Leon Lindenthal zu Eintracht Stadtallendorf

Schock beim FC Homberg: 1. FC Schwalmstadt sorgt mit Dreifach-Transfer für Ärger

Schwalmstadt statt Homberg: (von links) Marcin Zaleski, Peter Szücs und Andrzej Zuchowski im Trikot des FCS, obwohl sie eigentlich schon fix in der Kreisstadt eingeplant waren.
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Schwalmstadt statt Homberg: (von links) Marcin Zaleski, Peter Szücs und Andrzej Zuchowski im Trikot des FCS, obwohl sie eigentlich schon fix in der Kreisstadt eingeplant waren.

Ärger in der Fußball-Gruppenliga: Der 1. FC Schwalmstadt hat drei Spieler von Liga-Rivale FC Homberg verpflichtet. Dabei waren zwei davon gerade erst in der Kreisstadt als Neuzugänge präsentiert worden.

Homberg/Ziegenhain – Vor zwei Wochen war die Saisonplanung des FC Homberg eigentlich abgeschlossen. Mit 20 Feldspielern, darunter der torgefährliche Spielmacher Andrzej Zuchowski aus Polen und Defensivkünstler Peter Szücs aus Ungarn. Dieses Duo wird in der kommenden Saison auch in der Fußball-Gruppenliga auflaufen – allerdings für Konkurrent 1. FC Schwalmstadt. Zusammen mit Marcin Zaleski wechseln beide vom FCH zum FCS.

Was ist da denn los? „Den Jungs machen wir keinen Vorwurf. Aber ein derart unfaires Verhalten, noch dazu ohne Kontaktaufnahme des Vereins, haben wir noch nie erlebt und hätten von dem Wechsel aus der Zeitung erfahren, wenn sich Marcin nicht gemeldet hätte“, betonen FCH-Coach Florian Seitz und der 1. Vorsitzende Stefan Gerlach unisono. Da hatten die Kreisstädter (auch finanziell) keine Chance mehr zu reagieren.

Dabei hatte es sich mit dem Trio, das es aus beruflichen Gründen in die Region verschlug und das in Hülsa lebt, so gut angelassen. Der zentrale Mittelfeldspieler Zaleski trainierte zunächst beim TSV Wabern, ehe ihn der damalige Trainer Kim Sippel nach Homberg vermittelte. Der Sechser schlug mit elf Einsätzen in der vergangenen Hinrunde ein. Und lotste anschließend seine beiden Kumpels zum FCH.

Ein Wechsel zur vergangenen Rückrunde war noch nicht möglich, aber immerhin trainierte der 23-jährige Szücs regelmäßig mit und sollte als Perspektivspieler zur ersten Mannschaft stoßen. Antreiber Zuchowski, der vor fünf Jahren bei der SG Bad Soden in der Verbandsliga kickte, kam als Vertragsspieler aus Polen und hinterließ im Training im Juni nach einer verletzungsbedingten Pause einen hervorragenden Eindruck. Deshalb waren die Kreisstädter glücklich, sich die Spielberechtigungen der Osteuropäer mit viel Aufwand gesichert zu haben.

Schwalmstadt peilt Aufstieg an

Doch dann bekam Schwalmstadt Wind von dem Trio und lockte mit Amateurverträgen. „Sie sehen bei uns das bessere Niveau, fühlen sich wohl hier und haben sich selbst angeboten“, sagt Schwalmstadts Vize-Präsident Björn Spanknebel. Der mit Jürgen Hassenpflug auch gleich den neuen Sportlichen Leiter des früheren Hessen- und Verbandsligisten beim Trainingsauftakt am Sonntag in Ziegenhain vorstellte. Der 62-jährige Hülsaer folgt auf Martin Hölzer, der sein Engagement beim FCS beendete.

„Wir wollen wiederum um den Aufstieg mitspielen“, formuliert Spanknebel das Ziel des runderneuerten Gruppenligisten. Auch wenn derzeit lediglich 31 Mann für beide Mannschaften im Kader stehen. Mit einem weiteren Mittelfeldmann und einem Stürmer stehen die Schwälmer in Verhandlungen.

Das ist auch eine Reaktion darauf, dass die größte Sturmhoffnung den FCS verlässt. Leon Lindenthal unterschrieb am Samstag einen Zwei-Jahres-Vertrag bei Eintracht Stadtallendorf. „Es macht mich stolz, dass ich diese Chance erhalte und hoffe, dass ich mich in der Regionalliga beweisen kann“, sagt der 23-Jährige. Wohlwissend, dass er mit dem Ex-Schwalmstädter Dragan Sicaja auf einen Top-Trainer trifft, der etliche unterklassige Spieler auf ein deutlich höheres Niveau gebracht hat. Auch Ben-Luca Fisher ist so ein Kandidat. Der 17-Jährige, Sohn von Gilsa/Jesberg-Legende Jürgen Böth, ist aus dem Nachwuchsbereich Hessen Kassels ebenfalls nach Stadtallendorf gewechselt. Er reifte zuvor in der U 17 des FC Schalke 04.

Der 1,95 m große Lindenthal schoss für den FCS in 120 Verbandsliga-Spielen 51 Tore. Nach drei Treffern aus drei Spielen in der Gruppenliga zog er sich jedoch im August 2019 einen Mittelfußbruch zu und wartet seitdem auf Einsätze. Nach „einem Jahr zum Vergessen“ steht Lindenthal doppelt vor einer neuen Herausforderung, denn zusätzlich nimmt er in Gießen ein Lehramtsstudium auf.

Homberg sucht nun vier Neue

Apropos Studium: Das beginnt Timur Ögretmen in Marburg und wechselt zu Gießen II in die Verbandsliga Mitte, so dass Homberg nur noch mit 16 statt 20 Feldspielern planen kann. „Der Markt ist eigentlich dicht. Jetzt müssen wir gucken, wer noch keinen Verein hat oder wen wir reaktivieren können“, erklärt Stefan Gerlach. Und hofft – nach dreimaligem Schütteln – „dass dieses Beispiel in der siebten Liga keine Schule macht!“

Von Bernd Knauff und Sebastian Schmidt

Auf zur Eintracht: Leon Lindenthal versucht sein Glück in Stadtallendorf.

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