Verbandsliga: Daniel Rein schwer verletzt

Tom Siebert als eiskalter Derby-Held der FSG Gudensberg beim 3:0 in Körle

Zwei, die sich gesucht und gefunden haben: Gudensbergs Philipp Wissemann (l.) freut sich mit Tom Siebert, dem er im Derby zwei seiner drei Treffer beim 3:0 in Körle mustergültig auflegte.
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Zwei, die sich gesucht und gefunden haben: Gudensbergs Philipp Wissemann (l.) freut sich mit Tom Siebert, dem er im Derby zwei seiner drei Treffer beim 3:0 in Körle mustergültig auflegte.

Drei Schüsse, drei Treffer, ein eiskalter Torjäger: Tom Siebert machte mit einem Hattrick beim 3:0 (2:0) in der Fußball-Verbandsliga in Körle für die FSG Gudensberg den Unterschied aus. Und durfte sich nach 78 Minuten im Derby vorzeitig einen Sonderapplaus abholen.

Körle – „Die drei Treffer sind natürlich Balsam für die Seele. Aber noch mehr freut mich, dass wir als Mannschaft alles rausgehauen haben und das in jeder Aktion die Köpfe oben waren“, betonte der Mann des Abends. Und wusste, dass seine Auswechselung auch eine Vorsichtsmaßnahme war.

Denn so langsam gehen Gudensberg die Stürmer aus. Nico Dörings Knie-OP steht am 28. Oktober bevor. Can Rommel, der Senkrechtstarter, musste mit Verdacht auf Ermüdungsbruch im linken Fuß kurzfristig passen. Und da aller schlechten Dinge drei sind, dauerte für Ersatzmann Daniel Rein der erste Startelfeinsatz in der Verbandsliga keine 30 Sekunden. Bei einer ganz unglücklichen Aktion im Mittelfeld schrie der 19-Jährige plötzlich vor Schmerzen im Knie und konnte nicht mehr aufstehen. Eine monatelange Pause scheint unausweichlich.

Spiel war 28 Minuten unterbrochen

Nach 28 Minuten Unterbrechung ging das Derby weiter. Neu an der Seite Sieberts: Philipp Wissemann. Ein Duo mit Perspektive. Der 21-Jährige spielte frech auf und gab den kongenialen Wegbereiter. Wissemann wagte auch den ersten Abschluss (9.). Und hatte wenig später Grund zum Jubeln, weil der herausragende Sechser Till Dünzebach zu Siebert durchsteckte und der gnadenlos beim Abschluss war, nachdem sich Körles Verteidiger Vyacheslav Petrukhin verschätzt hatte (10.).

Das 1:0 spielte den Gästen in die Karten. „Wir haben es geschafft, trotz der personellen Rückschläge kämpferisch an die Leistung im Pokal gegen Kassel anzuknüpfen. Wir waren kompakt, aggressiv und haben Körle keine echte Chance gestattet“, lobte Coach Andre Fröhlich sein Team. Das fand Freude an überfallartigen Angriffen dank klarer Tempo-Vorteile.

Körle zeigte einfach zu wenig

In der Entstehung war das 2:0 ein Sinnbild des Derbys. Körles Stürmer Thomas Melnarowicz biss sich an der FSG-Abwehr die Zähne aus. Gudensberg ließ den Gastgebern keine Zeit, sich zu formieren. Und konterte. Siebert blieb nach feiner Vorarbeit Wissemanns erneut cool und vollendete (37.). Zu diesem Zeitpunkt war mit Patrick Misiak ein FCK-Verteidiger mit Verdacht auf Oberschenkelzerrung ausgeschieden, mit Petrukhin folgte der Zweite im zweiten Durchgang. Auch deshalb sagte Körles Trainer Eugen Wagner: „Das Fleisch ist schwach, der Wille leider auch. Das war leidenschaftslos, ideenlos, einfach zu wenig.“ Bezeichnend, dass der 17-Jährige Lukas Greiner erneut Körles bester Feldspieler war und in der Pause versuchte, seine Kollegen wachzurütteln.

Den holprigen Untergrund zur Kampfbahn machten indes allein die Gäste. Eine leichte Drangphase des FCK blieb ohne Prüfung für Ballfänger Tom Stieghorst. „Die schießen aufs Tor, wir nicht. Ihr wollt den Ball ins Tor tragen“, kritisierte Wagner seine Angriffsreihe. Die ein drittes Mal von Tom Siebert Anschauungsunterricht erhielt. Diesmal als ganz große Show. Siebert marschierte über den halben Platz und legte uneigennützig quer für Wissemann. Der hätte seinen ersten Verbandsliga-Treffer markieren können, wählte jedoch den risikofreieren Querpass zu Siebert, der den Ball nur noch über die Linie drücken musste (66.). Ganz im Sinne der FSG-Philosophie.

Damit war der fünfte Hattrick des 22-Jährigen im Seniorenbereich ebenso perfekt wie der dritte Auswärtssieg Gudensbergs und der erste Erfolg ohne Gegentor in der Verbandsliga. Was zum Glück der FSG noch fehlt, um sich weiter im Tabellenmittelfeld festsetzen zu können? „Jetzt müssen wir mal ein Heimspiel gewinnen“, betont Fröhlich. Die nächste Chance bietet sich dem Neuling am Samstag gegen den SSV Sand und Ex-Coach Mario Deppe.

Das Schema:

FCK: Umbach - Künzel, Misiak (25. Gröbner), Sobocinski, Petrukhin (75. Schindzielorz), Winkler - Greiner, Kraus (87. Ranft), Özata - Cetinkaya, Melnarowicz.

FSG: Stieghorst - Dobler-Eggers, Lauterbach, Fink - Prüfer (46. Jäger), Dünzebach, Lang, Rommel, Otto - Rein (1. Wissemann), Siebert (77. P. Hillebrand).

SR: Awada (Kassel). Z: 200.

Tore: 0:1, 0:2, 0:3 Tom Siebert (10., 37., 66.).

Von Sebastian Schmidt

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