Verbandsliga:

6 Tore, 4 Platzverweise, 2 Elfmeter: Der kunterbunte Wahnsinn zwischen FC Körle und SG Hombressen/Udenhausen

Einer gegen alle: Körles Vyacheslav Petrukhin (in Blau) behauptet sich hier per Kopfball gegen halb Hombressen. Später kassierte der Routinier allerdings eine fragwürdige Gelb-Rote Karte.
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Einer gegen alle: Körles Vyacheslav Petrukhin (in Blau) behauptet sich hier per Kopfball gegen halb Hombressen. Später kassierte der Routinier allerdings eine fragwürdige Gelb-Rote Karte.

Welch ein Drama! Da führt der FC Körle mit 3:0 und geht nicht als Sieger vom Platz. Da bekommen beide Mannschaften Strafstöße. Da kassieren vier Spieler Gelb-Rote Karten. Und da versteht es die SG Hombressen/Udenhausen nicht, ihre Aufholjagd in am Ende doppelter Überzahl zu mehr als zum 3:3 (2:0) umzumünzen.

Körle – Da war was los in der verrücktesten Partie der noch jungen Saison in der Fußball-Verbandsliga! „Wir hatten doch schon gewonnen, sogar das vierte Tor lag in der Luft. Wir müssen echt noch viel lernen“, haderte Körles Coach Eugen Wagner und verstand die (Fußball-) Welt ebenso nicht mehr wie seine Spieler. Die hatten im Duell zweier personell gebeutelter Kellerkinder alles reingehauen, was es in der Schwarzwald-Kampfbahn zu beackern gab.

Da fruchtete der Schachzug des Trainers lange, Abwehrchef Vyacheslav Petrukhin ins Mittelfeldzentrum neben Daniel Kraus zu ziehen. Zwei Funktürme, hinter denen vor allem Luis Taube kompromisslos abräumte. Der Mann, der zwar seine Kapitänsbinde abgegeben hat. Aber an dem sich die vielen Jungspunde weiterhin aufrichten.

Talent Greiner mit guten Aktionen

Einer der Rasselbande drückte der ersten Halbzeit seinen Stempel auf. Lukas Greiner, der sich den Ball geschickt eroberte und Dennis Alberding in Szene setzte. Das ging zu schnell für Maximilian Igel. Handspiel. Elfmeter. Daniel Kraus – 1:0 (34.). Strahlende Gesichter auf der Körler Bank inklusive. Die sich weiter erhellten, nachdem sie etwas Regelkunde erhielten. Karim Kouay führte einen Freistoß ohne Pfiff des Unparteiischen aus. Und sah Gelb. „Dann machen wir den eben rein“, gab Wagner seinen Schützlingen auf den Weg. Gesagt, getan. Zweiter Anlauf Kouay, Ablage Greiner, Alberding, Flachschuss – 2:0 (45.+2).

Alberding hatte Lust auf mehr. 66 Sekunden nach Wiederanpfiff ließ er seinen zweiten Streich folgen. Erneut ebnete Greiner elegant den Weg, legte Sefa Cetinkaya per Hacke ab und packte der Linksaußen den Hammer zum 3:0 aus (47.).

Statt 4:0 plötzlich 3:1 und Überzahl für Hombressen/Udenhausen

Was sollte da auf dem Weg zum ersten Heimsieg der Körler Verbandsliga-Geschichte noch schief gehen? Die bittere Antwort: schlichtweg alles. Zunächst hatte Petrukhin Pech, dass sein Kopfball in Horst-Hrubesch-Manier nach einer Ecke von Justin Ranft an die Latte klatschte (53.). Nachdem auf der Gegenseite Torjäger Dominik Lohne zum 3:1 verkürzte (57.), kassierte Petrukhin im nächsten Angriff Gelb. Was zu verschmerzen gewesen wäre, wenn der 35-Jährige nicht fünf Minuten später für sein zweites Foul die Ampelkarte kassiert hätte. Petrukhin war noch nicht in der Kabine angekommen, da klingelte es ein zweites Mal im Kasten. Julian Oberenzer traf nach einem Freistoß des ebenfalls eingewechselten Kevin Seeger (64.).

Viel Freude am 3:2 hatte der Joker nicht. Sieben Minuten später foulte Oberenzer Luis Taube, sah Gelb und prompt Gelb-Rot, weil er dem Schiedsrichter noch etwas zu sagen hatte. Christian Sinning stand spätestens jetzt in jeder Szene im Mittelpunkt. Karte für Karte entglitt dem Unparteiischen die ruppige Partie. Nur Jonas Krohne landete noch einen Treffer – per Elfmeter zum 3:3 (77.). Zu Tor Nummer sieben fehlten beiden Seiten die Kräfte.

Drei gesperrte Körler fehlen in Bad Soden

Fehlen werden Körle dafür beim kommenden Auswärtsspiel bei der mit den Ex-Profis Kevin Pezzoni, Daniele Fiorentino und Christian Pospischil gespickten SG Bad Soden (So. 15 Uhr), deren Mittwochs-Gegner TSG Sandershausen mangels Spielern nicht antrat, neben Petrukhin auch noch Kraus und Cetinkaya. Beide sahen in der Nachspielzeit gegen Hombressen Gelb-Rot. Und Marco Siemers, der Trainer der SG, was fehlte dem an diesem Wahnsinns-Abend? „Guter Fußball, den habe ich bei uns vermisst. Wir haben zwar Moral beweisen, aber das 3:3 fühlt sich nicht gut an.“ Was noch mehr für die frustrierten Körler galt. (sbs)

Das Schema:

FCK: Umbach - Künzel, Misiak, Taube, Ranft - Kouay (90. Sow), Kraus, Greiner (65. Scherbaum), Petrukhin, Alberding - Cetinkaya.

SG: Möller - M. Schmidt (75. J. Schmidt), Igel, Welker, Müller - Carrier, Geule, Hecker (46. Oberenzer), Siebert (46. K. Seeger), Krohne - Lohne.

SR: Sinning (Ihringshausen).

Z: 180.

Tore: 1:0 Kraus (34., HE), 2:0, 3:0 Alberding (45.+2), 47.), 3:1 Lohne (57.), 3:2 Oberenzer (64.), 3:3 Krohne (77., FE).

Gelb-Rote Karten: Petrukhin (63.), Kraus (90.+2), Cetinkaya (90.+3) – Oberenzer (71.).

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