HNA-Interview mit Weltmeister Olaf Thon über das Benefizspiel, Jens Keller und einen Guxhagener

„Schalke benötigt vor allem Ruhe“

Beendete 2003 seine eindrucksvolle Karriere: Der Schalker Olaf Thon. Heute tritt der Fußball-Weltmeister mit der Schalker Traditionsmannschaft in Borken an. Foto: dpa

Borken. Am heutigen Samstag (16 Uhr, Blumenhainstadion) ist die Schalker Fußball-Traditionsmannschaft in Borken zu Gast. Vor dem Benefizspiel gegen den KSV Hessen Kassel (siehe Hintergrund) sprachen wir mit Weltmeister Olaf Thon.

Herr Thon, am Samstag sind Sie mit der Traditionsmannschaft von Schalke zu Gast in Borken. Warum sollten viele Zuschauer kommen?

Olaf Thon: Es geht um eine Benefizveranstaltung, bei dem jeder Euro einer guten Sache zugute kommt. Wir werden einige Schalke-Artikel zur Verfügung stellen und reisen mit dem Mannschaftsbus an. Wir werden auch schon recht früh da sein. Außerdem haben wir auch eine starke Mannschaft zur Verfügung. (siehe Hintergrund)

Wieviele Einsätze hat die Schalker Traditionsmannschaft eigentlich pro Saison?

Thon: Das geht immer ab April los. Wir haben in dieser Saison bislang 22 Spiele angesetzt. Zuletzt haben wir in Remscheid vor 2000 Zuschauern gespielt. Das ist für die gastgebenden Vereine schon eine tolle Sache.

Lassen Sie uns über Schalke sprechen. Trainer Jens Keller ist weg, aber Roberto Di Matteo ist auch nicht erfolgreicher. Haben Sie dafür eine Erklärung?

Thon: Keller hatte es auf Schalke von Anfang an schwer. Nach Niederlagen gab es nur einen Schuldigen: ihn. Ich wünsche mir, dass Di Matteo in Ruhe arbeiten kann. Das ist extrem wichtig. Jetzt hoffe ich darauf, dass wir wenigstens noch in die Europa League einziehen. Wenn wir am Sonntag in Köln gewinnen, sollte das klappen.

Bemerkenswert ist der Anteil der Jugendspieler bei Schalke. Wird Schalke zu einem Ausbildungsverein?

Thon: Das ist schon eine ganz tolle Entwicklung. Zu verdanken hat das der Verein Norbert Elgert. Er ist Trainer unserer A-Jugend und kann mit diesem in dieser Saison wieder Deutscher Meister werden. Es ist der reine Wahnsinn, wie viele Talente er schon für die erste Mannschaft herausgebracht hat. Unter anderem ja auch den weltbesten Torhüter, Manuel Neuer.

Aus der Jugend kommt auch der Guxhagener Marvin Friedrich. Was halten Sie von ihm?

Thon: Nun, er hat ja schon gegen Wolfsburg von Beginn an gespielt und das ordentlich gemacht. Das war schon ein deutlicher Fingerzeig für ihn, dass der Verein und der Trainer mit ihm plant. Jetzt ist er selbst verantwortlich, sich auch durchzusetzen. Ich weiß, dass er Anfragen aus der 2. Liga hat. Aber Di Matteo setzt auch auf ihn.

In der nächsten Saison will Schalke wieder angreifen. Was braucht es dazu?

Thon: Das ist jetzt nicht unbedingt meine Baustelle. Wie schon gesagt, benötigt Schalke vor allem Ruhe im Umfeld. Auch ein Kevin-Prince Boateng kann dem Verein noch weiterhelfen. Von den Diskussionen um Neuzugänge halte ich erstmal nichts. Wissen Sie, wir haben in der nächsten Serie schon zwei Neuzugänge aus dem eigenen Verein.

Wen denn?

Thon: Julian Draxler und Leon Goretzka. Wenn beide endlich topfit sind, werden sie das Niveau heben. Sie stehen dafür, was die Schalke-Fans sehen wollen: schnellen Fußball nach vorne. Deswegen sind die beiden für mich Neuzugänge.

Sie sind 1990 Weltmeister geworden. Viele vom damaligen Kader wollten Trainer werden. Richtig durchgesetzt hat sich nur Jürgen Klinsmann. Warum?

Thon: Ganz so negativ würde ich das nicht sehen. Vielleicht liegen die Stärken in anderen Bereichen. Ein Rudi Völler und Stefan Reuter sind Topleute im Management. Lothar Matthäus und Klaus Augenthaler haben auch lange als Trainer gearbeitet.

Und Ihre Trainerkarriere ist abgeschlossen?

Thon: Ich habe das erstmal ad acta gelegt. Ich war für anderthalb Jahre Trainer in Hüls und hatte Erfolg. Dann zog sich der Sponsor zurück und ich habe aufgehört. Man soll zwar nie nie sagen, aber derzeit bin ich voll ausgelastet.

Von Daniel Schneider

Schlagworte zu diesem Artikel

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.