Waberns Torhüter steht für die deutsche Kleinfeld-Nationalmannschaft im Kasten

Sippel fährt mit zur EM

Steht bei der Kleinfeldfußball-EM in Kroatien im deutschen Tor: Torhüter Kim Sippel vom Gruppenligisten TSV Wabern. Foto: Hahn

Wabern. Einmal Europameister werden. Diese Chance haben nicht so viele Sportler. Kim Sippel, Torhüter vom Fußball-Gruppenligisten TSV Wabern, wird auch keinen Anruf mehr von Joachim Löw erhalten. Muss er aber auch gar nicht. Er erhielt einen Anruf von Marc Müller. Dem Trainer der deutschen Kleinfeldfußball-Nationalmannschaft.

„Du bist dabei in Kroatien“, sagte Müller zu Sippel. Somit wird der gebürtige Hessisch Lichtenauer bei der EM im kroatischen Vrsar Ende September dabei sein. Davor gibt es noch am 18. September ein Kurztrainingslager in München. Für die Reise wurden – wie passend – Kleinbusse gechartert. „Wann hat man schon die Möglichkeit bei einer EM zu spielen?“, fragt Sippel. Über sein Sportmanagement-Studium wurde Sippel auf den Kleinfeldfußball aufmerksam, der in Deutschland noch nicht so populär ist und auch unabhängig vom DFB organisiert ist. „An verschiedenen Standorten in Deutschland gab es ein Casting und am Ende war ich dann im Kader“, erinnert sich der 26-Jährige, der sich unter anderem gegen Daniel Reck, dem Sohn von Torwartlegende Oliver Reck durchsetzte.

Im Kader steht mit dem 37-jährigen Marius Ebbers auch Prominenz. Der Stürmer lief alleine 273 Mal in der zweiten Bundesliga auf (102 Tore). Ex-Nationalspieler Mike Hanke wäre auch im Kader gewesen, verletzte sich aber.

„Das Ziel ist klar: Wir wollen Europameister werden“, sagt Sippel. Das wurden bislang immer die Rumänen, die führende europäische Nation im Kleinfeldfußball. Überhaupt zählen die osteuropäischen Länder zu den stärksten Mannschaften.

In der Gruppe trifft Deutschland auf vermeintlich machbare Gegner aus Kasachstan, Bosnien und Wales. Sippel wird sich im Tor mit Kapitän Roman Heinrich abwechseln. Der frühere Regionalliga-Torhüter weiß, dass er weit mehr gefordert wird, als in der Gruppenliga. „Beim Kleinfeld gibt es viel mehr Action. Der Torhüter spielt eine wichtigere Rolle als auf dem Großfeld. Vor allem muss er viel mitspielen“, sagt der gelernte Produktmanager. Im Gegensatz zum Futsal darf der Torwart auf dem Kleinfeld auch Tore schießen. Sippel wird allerdings die beiden Spitzenspiele seines Vereins gegen Baunatal und Körle verpassen. „Der Trainer hatte damit aber kein Problem“, sagt Sippel etwas schelmisch, schließlich ist er es, der zusammen mit Christian Leck beim TSV das Sagen hat.

Vom 21. bis 27. September werden die EM-Spiele mit 32 teilnehmenden Teams ausgetragen. Gekickt wird täglich vor einigen tausend Zuschauern. Kommt Deutschland unter die ersten Vier, ist das Team direkt für die WM im nächsten Jahr qualifiziert. Dann möchte auch Sippel wieder dabei sein.

Von Daniel Schneider

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