Vor Ort: Ausnahmezustand in Obergrenzebach – Schalker Traditionself um Olaf Thon spielt gegen Fan-Club

Schalker Stars zum Anfassen

Idylle pur: Rund 400 Zuschauer verfolgten am Samstag am Leydesberg die Partie zwischen dem Schalke-Fan-Club „Schwälmer Knappen“ gegen die Schallker Traditionself. Alle Fotos:  Kasiewicz

obergrenzebach. Man mag es kaum glauben, aber es gibt Fußballspiele, bei denen das Ergebnis komplett unwichtig ist. Ein solches fand am Samstag auf dem Obergrenzebacher Sportplatz „Am Leydesberg“ statt. Dort sahen rund 400 Zuschauer einen Auftritt des Schalker Fan-Clubs „Schwälmer Knappen“, der am Ende mit 2:9 gegen eine Auswahl der Schalker Traditionself um Weltmeister Olaf Thon unterlag. Ein Überblick. Vor dem Spiel

Es herrscht Kirmesstimmung: Bereits 90 Minuten vor dem Anpfiff sitzen Kinder in einer alten Eiche über dem Obergrenzebacher Sportplatz. Schatten und Übersicht ist wichtig an diesem heißen Samstag, an dem auch sonst alles bestens vorbereitet ist: Bratwurst, Pommes, Kaffee und Kuchen und natürlich reichlich Kaltgetränke. Die Stimmung ist gut und wird noch besser, als der dunkel verspiegelte Mannschaftsbus mit dem Gelsenkirchener Kennzeichen vorfährt. Sie sind da, die Kicker der Schalker Traditionself. Abklatschen mit jungen und alten Fans: „Hallo, liebe Freunde des Ballsports“, sagt Martin Max, bevor er in der Umkleidekabine verschwindet. Dort haben die Mitglieder des Fan-Clubs bereits alles auf Hochglanz gebracht. Wasser steht bereit und einige Fußbälle zum Signieren: „Dann haben wir mal was zum Versteigern“, sagt Kassierer Berndt Rühl, der später auch noch als Schiedsrichter in Erscheinung tritt. Auf dem Platz

Vor dem Anpfiff ist allerdings erst einmal Warmmachen angesagt. Bei Temperaturen von über 30 Grad auf dem Platz nehmen das einige heimische Akteure nicht ganz so genau, und auch Weltmeister Olaf Thon bremst die Einlaufkinder: „Mal bitte nicht so schnell. Hier sind haufenweiser alte Männer unterwegs.“ Als dann der Anpfiff ertönt, wird schnell klar, dass einige der Gelsenkirchener Akteure genau wissen, wie sie bei minimalem Aufwand zu maximalem Erfolg kommen. Dennoch halten die „Schwälmer Knappen“ gut dagegen. In der Halbzeit steht es 3:1 für Schalke. Michael Hundt hatte zwischenzeitig unter großem Jubel sogar den 1:2-Anschluss hergestellt. „Im Sechzehner habe ich den Ball abgefangen. Ich wusste nicht so recht wohin damit, da habe ich einfach mal geschossen“, gab der 48-Jährige später freimütig zu Protokoll.

In der zweiten Halbzeit wurde dann allerdings schnell klar, wer die Herren auf dem Platz sind. Nachdem Stadionsprecher Christian März die Störungen im Mikrofon in den Griff bekommen hatte, musste er die Schalker Tore quasi im Minutentakt durchsagen. Sehr zur Freude der Gastgeber sorgte Daniel Thiel zwischendurch noch für das zweite Tore der Gastgeber, bei denen mit Theresa Nickel sogar eine Frau auf dem Platz stand. An der Seitenlinie

„Wir sind die Stars zum Anfassen“, sagte Olaf Thon, der als Abteilungsleiter der Schalker Traditionself für die Organisation auf Gelsenkirchener Seite mitverantwortlich ist. Wer ihm zwischen Autogramme schreiben und Selfies knipsen zuhört, realisiert schnell, dass es hier um mehr geht als Fußball. Die Traditionself transportiert den Schalker Geist und dieses spezielle Ruhrpott-Gefühl 30 Male pro Jahr in die Provinz. Und zwar komplett ohne Star-Allüren. Gerade deshalb sind am Ende auch alle begeistert. Sogar der Schwälmer Torwart Armin Pfalzgraf: „Bei denen merkt man schon die Ballsicherheit, aber ein paar Bälle haben wir ja gehalten.“

Von Martin Scholz

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