Fußball:

Schwalm-Eder-Kreis: Vereine zeigen Verständnis für Corona-Pause und suchen Lösungen

Gerhard Kubitschko, Kreisfußballwart.
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Gerhard Kubitschko, Kreisfußballwart.

Winterpause für Hessens Amateurfußballer: Bis mindestens 31. Dezember ist der gesamte Spielbetrieb von der Hessenliga abwärts in sämtlichen Spielklassen der Herren, Frauen und Jugend ausgesetzt.

Schwalm-Eder – Der Verbandsvorstand des Hessischen Fußball-Verbands (HFV) lässt somit das Wochenende als möglichen Spieltag verstreichen, denn der zweite „Lockdown“ der Bundesregierung hätte die Amateursportler erst ab Montag gebremst. „Damit schützen wir nicht nur die unmittelbar am Fußball Beteiligten, sondern auch deren Familien. Nur durch konsequente Einhaltung der Maßnahmen können wir die Saison regulär zu Ende bringen“, erklärte HFV-Präsident Stefan Reuß.

Eine Entscheidung, die mit 36:1-Stimmen bei einer Enthaltung eindeutig gefällt wurde. „80 Prozent unserer Vereine wollten den sofortigen Abbruch. Daher bin ich froh, dass der HFV eine einheitliche Lösung gefunden hat“, betonte Kreisfußballwart Gerhard Kubitschko.

Zuschauer sind ein wichtiger Faktor

Ohne Zuschauer gehe es im Amateurfußball nicht, betonte Kubitschko. Und sieht es durchaus als Lohn für die Klubs aus dem Schwalm-Eder-Kreis an, dass von August bis jetzt mehr Fans zu den Spielen strömten als in der Zeit vor Corona. Um jedoch nicht zu verhehlen: „Die Vereine stoßen bei den Hygienevorgaben an ihre Grenzen. Vor allem vor und nach den Spielen ist es schwierig, alles umzusetzen und alle im Griff zu haben.“

Zumindest aus finanzieller Sicht sei die Situation händelbar – für die Vereine, die ihre Kicker nicht fürstlich entlohnen. „Bei uns spielen alle aus Spaß, nicht für Geld. Diese klare Linie unterstützen auch die Sponsoren, die uns in der Krise treu sind“, betont Nico Röhn, der Sportlicher Leiter der SG Brunslar/Wolfershausen. Durchaus froh darüber, dass das Gruppenliga-Derby gegen Nachbar FV Felsberg/Lohre/Niedervorschütz erst 2021 ansteht. „Da rechnen wir mit 300 bis 400 Zuschauern, aktuell hätten nur 50 kommen können. Das macht dann weder Sinn noch Spaß.“

Situation wird im Januar neu bewertet

Ebenso wie etwa bei Verbandsligist FSG Gudensberg ruht bei Brunslar/Wolfershausen bereits der Trainingsbetrieb. Und der Blick richtet sich nach vorn. „Noch einen Abbruch mit Quotientenaufsteigern, aber ohne Absteiger, kann es nicht geben. Dann wären die Ligen viel zu groß“, erklärt Röhn und bringt den Ansatz ins Spiel, im Amateurbereich auch über die Sommermonate bei schönem Wetter zu spielen – losgelöst vom ohnehin immer weiter entrückten Profitum. „Im Januar werden wir die Situation neu bewerten und unterstützt vom HFV nach Lösungen suchen“, sagt Kreisfußballwart Kubitschko.

Nachholspiele auf Kreisebene im Februar vorzuziehen sei mit Blick auf nur drei Kunstrasenplätze (Treysa, Neukirchen, Spangenberg. Homberg folgt) schwierig. Auch das Flutlicht reiche oft nicht aus. Da die Punktspiele Priorität genießen, könnte der Pokal laut Kubitschko maximal noch in Turnierform stattfinden. Die Hallenrunde ist komplett abgesetzt.

Macht viel (Frei-) Zeit für die heimischen Kicker. „Ich appelliere an die Eigenverantwortung der Spieler, um sich etwa durch Joggen fit zu halten. Bei vielen Vereine gab es zuletzt auffällig viele Muskelverletzung“, sagt Gudensbergs Trainer Andre Fröhlich. Nach vier Monaten coronabedingter Pause machten den Akteuren die vielen englischen Wochen zu schaffen. Da zeige sich in 2021, wer sich mit Blick auf das neuerliche „Aus“ besser vorbereite.

Von Sebastian Schmidt

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