FSG Gudensberg

Traumeinstand für Jannik Turtl nach Odyssee

Mit breiter Brust: Jannik Turtl ist bereit für den Kampf um den Klassenerhalt mit der FSG.
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Mit breiter Brust: Jannik Turtl ist bereit für den Kampf um den Klassenerhalt mit der FSG.

Als heimische Platzhirsche kämpfen die FSG Gudensberg und der FC Körle in der Fußball-Verbandsliga um den Klassenerhalt. Beide vertrauen vielen jungen Spielern. Zu den neuen Hoffnungsträgern zählen Jannik Turtl (FSG) und Lukas Greiner (FC).

Gudensberg – Im Trainingslager in Österreich legte die FSG Gudensberg im Sommer 2019 den Grundstein für den ersten Aufstieg in die Fußball-Verbandsliga. Dort musste die FSG aber auch einen Wermutstropfen verkraften. Denn das aufstrebende Talent Jannik Turtl verletzte sich an der Leiste. Und es sollte 17 Monate dauern, ehe der heute 21-Jährige wieder bei der ersten Mannschaft mitwirken konnte.

„Erst hat der Arzt gesagt, es sei nur eine Zerrung und ich sollte einfach abwarten“, blickt Turtl zurück. Doch auch nach einem Monat wurde es nicht besser. Die Schmerzen beim Sprinten ließen nicht nach. Also erneut zum Arzt. Vermutet wurde nun eine weiche Leiste. Ein Termin beim Spezialisten sorgte für Klarheit. „Das muss nicht operiert werden. Aber da ich weiter Sport treiben wollte, musste eine OP sein“, sagt Turtl. Diese Form der weichen Leiste nennt sich daher auch „Sportlerleiste“.

Am 21. Dezember 2019 wurde er operiert. Ein Netz wie bei einem Leistenbruch sorgte für Stabilität. Ende März konnt er langsam ins Aufbautraining einsteigen. Anfang April lief er schon regelmäßig. Muskelbepackt im Oberkörper durch zusätzliche Einheiten. Stabilisiert an der Leiste durch Dehnübungen nach Liebscher und Bracht. „Das hat den Prozess beschleunigt. Die Übungen mache ich weiter regelmäßig“, betont der Großenengliser. Dankbar darüber, dass ihm der Verein die Anwendungen bei einer Schmerzspezialistin spendierte, die die Verspannungen lockerte.

Sechs Wochen ohne Ball

Doch zurück auf den Platz ging es noch lange nicht. Sechs Wochen machte er sich ohne Ball fit. Lief allein sämtliche Feldwege in und um Borken ab. Um sich dann langsam über die zweite Mannschaft wieder anzubieten. Erst 30 Minuten. Dann eine Halbzeit. Ende September erstmals über 90 Minuten. „Jannik ist sehr zweikampfstark, vor allem am Boden, und bringt uns mit seiner Dynamik und Schnelligkeit weiter“, lobt Trainer Andre Fröhlich und ergänzt: „Zudem pusht er sich und seine Mitspieler sehr gut und geht voran.“ In der A-Jugend war er etwa in der Saison 2017/18 Kapitän in der Verbandsliga.

Da bedurfte es wenig Anpassungsprobleme, ehe am 17. Oktober der große Tag der Rückkehr gekommen war. Knapp 17 Monate nach dem 2:1 am 25. Mai 2018 am letzten Spieltag in Wabern. Gegner eine Klasse höher war der SSV Sand. Und der flexible Turtl, der am liebsten zentral im Mittelfeld spielt, wurde in Überzahl als rechter Teil der Dreier-Abwehrkette eingewechselt. Um die Seite dicht zu halten. Um seinen Kollegen den Rücken freizuhalten. Doch beim Stand von 0:1 in Überzahl hielt es ihn in der 83. Minute nicht mehr hinten.

Bei einem Freistoß bot er sich auf Außen an, flankte weit in die Mitte, wo Tom Siebert lauerte – und zum Endstand traf. Eine Vorlage als Traum-Einstand nach der Odyssee an der Leiste. Der Jannik Turtl hoffen lässt, seiner FSG auf dem Weg zum Klassenerhalt Stabilität zu geben. Die nötige Geduld bringt er nun wie kein Zweiter mit.

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