Oberliga-Fazit: TSV vor schwierigem Umbruch

Eintracht Böddiger im Angriff Ligaspitze, in der Defensive mangelhaft

Anne Kühlborn

Felsberg. Es war ein Auf und Ab. Lange Zeit kämpften die Handballerinnen des TSV Eintracht Böddiger um die Tabellenführung, versanken nach einer Niederlagenserie im Abstiegskampf, um dann doch noch Moral zu beweisen und die Oberliga-Saison auf dem vierten Tabellenplatz abzuschließen. Mehr Dramatik ging kaum.

Die Probleme der Edertalerinnen waren dabei in dieser Saison offensichtlich. Auf Grund einer geringen Trainingsbeteiligung hatte der scheidende TSV-Trainer Mike Fuhrig nur begrenzte taktischen Möglichkeiten. In der Offensive waren die Eintracht-Handballerinnen zu oft von der individuellen Klasse von Spielmacherin Vilte Duknauskaite und der Halblinken Christin Schene abhängig. Zusammen erzielte das Duo 324 Treffer - und damit fast die Hälfte der 649 Eintracht-Tore, womit die Felsbergerinnen den besten Angriff der Liga stellten. Hinter den beiden Torjägerinnen konnte sich zuletzt die 20-jährige Anne Kühlborn beweisen. „Ihre Bewegung und Reaktion im Angriff sind richtig Klasse“, lobte TSV-Trainer Fuhrig die Rückraumspielerin, auf die nach dem anstehenden Umbruch mehr Verantwortung zukommt.

Steigerungsbedarf besteht bei den Felsbergerinnen vor allem in der Defensive, 622 Gegentore kassierten die Edertalerinnen in der abgelaufenen Spielzeit - lediglich Schlusslicht TSV Vellmar verteidigte schlechter. Zu oft ließ die 6:0-Defensive um Abwehrspezialistin Lena Hildebrandt die nötige Aggressivität im Deckungsverbund vermissen. Mit der Folge, dass die erfahrene Katja Frommann im Tor allzu häufig auf sich alleingestellt blieb. Insbesondere in diesem Bereich wartet auf den neuen Trainer Frank Hofmann viel Arbeit. Vor allem nachdem Kreisläuferin Hildebrandt ihre Laufbahn beendete.

Umbruch steht bevor

Zugleich wird auch Regisseurin Vilte Duknauskaite den Verein verlassen. Zentrale Aufgabe von Hofmann, der schon die Frauen des TuSpo Waldau in der Oberliga trainierte, wird daher die Integration junger Spielerinnen sein. Wie der B-Jugendlichen Filiz Eren, die bei einigen Einsätzen in der vergangenen Saison bereits ihr Talent zeigen konnte. Ebenso wie Rechtsaußen Sophie Wagner und Kreisläuferin Nora Minhöfer. die in der Offensive Lena Hildebrandt ersetzen soll.

Trotzdem ist Verstärkung dringend notwendig. Denn im Rückraum steht keine Spielerin zur Verfügung, die den Abgang von Duknauskaite kompensieren könnte. Überhaupt fehlten der Eintracht in der abgelaufenen Spielzeit im Rückraum die Alternativen, so dass die gelernte Rechtsaußen Julia Hasper zwischenzeitlich auf der rechten Rückraumposition aushelfen musste. Einzig Jennifer Pioro und die - allerdings beruflich stark eingespannte - flexible Katrin Benda könnten hier für Aushilfe sorgen. Foto: Hahn/nh

Von Marcel Glaser

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