Fußball:

Traditionsklub VfB Schrecksbach erfindet sich neu

Brachten den VfB wieder auf Kurs: (von l.) Fachwart Wolfgang Heipel, Trainer Jörg Hess und Vorstandsmitglied Christian Frick.
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Brachten den VfB wieder auf Kurs: (von l.) Fachwart Wolfgang Heipel, Trainer Jörg Hess und Vorstandsmitglied Christian Frick.

Aufschwung in der Schwalm: Am Anfang des letzten Jahres drohte für den VfB Schrecksbach noch die Kreisliga B, nun überwintert der Traditionsverein als unangefochtener Spitzenreiter der Fußball-Kreisliga A 2.

Schrecksbach – Die positive Entwicklung ist das Resultat einer klugen Vereinspolitik, die im Frühjahr 2019 mit der Neuformierung des Vorstands begann. „Wir hatten einen Rückgang bei Zuschauern, Spielern und Sponsorengeldern. Der Verein brauchte einen Neuanfang“, erinnert sich Christian Frick an die Zeit, als der VfB sieglos und abgeschlagen am Tabellenende der Kreisoberliga stand. Der Ex-Regionalliga-Spieler übernahm deshalb gemeinsam mit Fußballfachwart Wolfgang Heipel sowie den Vorständen Heinrich Bauer und Uwe Hahn die Initiative.

Doch das sieben Mann starke Führungsgremium musste erst die Talsohle durchschreiten: Nach vier Trainerwechseln in einer Saison folgte der Abstieg in die Kreisliga. In der vergangenen Winterpause kam es dann zur Kehrtwende: Die Verantwortlichen holten Jörg Hess zurück ins Metzenbergstadion. Der Immichenhainer, der mit Co-Trainer Frick im Jahr 2010 den Aufstieg in die Gruppenliga gefeiert hatte, durfte sich zunächst aufgrund des Saisonabbruchs über den Klassenerhalt freuen. In der Sommerpause entwarf der DFB-Elite-Jugend-Lizenzinhaber dann einen Plan, wie der Hessenligist von 1977 wieder in höhere Spielklassen geführt werden könnte.

Sieben Siege und 40:2 Tore

Das Konzept scheint aufzugehen: Der 99 Jahre alte Verein für Bewegungsspiele siegte bisher in allen sieben Ligaspielen bei einem Torverhältnis von 40:2. Ein Grund für die erfolgreiche Serie war die gelungene Vorbereitung mit vielversprechenden Testspielergebnissen. „Die haben uns Motivation und Selbstbewusstsein gegeben“, weiß der Sportlehrer der Justizvollzugsanstalt Hünfeld. Nach dem 7:0-Auftaktsieg in Riebelsdorf schwammen die Hess-Schützlinge dann auf einer Erfolgswelle, die auch am sechsten Spieltag beim glücklichen 2:1-Erfolg in Asterode standhielt.

Die Tabellenführung mit sechs Punkten Vorsprung hängt auch mit 18 Neuzugängen zusammen. Zu den wichtigsten Verpflichtungen zählen neben dem spielenden Co-Trainer Daniel Petersohn die Brüder Daniel und Lukas Schwalm sowie Leon und Laurin Krämer. Die fünf ehemaligen Spieler des 1. FC Schwalmstadt konnten vom Konzept ihres Heimatvereins überzeugt werden.

90 Prozent Spieler aus der Großgemeinde

Zusammen mit dem zugezogenen Stürmer Fabien Berger und den Eigengewächsen Daniel Görig und Torwart Johannes Heipel bilden die Rückkehrer das Gerüst der neuen Schrecksbacher Mannschaft. „Nun kommen 90 Prozent der Spieler aus der Großgemeinde. So haben wir mehr Zusammenhalt in der Mannschaft“, freut sich Hess.

Darüber hinaus richtet der Vorstand den Fokus auf die Verbesserung des Vereinsumfelds. Der Social Media-Auftritt ist so aktuell und kreativ wie nie, das Vereinsheim und die Kabinen wurden renoviert, der Fanklub sorgt für beste Stimmung bei Heim- und Auswärtsspielen. Christian Frick freut sich darüber, „dass unsere Arbeit honoriert wird.“ Ist aber auch auf dem Platz noch wichtig. „Ein fußballerisches Vorbild für unsere Talente“, sagt Daniel Petersohn über den ehemaligen Regionalliga-Spieler des SC Neukirchen.

Beide können sich auch über eine schlagkräftige Reserve freuen. Der von Fabian Günther und Marvin Smolka angeführte Unterbau steht momentan auf einem guten zweiten Tabellenplatz in der B-Liga. Zum 100-jährigen Vereinsjubiläum im kommenden Sommer darf also durchaus von einem Doppel-Aufstieg geträumt werden. (Fabian Seck)

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