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Trainer Sascha Beetz über die Verfrachtung in die Gruppenliga 2 und Ziele mit dem Melsunger FV

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Von: Sebastian Schmidt

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Gibt die Richtung vor: Melsungens Trainer Sascha Beetz, der auch Sportlicher Leiter ist.
Gibt die Richtung vor: Melsungens Trainer Sascha Beetz, der auch Sportlicher Leiter ist. © Pressebilder Hahn

So war das nicht geplant: Als Sascha Beetz in diesem Sommer die Nachfolge von Peter Wefringhaus als Trainer des Melsunger FV antrat, freute er sich auf viele Nachbarschaftsduelle. Darauf, in der Fußball-Gruppenliga Kassel 1 den dritten Platz aus dem Vorjahr zu bestätigen oder sogar zu verbessern.

Melsungen – Doch dann wurde der MFV in die Gruppenliga 2 verfrachtet. Somit müssen der 40-Jährige, der Trainer und Sportlicher Leiter ist, und die Melsunger umdenken.

Ihr Vorgänger war selbst ein guter Spieler. Zu seiner Zeit beim KSV Baunatal wurde Peter Wefringhaus gefragt, was er zu den Fans im Parkstadion sagt. Kennen Sie die Antwort?

Puh. Ehrlich gesagt nicht.

Er sagte „Hallo Helmut“. Wie viele Helmuts werden Sie künftig auf der Freundschaftsinsel begrüßen dürfen, wenn es zumindest ein Jahr lang kein Derby gibt?

(lacht laut) Naja, es ist jetzt leider nicht so, dass wir gegen Brunslar oder Edermünde jedes Mal 400 Zuschauer haben. Die Insel wird sicher nicht voller werden. Da ist viel Luft nach oben. Wir können nur hoffen, dass ein Name wie Hessen Kassel zieht, auch wenn es nur deren zweite Mannschaft ist.

Mit dem KSV Hessen II, SV Türkgücü Kassel oder VfL Kassel tummeln sich einige Ex-Verbandsligisten in der anderen Staffel. Ist die Gruppenliga 2 dadurch vielleicht sogar reizvoller?

Mit dem VfL verbinde ich schöne Spiele. Allerdings sind die gerade erst wieder dank ihrer guten Jugendarbeit zurück in der Gruppenliga. Prinzipiell sind die Leistungsunterschiede zur Verbandsliga schon noch sehr groß.

Letzte Saison war der MFV Dritter in der Gruppe 1. Wie sehr ist die Verbandsliga aktuell ein Thema?

Mittelfristig ist das unser klares Ziel. Aber wir verspüren keinen Druck. Die Mannschaft ist nach unserem Umbruch vor einem Jahr noch sehr jung. Wir haben aber alle Spieler halten können und das Team gezielt verstärkt. Ich sehe das Potenzial, oben dabei sein zu können.

Sie nehmen einen zweiten Anlauf als Trainer der ersten Mannschaft. Warum wird es diesmal besser laufen?

Ich bin sicherlich reifer geworden. Zudem spielen wir nun eine Klasse tiefer. Timo Rudolph und ich wurden damals ins kalte Wasser geworfen. Im Team standen drei, vier Spieler, die etwas speziell angepackt werden mussten.

Und das haben Sie nicht getan?

Wir hätten da sicherlich konsequenter sein müssen. Aber daraus habe ich gelernt. Aktuell klappt das wesentlich besser von den Typen her. Wenn ich Ivan Durdek mit seinen 37 Jahren als Ex-Profi nehme. Welche Präsenz er ausstrahlt. Oder die Haas-Brüder Maik und Marvin, Luca Miedl oder Benet Berisha. Dann sehe ich, dass wir auf einem sehr guten Weg sind.

Bei ihrer letzten Tätigkeit mussten Sie Ende 2020 mit ansehen, dass die zweite Mannschaft dreimal nicht antrat und aus dem Wettkampf ausschied. Warum gelingt es in Melsungen seitdem nicht, eine Reserve zu stellen?

Zum einen haben wir intern Fehler gemacht. Zum anderen ist den Jungs extern die B-Liga schwer vermittelbar. Und zehn Mann zusätzlich kann ich nicht bei der Ersten trainieren lassen. Da fehlt denen eine Perspektive. Spätestens die zweite Frage lautet zudem: Was gibt es eigentlich? Und nur mit eigenen Talenten schaffen wir es nicht. Aber nächstes Jahr nehmen wir einen neuen Anlauf.

Worauf Sie als Sportlicher Leiter Einfluss üben können. Wie herausforderend ist diese Doppelfunktion?

Ich habe seit Anfang Januar schon ganz gut zu tun (lacht). Das fing an mit den Spielergesprächen, ging weiter über den Platzaufbau bis zu den neuen Klamotten für die Spieler. Aber da ich als Sportlicher Leiter derzeit Urlaub machen könnte, lege ich den Fokus nun voll auf die Trainertätigkeit.

Aber spielen wollen Sie nicht mehr?

Das ist nicht geplant. Erstens haben wir mit Oliver Bronikowski und Sebastian Nödel zwei herausragende Torhüter, so dass sich sportlich die Frage nicht stellt. Und dann müsste ich nach meiner Schulter-OP erstmal wieder fit werden. Meine aktive Karriere ist noch nicht beendet. Aber selbst zu spielen ist definitiv in weite Ferne gerückt. (Sebastian Schmidt)

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