Siebter oder schlechter ist, hat ein Problem. Denn in den Play-downs ermitteln 34 Vereine satte 22 Absteiger. Die dritten Ligen sollen verkleinert werden und in der Spielzeit 2022/23 mit lediglich 60 Vereinen starten. „Ein Platz unter den ersten Sechs ist Pflicht. Da gibt es kein Pardon“, betont Fritzlars Trainer Lucky Cojocar, der ebenso wie sein rumänischer Landsmann Negovan bei der SG 09 einen Umbruch zu stemmen hat.

Das verhindert indes nicht die (hohe) Erwartungshaltung in beiden Lagern. Zumal die Mittel der Konkurrenz weitgehend überschaubar sind. Mit der Ibbenbürener Spvg, Ex-Zweitligist PSV Recklinghausen, ASC Dortmund und LiT Tribe (aus der ostwestfälischen Stadt Minden und Gemeinde Hille) sind vier Aufsteiger aus 2020 dabei, die über kaum Drittliga-Erfahrung verfügen. Ganz neu ist der VfL Wolfsburg, der ohne Relegation mangels Interessenten nach 3:3-Punkten in der Oberliga kampflos nach oben durfte. Der Hannoversche SC (Schlusslicht der Nord-Staffel zum Zeitpunkt des Abbruchs 2020) und der Königsborner SV (9. der West-Staffel) müssen sich ebenfalls mächtig strecken, um der Abstiegsrunde zu entgehen.

TV Hannover-Badenstedt-Vinnhorst als Hauptkonkurrent

Somit verbleiben fünf Teams, die in erster Linie um die Plätze an der Sonne kämpfen dürften. Die Reserven der Bundesligisten Borussia Dortmund und HSG Blomberg-Lippe, die beiden Schwalm-Eder-Vertreter und der TV Hannover-Badenstedt-Vinnhorst. Der Turnverein aus der niedersächsischen Landeshauptstadt, der sich 2018 aus der 2. Liga zurückzog, 2019 und 2020 Meister der Nord-Staffel wurde ohne aufzusteigen und in diesem Sommer kurzfristig nicht an der Relegation teilnahm – jeweils aus wirtschaftlichen Gründen.

Was nichts an der hohen Qualität des Teams ändert, das künftig noch interessanter wird. Denn der TV wurde mit seiner B-Jugend Deutscher Meister. Fünf dieser Talente beweisen sich nun im Frauen-Bereich. Angefangen bei Kreisläuferin Merja Wohlfeil, die gerade mit der deutschen U 17 Vize-Europameisterin wurde bis hin zu Luise Albert, der begnadeten Spielmacherin.

Erstes Derby am 12. September

„Die Mädels bringen vor allem auch athletisch viel mit und haben das Zeug für die 1. und 2. Liga. Unser Ziel ist ein Platz zwischen 1 und 6“, betont Jana Pollmer selbstbewusst. Die torgefährliche Rückraumspielerin, die in Fritzlar geboren wurde und in Böddiger, Bad Wildungen und Kirchhof spielte, ehe sie sich 2016 Hannover anschloss. „Ein, zwei Jahre“ möchte Pollmer, die am Samstag ihren 31. Geburtstag feiert, noch spielen. Dann kann sie sich eine Laufbahn als Trainerin vorstellen.

Die heimischen Fans können sich derweil den 12. September (16 Uhr in Melsungen) und den 23. Januar (17 Uhr in Fritzlar) vormerken. Dann ist Derby-Zeit im Schwalm-Eder-Kreis. Zuletzt war dies am 12. März 2017 der Fall, als die Germania vor 800 Zuschauern mit 27:26 gewann. (Sebastian Schmidt)

Parade-Rolle: Torfrau Lea Gürbig ist die neue Kapitänin des SV Germania Fritzlar.

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