Timo Kuhlmann von Hannover 96 gewinnt Viktoria-Duathlon in Großenenglis vor Tobias Henne

Mit Spaß zum Streckenrekord

Rekordteilnehmerfeld in Großenenglis: Der Hannoveraner Timo Kuhlmann (Startnummer 17) lag schon zu Beginn ganz vorn. Links neben ihm Simon Jakob aus Niedenstein, der am Ende Dritter wurde. Insgesamt gingen mehr als 200 Athleten an den Start. Fotos: Hahn

Borken. Erst durch eine schmerzhafte Niederlage hat Triathlet Timo Kuhlmann den Spaß am Sport wiedergefunden. Im vorigen Herbst stieg der 25-Jährige beim legendären Ironman auf Hawaii im Marathonlauf völlig entkräftet aus. Er hatte im Vorfeld zu viele und schnelle Kilometer absolviert und änderte sein Training radikal. „Ich mache jetzt nur noch das, worauf ich Bock habe“, sagte Kuhlmann am Samstag in Großenenglis, wo er überlegen den 22. Viktoria-Duathlon gewann.

In 59:26 Minuten stellte der Niedersachse einen neuen Streckenrekord über 5 km Laufen, 21 km Radfahren und 2,5 km Laufen auf. Dabei hatte er erst 14 Tage zuvor den Hannover-Marathon ohne große Vorbereitung in 2:37 Stunden bewältigt. Nun hatte er Lust auf einen knackigen Wettkampf, stieß auf den Wettkampf in Großenenglis, über den er im Internet nur Positives las. Also fuhr er 200 Kilometer in Richtung Süden, wo er im Borkener Stadtteil dann vor allem an der „abwechslungsreichen Radstrecke“ mächtig Spaß hatte und den Favoriten der Hessen-Meisterschaften ein wenig die Show stahl.

Erst mehr als eineinhalb Minuten hinter Kuhlmann kam der neue Landesmeister Tobias Henne ins Ziel. Doch auch der 40-Jährige vom Tri-Team Fuldatal hat die Freude am Ausdauermehrkampf längst wiedergewonnen. Vor 25 Jahren zählte der Vellmarer zu den nordhessischen Triathlon-Pionieren. Studium, Job und drei Kinder machten das zeitaufwändige Training irgendwann unmöglich. Henne lief nur noch für den TSV Obervorschütz. Nun hat er wieder Zeit und ist als Senior schneller als die halb so alten Konkurrenten. Mit Simon Jakob (KSV Baunatal, 3.), Thomas Sämann (Tri-Team Fuldatal, 4.) und dem Junioren Eiko Berlitz (CJD Oberurff, 6.) landeten drei weitere Nordhessen unter den besten Sechs.

Erster Sieg für Dippel

Auch bei den Frauen blieb der Titel in der Region. Dabei hatte Hennes Team-Kollegin Yvonne Dippel nur auf eine Top-Ten-Platzierung geschielt. Doch nach 1:11:26 hatte die 30-Jährige mehr als eineinhalb Minuten Vorsprung auf Dauerbrennerin Tanja Nehme (Ski-Club Meißner). „Außer einem Volkslauf habe ich noch nie etwas gewonnen“, freute sich Dippel, die Lehrerin an der Kasseler Reformschule ist, über die Meisterschaft.

Doch nicht nur Siegen macht Spaß. Mehr als 200 Athleten gingen bei dem von der Radsportabeilung des TuS Viktoria Großenenglis organisierten Wettkampf an den Start. Einer von ihnen war der 18-Jährige Justin Kiese, der eigentlich ein unsportlicher Computer-Fan ist, wie er zugibt, und die Strecke im Vorjahr im Parka absolviert hatte – wegen einer verlorenen Wette mit seinem Sportlehrer vom CJD Oberurff.

Diesmal trug Kiese eine Jeans und wurde fast eine Stunde nach dem Sieger für sein Durchhaltevermögen mit Applaus belohnt. (mal)

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.